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30.03.2023

16:42

Banken-News

Ifo-Institut: Trotz Bankenbeben kommen Unternehmen leichter an Kredite

Von: Katharina Schnurpfeil, Julius Fintelmann, Leonidas Exuzidis, Lisa Oenning

US-Finanzministerin Yellen will Deregulierung kleiner Banken überprüfen lassen +++ Die Credit Suisse zahlt ihrer Geschäftsleitung wohl doch keine Transformationsprämie +++ Der News-Blog.

Unternehmen kommen trotz Finanzkrisen-Ängste leichter an Kredite, so das Ifo-Institut. dpa

Containerterminal im Hafen Hamburg

Unternehmen kommen trotz Finanzkrisen-Ängste leichter an Kredite, so das Ifo-Institut.

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Julius Fintelmann

Ökonomen kritisieren Übernahme der Credit Suisse durch UBS

Wirtschaftswissenschafter beurteilen die Notübernahme der Credit Suisse durch die UBS mehrheitlich skeptisch. Lediglich 19 Prozent sprachen sich für die Übernahme als geeigneteste Maßnahme zur Bewältigung der Krise der Schweizer Großbank aus, wie es in einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich und der „Neuen Zürcher Zeitung“ von Ende März heißt. Fast die Hälfte der 167 Ökonomen favorisierte eine Übernahme durch den Staat und einen möglichen späteren Verkauf. Damit hätte die Entstehung eines Bankriesen verhindert werden können. Zudem wäre die Intensität des Wettbewerbs im schweizerischen Bankenmarkt erhalten geblieben.

28 Prozent der Ökonomen hätten ein Sanierungs- und Abwicklungsverfahren gemäß dem für solche Fälle eigentlich vorgesehenen geltenden Regelwerk bevorzugt. Damit hätte das systemrelevante Schweizer Geschäft der Credit Suisse gerettet werden können, während der internationale Teil geordnet saniert oder abgewickelt worden wäre.

Rund drei Viertel sehen die Übernahme als ein gutes Geschäft für die UBS. Die Auswirkungen der Transaktion auf die Schweizer Bankbranche stufen die Experten dagegen mehrheitlich negativ ein. So verschlechtere sich die Stabilität des Sektors in der Schweiz. Auch die Qualität der Dienstleistungen sowie der Kreditzugang dürften leiden, befürchtet die Mehrheit.
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Julius Fintelmann

Ifo: Unternehmen kommen trotz Bankenbeben leichter an Kredite

Trotz der Sorgen vor einer neuen Finanzkrise infolge der Turbulenzen um die Silicon Valley Bank und die Credit Suisse spüren die deutschen Unternehmen keine Kreditklemme, im Gegenteil: Für sie ist es sogar einfacher geworden, neue Darlehen zu bekommen. Nur noch 22,7 Prozent jener Unternehmen, die gegenwärtig Verhandlungen führen, berichteten im März von Zurückhaltung bei den Banken, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner vierteljährlichen Umfrage mitteilte. Im Dezember waren es noch 30,0 Prozent.

„Die Turbulenzen bei einigen internationalen Banken haben keine Auswirkung auf die Kreditvergabe in Deutschland“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Unternehmen gewöhnen sich auch nach und nach an das neue Zinsumfeld“, fügte er hinzu. Da die Europäische Zentralbank (EZB) die hohe Inflation mit steigenden Leitzinsen bekämpft, sind die Kreditkosten in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen.

Die Abnahme bei der Kredithürde geht auch auf die Industrie zurück. Hier sank der Anteil der Betriebe, die im März über zurückhaltende Banken klagen, von 27,8 auf 17,3 Prozent. Bei den Dienstleistern gab es ebenfalls einen merklichen Rückgang, und zwar von 34,6 auf 26,5 Prozent. Im Groß- und Einzelhandel sowie im Baugewerbe sind die Zahlen nahezu unverändert geblieben.

