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08.09.2022

17:06

Banken-Gipfel 2022

„Die Krypto-Krise ist noch nicht überwunden“

Von: Dennis Schwarz

Der Deutschlandchef von Coinbase erwartet weiterhin starke Kursschwankungen bei Kryptowährungen. Experten sind sich aber einig, dass Krypto trotz der Krise erhalten bleibt.

Der Deutschlandchef der Kryptobörse Coinbase sieht das Potenzial von Krypto trotz Krise weiterhin ungebrochen. Marc-Steffen Unger für Handelsblatt

Sascha Rangoonwala

Der Deutschlandchef der Kryptobörse Coinbase sieht das Potenzial von Krypto trotz Krise weiterhin ungebrochen.

Frankfurt Kryptowährungen stehen seit Monaten unter Druck: Ukrainekrieg, Rezessionsängste, steigende Zinsen – im Zuge des globalen Abschwungs an den Märkten befinden sich auch die virtuellen Währungen auf Talfahrt. Seit Jahresbeginn hat die älteste und wichtigste Cyberdevise Bitcoin fast 60 Prozent an Wert eingebüßt, bei der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum sind es etwa 57 Prozent.

Und auch die Aussichten sind trüb: „Die Kryptokrise ist noch nicht überstanden“, sagte Sascha Rangoonwala, Deutschlandchef der Kryptoplattform Coinbase am Donnerstag auf dem Handelsblatt-Banken-Gipfel. Es gebe immer noch sehr starke Kursschwankungen. Rangoonwala rechnet damit, dass diese auch noch eine Zeit lang auf dem aktuell niedrigen Kursniveau stattfinden werden. Am Donnerstagnachmittag notierte der Bitcoin laut Daten des Analysehauses Coinmarketcap bei etwa 19.200 Dollar.

Zu den Kurseinbrüchen kamen in den vergangenen Monaten auch noch Auszahlungsstopps, Insolvenzen und Mitarbeiterentlassungen bei den Kryptoplattformen hinzu. Mitte Mai dieses Jahres löschte dann der Crash des Kryptoprojekts Terra geschätzt 50 Milliarden Dollar aus. Und das US-Unternehmen Celsius Network musste im Juli Insolvenz anmelden, die Berliner Kryptoplattform Nuri Anfang August.

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    Auch zahlreiche Mitarbeiter von Eric Demuth bekamen das aktuelle Marktumfeld zu spüren. Der Mitgründer und CEO der österreichischen Kryptohandelsplattform Bitpanda entließ Ende Juni dieses Jahres 270 seiner damals 1000 Mitarbeiter.

    Hier reinhören: Bitpanda-Chef Demuth im Podcast

    Es sei ein Fehler gewesen, in der Hochphase im vergangenen Jahr so viele Mitarbeiter eingestellt zu haben, sagte Demuth rückblickend. Überall wurde so „viel Geld reingepumpt, dass man auch immer die Angst hat, den Anschluss zu verlieren“. Und wenn dann so ein Trend komme, der im völligen Gegensatz zum vergangenen Jahr sei, stehe man „doppelt blöd“ da.

    Sowohl für Unternehmen als auch für Anleger ist diese Situation neu. Denn der Kryptosektor erlebte während der Pandemie einen Höhenflug nach dem anderen. So erreichte der Bitcoin im November 2021 sein Allzeithoch von fast 70.000 US-Dollar.

    Trotz allem Gegenwind sind Demuth und Rangoonwala überzeugt: Krypto bleibt erhalten. „Das Potenzial ist ungebrochen“, sagte der Coinbase-Deutschlandchef. Laut dem Chef der Oldenburgischen Landesbank, Stefan Barth, werden sich einige Kryptowährungen zu echten digitalen Währungen entwickeln. Auch wenn es dafür laut Barth wahrscheinlich noch etwas mehr Regulatorik bedürfe.

    Bei diesem Thema befindet sich Europa laut Rangoonwala jedoch bereits auf einem guten Weg: „Wir haben in Europa nicht viele weltweit führende Kryptounternehmen, aber was den regulatorischen Rahmen angeht, liegen wir sehr weit vorn“, sagte er.

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