Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

27.06.2022

19:08

Banken

2390 Bankfilialen wurden geschlossen – auch Zahl der Kreditinstitute ging 2021 zurück

Von: Elisabeth Atzler

Allein das Filialnetz deutscher Großbanken hat sich um fast 22 Prozent verringert. Bei der geringeren Zahl der Banken insgesamt spielt ein einmaliger Effekt eine Rolle.

Insgesamt wurden in dem Jahr 2388 Zweigstellen geschlossen. dpa

Bankenskyline von Frankfurt am Main

Insgesamt wurden in dem Jahr 2388 Zweigstellen geschlossen.

Frankfurt Wegen fortschreitender Digitalisierung und des Kostendrucks werden in Deutschland immer mehr Bankfilialen geschlossen. Die Anzahl der Zweigstellen verringerte sich laut der Bundesbank im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent auf 21.712.

Insgesamt wurden im Jahr 2021 knapp 2390 Zweigstellen geschlossen, 2020 waren es rund 2570, was einem Minus von ebenfalls knapp zehn Prozent entsprach. Nach Einschätzung der Notenbank spiegelt sich in der Entwicklung eine verstärkte Nutzung von Onlinebanking ebenso wider wie Maßnahmen zur Kostenreduzierung. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher erledigen ihre Bankgeschäfte im Wesentlichen elektronisch, zusehends auch über die Smartphone-Apps.

Allerdings gibt es auch in der Statistik der Bundesbank eine Angabe, die überrascht und die Gesamtzahl der Filialschließungen nach oben treibt: Der Bundesbank zufolge sank die Zahl der Filialen bei den Großbanken um fast 22 Prozent, konkret um 1100 auf 4037. Allein die Deutsche Bank hat der Bundesbank-Erhebung zufolge ihr Filialnetz um knapp 870 auf rund 3120 Standorte verkleinert.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Diese Zuordnung hatte bereits im vergangenen Jahr für Verwirrung gesorgt: Zu den Zweigstellen der Deutschen Bank, zu der auch die Postbank gehört, zählt die Notenbank auch bestimmte Paketshops, was die hohe Gesamtzahl erklärt. Die Bundesbank bezeichnet sie als Partnerfilialen der früheren Deutschen Postbank.

    Dabei handelt es sich um Kioske und andere kleine Läden, die als Partner der Deutschen Post beispielsweise auch Pakete annehmen und obendrein Postbank-Kunden Geld auszahlen oder Überweisungen annehmen. Der allergrößte Teil der Filialschließungen, die die Bundesbank bei der Deutschen Bank registriert, dürfte auf diese Miniläden zurückgehen – die werden von den meisten Kunden kaum bemerkt.

    Die Deutsche Bank hat 2021 nach eigenen Angaben rund 100 Filialen gestrichen, die Postbank 60, wie sie auf Anfrage erklärten. Sie zählen die Paketshops nicht hinzu.

    Bundesbank mahnt weitere Fusionen an

    Bei den Sparkassen fielen im vergangenen Jahr rund sieben Prozent der Geschäftsstellen weg. Die Bundesbank zählt nun 7732 Filialen. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken wurden nun 7150 Zweigstellen registriert, sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

    Die Zahl der eigenständigen Kreditinstitute sank deutlich um 160 auf 1519 Institute. Dabei spielte allerdings auch das Mitte 2021 in Kraft getretene Wertpapierinstitutsgesetz eine Rolle. Danach gelten 59 ehemalige Wertpapierhandelsbanken sowie Zweigniederlassungen ausländischer Wertpapierhandelsunternehmen nicht mehr als Kreditinstitute im Sinne des Kreditwesengesetzes.

    Ohne diesen Effekt betrug der Rückgang aber immer noch sechs Prozent gegenüber einem Minus von lediglich rund zwei Prozent im Jahr 2020. Dazu trugen insgesamt 45 Fusionen im Genossenschaftssektor bei. Hinzu kamen 43 Abgänge, vor allem Zweigniederlassungen britischer Wertpapierhandelsbanken aufgrund des Brexits.

    Da die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ihre Geschäftsgebiete jeweils regional abstecken, gibt es vergleichsweise viele Kreditinstitute in Deutschland. Per Ende 2021 waren es rund 370 Sparkassen und 770 Genossenschaftsbanken.

    „Angesichts der heraufziehenden Wolken am Bankenhimmel durch Zinswende, Abschwächung des Wachstums und Inflation sind die Banken gut beraten, ihre Widerstandskraft durch Kostenbewusstsein und gegebenenfalls Zusammenschlüsse weiter zu erhöhen“, mahnte der für Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand, Joachim Wuermeling.

    Der deutliche Rückgang der Zahl der Institute und Filialen ist aus seiner Sicht ein Zeichen für die anhaltende Dynamik von Konsolidierung und Restrukturierung im deutschen Bankensystem.

    Mit Material von dpa

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×