„Kleinstunternehmen und Selbstständige sind weiterhin deutlich stärker betroffen“, fanden die Ifo-Forscher heraus. Hier berichteten rund 40 Prozent der Unternehmen, dass es schwierig ist, an Kredite zu kommen. In der Veranstaltungsbranche sind es sogar 50 Prozent.
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Tobias Döring
Die Gefahr einer weltweiten Bankenkrise hat Hedgefonds alarmiert: Die unregulierten Investmentfonds haben sich umfassend für fallende Kurse bei Bankaktien vorbereitet. Das geht aus einer Analyse des Finanzdatenanbieters S3 Partners hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. 

Demnach haben die auch Shortseller genannten Profiinvestoren im März ihre Positionierung für fallende Kurse um fast 13 Milliarden Dollar erhöht – damit sind sie doppelt so stark gestiegen wie in jeder anderen Branche.
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Anne Schwedt

Mexikanische Notenbank erhöht Leitzins auf rekordhohe 11,25 Prozent

Die mexikanische Notenbank hat wegen der hohen Inflation erneut den Leitzins heraufgesetzt. Sie erhöhte am Donnerstag den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld um 25 Basispunkte auf rekordhohe 11,25 Prozent. Die Entscheidung im zuständigen Ausschuss der Zentralbank fiel einstimmig. Es war die 15. Zinserhöhung in Folge. Zudem wurden die Inflationserwartungen für 2023 und 2024 nach oben revidiert. In Mexiko war die auf das Jahr gerechnete Inflationsrate in der zweiten Februarhälfte auf 7,12 Prozent und damit deutlich über die Toleranzschwelle der Zentralbank gestiegen. Seit Mitte 2021 hat die Zentralbank den Leitzins um insgesamt 725 Basispunkte angehoben. 
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Anne Schwedt

Weltbank will Kreditvergabe um fünf Milliarden Dollar erhöhen

Die Weltbank will ihre Kreditvergabe an Länder mit mittlerem Einkommen jährlich um fünf Milliarden Dollar aufstocken. Die multinationale Entwicklungsbank hatte am Donnerstag (Ortszeit) ihrem Lenkungsausschuss einen entsprechenden Entwicklungsplan vorgelegt. Die Aufstockung des Kredits soll Ländern bei der Bekämpfung des Klimawandels und anderer globaler Krisen helfen. Die Weltbank will den Plan nun am 12. April während einer gemeinsamen Frühjahrstagung mit dem Internationalen Währungsfonds in ihrem Entwicklungsausschuss diskutieren. Im Rahmen der Tagung sind auch Gespräche zu zusätzlichen Maßnahmen zur Förderung der Kreditvergabe an die ärmsten Länder der Welt geplant. 
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Anne Schwedt

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef verdient künftig 950.000 Euro

Die Aufsichtsräte der Deutschen Bank sollen künftig mehr verdienen. Die Vergütung von Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts soll um neun Prozent auf 950.000 Euro im Jahr steigen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung am 17. Mai hervorgeht. Mit einem Jahresgehalt von gut 870.000 Euro war schon Wynaendts Vorgänger Paul Achleitner der bestdotierte Aufsichtsratschef unter den 40 Unternehmen im Leitindex Dax. Die Vergütung sei seit zehn Jahren unverändert geblieben und werde "den Anforderungen nicht mehr gerecht (...), die an ein Aufsichtsratsmitglied im Finanzdienstleistungssektor gestellt werden", erklärte die Bank dazu.

Bisher hatten die Aufsichtsräte der Deutschen Bank einen Großteil ihrer Vergütung für die Mitarbeit in den zahlreichen Ausschüssen des Gremiums erhalten. Das soll sich ändern. Der Aufsichtsratschef soll für den Vorsitz in Ausschüssen nichts mehr zusätzlich bekommen, die übrigen Mitglieder nur noch für den Vorsitz in einem Ausschuss. Davon profitiert auch Wynaendts Stellvertreter Norbert Winkeljohann. Der ehemalige Wirtschaftsprüfer bekommt in seiner Funktion 475.000 Euro und für den Vorsitz im Vergütungsausschuss weitere 100.000 Euro. 2022 lag seine Gesamtvergütung bei 520.000 Euro. Gewöhnliche Mitglieder des Aufsichtsrats bekommen künftig pro Jahr 300.000 Euro, bisher waren es in der Regel 200.000.

