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17.10.2019

16:21

„Vision 2030“

Der Weg in die Moderne ist für Saudi-Arabien steinig

Von: Mathias Brüggmann

Der mächtige Kronprinz Mohammed bin Salman will das Land fit machen für die Zeit nach der Öl-Ära. Es ist trotz Investitionen in Milliardenhöhe keine leichte Aufgabe.

Ein Mann läuft am Logo „Vision 2030“ auf dem World Energy Congress in Abu Dhabi, United Arab Emirates, vorbei. Das Königreich will den Weg in die Moderne gehen. AP

Vision 2030

Ein Mann läuft am Logo „Vision 2030“ auf dem World Energy Congress in Abu Dhabi, United Arab Emirates, vorbei. Das Königreich will den Weg in die Moderne gehen.

Berlin Dreistellige Milliardenbeträge investiert das Königreich Saudi-Arabien in die Modernisierung der größten Volkswirtschaft am Golf. „Vision 2030“ heißt das Konzept von Kronprinz Mohammed bin Salman. Faktisch lenkt er das Land seit drei Jahren für seinen kranken Vater, König Salman. Der mächtige Kronprinz will das Land fit machen für die Zeit nach der Öl-Ära. Dazu lässt er für 500 Milliarden Dollar die nagelneue Forschungs- und Zukunftsstadt Neom am Roten Meer bauen, die zum Silicon Valley am Golf werden soll.

Die Schaffung von Millionen neuer Jobs für die junge Bevölkerung – das Durchschnittsalter beträgt nur 27 Jahre – steht im Mittelpunkt der Strategie. Vor allem Frauen, die bisher nicht einmal ohne Zustimmung eines männlichen Verwandten einen Pass beantragen durften, sollen in Lohn und Brot kommen und mehr Rechte erhalten.

Ratingagentur ist skeptisch

Es läuft also in Richtung Moderne. Doch der Weg ist steinig: Am Mittwoch hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Prognose für das saudische Wirtschaftswachstum von 1,9 auf 0,2 Prozent für das laufende Jahr gesenkt. Das Haushaltsdefizit werde laut der Ratingagentur Fitch von 5,9 Prozent 2018 auf 6,7 Prozent dieses Jahr steigen. Zugleich senkte Fitch die Bonität für Anleihen des Landes auf A, Wettbewerber Standard & Poor’s hat sogar nur A- vergeben.

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Durch einen massiven Drohnen- und Raketenangriff auf die Ölverarbeitungsanlage Abqaiq und das Ölfeld Khurais am 14. September hatte der Staatsölkonzern Saudi Aramco vorübergehend Produktionsausfälle in Höhe von 5,7 Millionen Barrel Rohöl täglich – fast 60 Prozent der Produktionskapazität. „Obwohl die Ölförderung bis Ende September vollständig wiederhergestellt wurde, sehen wir die Gefahr weiterer Angriffe auf Saudi-Arabien, die zu wirtschaftlichen Schäden führen könnten“, erklärte Fitch.

Die Ratingagentur warnt, Saudi-Arabien sei „anfällig für eskalierende geopolitische Spannungen angesichts seiner prominenten außenpolitischen Haltung, einschließlich seiner engen Ausrichtung an der US-Politik gegenüber dem Iran und seiner anhaltenden Beteiligung am Jemenkrieg“. mbr

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