Die Deutsche Bank liegt damit im Trend: Der Versicherer Allianz etwa will seinem Aufsichtsratschef Michael Diekmann künftig eine Festvergütung von 450.000 Euro zahlen, 200.000 mehr als bisher. Dazu kommen Sitzungsgelder und Extra-Tantiemen für die Mitgliedschaft in Ausschüssen.
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Tom Körkemeier

Biden fordert nach Bankenkollaps wieder schärfere Auflagen

US-Präsident Joe Biden will angesichts der Bankenturbulenzen in den USA wieder schärfere Auflagen für Geldhäuser und damit eine Rücknahme von Erleichterungen seines Vorgängers Donald Trump. Biden fordere daher die Bankaufsichtsbehörden unter anderem auf, die Liquiditätsanforderungen für kleinere Banken zu erhöhen, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Außerdem sollten diese sich wieder jährlichen Stresstests unterziehen müssen. So solle sichergestellt werden, dass sie über genügend Kapital verfügten, um potenzielle Verluste zu verkraften. Außerdem sollten die Geldhäuser umfassende Abwicklungspläne vorlegen. Diese sollen zeigen, dass die Banken im Falle einer Abwicklung nicht das Bankensystem als Ganzes gefährden würden.
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Katharina Schnurpfeil

Erholung im Bankensektor stützt die US-Kurse

Das Vertrauen in die Stabilität des Bankensektors kehrt Marktteilnehmern zufolge nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen allmählich zurück. Der S&P 500-Bankenindex notiert zum Start in den Handelstag fester. Papiere von JPMorgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Wells Fargo, Citigroup und Bank of America legen zwischen 0,4 Prozent und 1,2 Prozent zu.

Lesen Sie weitere Details in unserem Bericht von der Wallstreet:
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Katharina Schnurpfeil

Yellen: „Bankenvorschriften möglicherweise zu locker“

US-Finanzministerin Janet Yellen fordert eine Überprüfung der Bankenregeln.Es gelte sicherzustellen, dass die Vorschriften die aktuellen Risiken im Bankensystem erfassen, sagte sie am Donnerstag laut Manuskript in einer Rede für eine Veranstaltung der National Association for Business Economics (NABE).

Unter anderem will Yellen die 2018 erfolgte Lockerung der Regeln für kleinere Institute mit Vermögenswerten im Volumen bis zu 250 Milliarden Dollar überprüfen lassen. Eine Reihe von Vorschriften für solche Geldhäuser war seinerzeit vom US-Kongress und der Federal Reserve während der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Donald Trump abgeschafft worden. Zudem sei eine stärkere Regulierung des Schattenbankensektors erforderlich. Dazu zählen Finanzfirmen abseits der traditionellen Banken wie etwa Hedge- und Geldmarktfonds, alternative Investmentfonds und spezielle Börsenhändler.

Yellen zufolge haben die schärferen Bankenregeln, die nach der Finanzkrise 2008 auf den Weg gebracht wurden, dem US-Finanzsystem geholfen, Schocks zu überstehen. „Die Zusammenbrüche zweier regionaler Banken in diesem Monat zeigen jedoch, dass unsere Arbeit noch nicht abgeschlossen ist“, sagte sie.
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Tobias Döring

Liquiditätshilfen kosten Credit Suisse derzeit 4,5 Prozent Zinsen

Die milliardenschweren Liquiditätshilfen für die UBS und die von ihr übernommene Credit Suisse können für die beiden Banken kostspielig werden. Für die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Zuge der Rettungsaktion bereitgestellten bis zu 200 Milliarden Franken Liquiditäts-Darlehen werde ein Zins in Höhe des SNB-Leitzins plus drei Prozentpunkte Aufschlag fällig, teilte die Notenbank am Donnerstag mit. Aktuell wäre das eine Verzinsung von 4,5 Prozent. Die SNB äußerte sich nicht dazu, wie viele Mittel bislang in Anspruch genommen wurden.

Die angeschlagene Credit Suisse wird in einem von der Schweizer Regierung orchestrierten Not-Verkauf von der Rivalin UBS für drei Milliarden Franken übernommen. Die bis zu 200 Milliarden Franken Liquiditätshilfe der SNB sind je zur Hälfte durch vorrangige Ansprüche im Fall eines Konkurses – ein sogenanntes Konkursprivileg – und eine Ausfallsgarantie des Bundes besichert.

Zudem hat die Credit Suisse nach eigenen Angaben vor der Rettungsaktion bereits rund 50 Milliarden Franken Hilfskredite von der Notenbank in Anspruch genommen. Dafür muss die Bank einen Zins in Höhe des Leitzins plus 0,5 Prozentpunkte Aufschlag zahlen, derzeit also zwei Prozent.
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Leonidas Exuzidis

SNB-Direktor: Notenbank ist an ihre Grenzen gegangen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat sich mit den milliardenschweren Liquiditätshilfen für die angeschlagene Großbank Credit Suisse (CS) nach den Worten von Direktoriumsmitglied Martin Schlegel weit aus dem Fenster gelehnt. „Die SNB ist hier tatsächlich an ihre Grenzen gegangen“, sagte Schlegel der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Eine durch ein Konkursprivileg geschützte Liquiditätshilfe ist ungewöhnlich.“ Es habe allerdings Handlungsbedarf bestanden, nachdem sich am vorletzten Mittwoch abgezeichnet habe, dass die Bank in Liquiditätsschwierigkeiten geraten würde. „Ohne Bereitschaft der SNB, ELA-Plus-Hilfe zu gewähren, wäre es zu einem Zusammenbruch der CS gekommen", sagte der SNB-Vize. "Wir brauchten genügend Feuerkraft, um es bis ins Wochenende zu schaffen.“

Die Credit Suisse wird in einem von der Schweizer Regierung orchestrierten Not-Verkauf von der Rivalin UBS für drei Milliarden Franken übernommen. SNB und Bund unterstützen die Rettungsaktion mit bis zu rund 260 Milliarden Franken an Liquiditätshilfen und Garantien.

Schlegel verteidigte das gewählte Vorgehen. „Der Bundesrat, die Finma und die SNB prüften in den vergangenen Monaten alle möglichen Lösungen“, sagte er. Schlussendlich musste die beste Lösung unter verschiedenen schlechten Lösungen gewählt werden. „Dabei zeigte sich, dass eine temporäre Verstaatlichung nachteiliger wäre als ein Verkauf an die UBS.“
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Leonard Frick

Deutsche-Bank-Verwerfungen bewirken Esma-Prüfung des CDS-Markts

Nach den jüngsten Turbulenzen bei Bankaktien nimmt die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde den Handel mit Kreditausfall-Swaps unter die Lupe. 

„Die Esma untersucht zusammen mit den nationalen Regulierungsbehörden die jüngsten Marktbewegungen, auch auf dem CDS-Markt“, sagte ein Sprecher Bloomberg auf Anfrage.

Bloomberg berichtete Anfang der Woche, dass die Aufsichtsbehörden eine Transaktion mit CDS der Deutschen Bank AG unter die Lupe genommen haben, die womöglich der Grund für den globalen Bankenausverkauf am Freitag war. Kreditausfall-Swaps können sehr illiquide sein, sodass eine einzige Wette hohe Wellen schlagen kann. 

Der oberste Aufsichtsbeamte der Europäischen Zentralbank, Andrea Enria, wies am Dienstag auf die mangelnde Transparenz der Anlageklasse hin und forderte die im Financial Stability Board versammelten Regulierungsbehörden auf, den CDS-Markt genauer ins Visier zu nehmen.
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Katharina Schnurpfeil

Vier Banker in Zürich wegen Geldverschiebung für russischen Unternehmer verurteilt

Vier Angestellte der Gazprombank Schweiz sind im Zusammenhang mit Millionenbeträgen eines prominenten Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin verurteilt worden. Das Bezirksgericht Zürich verhängte gegen den früheren Chef der Bank und drei Mitarbeiter Geldstrafen auf Bewährung wegen der Verletzung von Sorgfaltspflichten. Das am Donnerstag gefällte Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Über Konten des Putin-Freundes und Cellisten Sergej Roldugin bei der Schweizer Tochter der russischen Gazprombank wurden zwischen 2014 bis 2016 in Zürich Millionenbeträge verschoben. Laut Anklage war Roldugin jedoch nur ein Strohmann. Wer der tatsächlich wirtschaftlich Berechtigte der Vermögen war, war nicht Gegenstand des Verfahrens. Die Anklageschrift wies aber darauf hin, dass der russische Präsident bei einem offiziellen Einkommen von nur rund 100.000 Euro im Jahr über große Vermögenswerte verfüge, die ihm nahe stehende Personen verwalten würden.

Drei der Angeklagten stammen aus Russland, einer wurde in Zürich geboren. Sie alle forderten vor Gericht Freisprüche. Der Staatsanwalt hatte hingegen je sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert
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Katharina Schnurpfeil
Bericht: US-Einlagensicherung will Großbanken für Krise zur Kasse bitten
Die US-Einlagensicherung FDIC will Großbanken mehr an den Kosten der jüngsten Bankpleiten beteiligen, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Rund 23 Milliarden Dollar muss die Federal Deposit Insurance (FDIC) nach der Pleite der Silicon Valley Bank und der Signature Bank decken. Mit einer sogenannten Sonderabgabe für die Branche solle der 128 Milliarden Dollar schwere Einlagensicherungsfonds gestützt werden, berichtet die Nachrichtenagentur. Sie werde im Mai erstmals fällig.

Der Fonds steht unter politischem Druck, kleine Banken zu schonen. Er hat bereits darauf hingewiesen, bei der Festsetzung der Beiträge gewissen Spielraum zu haben.
Die FDIC versuche, den übergroßen Teil der Kosten auf die Großbanken umzulegen, berichtet Bloomberg weiter. Dies würde zu weiteren Belastungen bei  JPMorgan Chase & Co, der Bank of America und Wells Fargo führen.
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Leonie Tabea Natzel

Credit Suisse zieht bestimmte Anträge an Hauptversammlung zurück

Die angeschlagene Schweizer Bank Credit Suisse nimmt nach der Notübernahme durch die größere Rivalin UBS diverse Änderungen auf der Antragsliste für die bevorstehende Hauptversammlung vor. Das Geldhaus teilte am Mittwochabend mit, den Antrag auf Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung zurückzuziehen. Zudem werde der Antrag auf eine einmalige aktienbasierte Transformations-Prämie für die Mitglieder der Geschäftsleitung zurückgezogen. Credit Suisse sei es nicht erlaubt, eine Dividende in diesem Jahr auszuzahlen. Die Aktionäre würden aber weiter über die Gewinnverwendung abstimmen. Die Versammlung ist für den 4. April geplant. Credit Suisse wird von UBS in einer von der Schweizer Regierung orchestrierten Rettungsaktion für drei Milliarden Franken übernommen.
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Lisa Oenning
Fed-Bankenaufseher Barr: Arbeit der Aufsicht prüfen
Der oberste Bankenaufseher der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht nach dem Kollaps der Silicon Valley Bank das Management, die Aufsichtsbehörden und das Regulierungssystem in der Verantwortung. Das sei immer so, wenn eine Bank wie diese zusammenbreche, sagte Michael Barr bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus zum Bankenkollaps. Die Bank sei gescheitert, weil das Management der Bank die Zins- und Liquiditätsrisiken nicht wirksam gemanagt habe. Man müsse aber auch schauen, ob die Aufsicht durch die Federal Reserve für das schnelle Wachstum und die Schwachstellen der Bank angemessen gewesen sei, mahnte er. Wichtig sei, dass „isolierte Bankenprobleme“ nicht das Vertrauen in gesunde Banken untergraben und damit die Stabilität des Bankensystems gefährden würden, betonte Barr.

Ähnlich äußerte sich die Staatssekretärin für inländische Finanzen, Nellie Liang. „Wir wissen, dass sich die jüngsten Entwicklungen stark von denen während der globalen Finanzkrise unterscheiden“, sagte sie. „Unser Finanzsystem ist wesentlich stärker als noch vor 15 Jahren.“
Bild: Reuters
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Lisa Oenning
Schweizer Regierung überprüft Banken-Regulierung
Die Schweizer Regierung will die Krise der Credit Suisse aufarbeiten. In dem Zusammenhang solle auch das Regelwerk zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von großen Geldhäusern und ihrer Sanierung überprüft werden, wie das Finanzministerium mitteilte. Dabei wolle das Ministerium auch externe Gutachten einbeziehen. Die Ergebnisse sollen dem Parlament innerhalb eines Jahres vorgelegt werden. Der Bericht werde auch der Erfüllung von Forderungen des Parlaments dienen.

Das Ende der Credit Suisse und die Notübernahme durch die UBS haben im Parlament und auch in der breiten Bevölkerung Kritik ausgelöst. Befürchtet werden ein massiver Stellenabbau, ein geringerer Wettbewerb und enorme Kosten, sollte die viel größere UBS dereinst in Schwierigkeiten geraten. Das Parlament will sich mit dem Thema nach Ostern beschäftigen. Eine Reihe von Abgeordneten versuchen, bei ihren Kollegen die notwendige Mehrheit für eine Untersuchung durch das Parlament zusammenzubringen. Die Regierung hat auf die Forderung bisher kühl reagiert. „Sollten auch auf Seiten des Parlaments Aufarbeitungen beschlossen werden, wird der Bundesrat darauf Rücksicht nehmen", hieß es in der Mitteilung.
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Leonidas Exuzidis

Baldige Bankenreform auch in Italien?

Auch in Italien schreiten die Pläne für eine Bankenreform voran. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte die rechte Regierungspartei Fratelli d'Italia bereits am 17. März einen entsprechenden Gesetzentwurf stillschweigend ins Abgeordnetenhaus eingebracht. Er lag der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vor. Mit der Einführung eines sogenannten Trennbankensystems würden Geldhäuser verpflichtet, ihr Einlagen- und Kreditgeschäft von der Investmentbanksparte abzuspalten. Damit soll für den Fall vorgebeugt werden, dass Einlagengelder in Gefahr geraten, wenn Banken kollabieren. 

Die Vorlage sieht vor, den Banken zwölf Monate Zeit zu geben, ihre Geschäftstätigkeit neu zu organisieren. Mit einer Reform würden faktisch Gesetze aus den 1930er Jahren wieder eingeführt, die in den 1990er Jahren im Zuge einer Deregulierung kassiert wurden. Der Vorschlag wird vom Vorsitzenden der Fratelli d'Italia im Abgeordnetenhaus, Tommaso Foti, und 14 Parteikollegen unterstützt – darunter auch Ex-Wirtschaftsminister Giulio Tremonti.
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Lisa Oenning
Bericht: Weißes Haus bereitet Pläne für neue Bankenregeln vor
Die US-Regierung bereitet einem Zeitungsbericht zufolge Pläne für eine strengere Regulierung mittelgroßer Banken vor. Hintergrund sei der Kollaps der kalifornischen Silicon Valley Bank (SVB) vor mehr als zwei Wochen, berichtete die „Washington Post" am Mittwoch unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen. 

Die geplanten Empfehlungen für US-Präsident Joe Biden würden die Wiedereinführung von strengeren Regeln für Banken mit Vermögenswerten zwischen 100 und 250 Milliarden Dollar vorsehen. Diese Vorschriften waren seinerzeit vom US-Kongress und der Federal Reserve während der Regierungszeit von Bidens Vorgänger Donald Trump abgeschafft worden. Sprecher des Weißen Hauses waren für eine Stellungnahme zu den angeblichen Plänen auf Anfrage von Reuters zunächst nicht zu erreichen.

Details des Vorhabens würden noch ausgearbeitet, berichtet das US-Medium. Alle neuen Schritte müssten von der US-Notenbank Fed, dem Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) und der Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) umgesetzt werden. Zu den möglichen Vorschriften zählten höhere Kapitalanforderungen für die Banken, mehr sichere Vermögenswerte im Verhältnis zu riskanteren Krediten, krisenfeste Abwicklungspläne sowie häufigere Stresstests, berichtet die Zeitung. 
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Lisa Oenning
Die Credit Suisse hat einer Untersuchung zufolge gegen eine Vereinbarung mit dem US-Justizministerium aus dem Jahr 2014 verstoßen. Sie soll sehr wohlhabenden amerikanischen Bürgern weiterhin bei der Steuerhinterziehung geholfen haben, obwohl sie damals zugesagt hatte, dies zu unterlassen.
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