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05.10.2022

16:55

Bankhaus

Deutschlands Privatbank Metzler ordnet ihre Führung neu

Von: Yasmin Osman

Der für die Vermögensverwaltung zuständige Vorstand soll die Privatbank ab 2023 führen. Auch ein Spross der Gründerfamilie soll in das Führungsgremium aufrücken.

sGerhard Wiesheu, künftiger Geschäftsführer des Bankhauses Metzler Sepp Spiegl / vario images

Gerhard Wiesheu

Der Manager ist am Finanzplatz Frankfurt bestens vernetzt.

Frankfurt Eine der ältesten deutschen Privatbanken ordnet ihre Führung neu: Gerhard Wiesheu, im Vorstand bislang zuständig für Vermögensverwaltung und das Auslandsgeschäft, soll im kommenden Jahr die Führung des Bankhauses Metzler übernehmen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. 

Der 60-Jährige löst dann den aktuellen Chef Emmerich Müller ab, der im Sommer 2023 in den Ruhestand geht. Der Aufsichtsrat des 1674 gegründeten Frankfurter Traditionshauses wird das auf einer Sitzung am 10. Oktober beschließen.

Außerdem soll mit Franz von Metzler, dem Sohn von Familienoberhaupt Friedrich von Metzler, 2023 auch wieder ein Mitglied der Gründerfamilie in den Vorstand rücken. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, sie könne sich zu diesem Zeitpunkt nicht dazu äußern. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir der Entscheidung des Aufsichtsrates nicht vorgreifen wollen“, so die Sprecherin. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuerst über die Personalien berichtet.

Wiesheu ist der zweite Familienfremde, der das Bankhaus Metzler führt, seit sich Friedrich von Metzler im Mai 2018 aus der Geschäftsführung des Instituts zurückgezogen hat. Wiesheu ist am Finanzplatz Frankfurt bestens vernetzt: als Mitglied des Börsenrats der Frankfurter Wertpapierbörse ebenso wie als Präsident der Standortinitiative Frankfurt am Main Finance. „Sein Engagement für den Finanzplatz Frankfurt, zuletzt für die Ansiedlung der Organisation für Nachhaltigkeit ISSB, ist beispiellos“, würdigte ihn Emmerich Müller anlässlich seines 60. Geburtstags.

Anders als sein Vorgänger Emmerich, der den fünfköpfigen Vorstand des 1674 gegründeten Frankfurter Traditionshauses als Primus inter Pares, also als Erster unter Gleichen, führte, soll Wiesheu den Titel eines Vorstandssprechers tragen. Die Satzung des Bankhauses sieht diese Bezeichnung vor, allerdings hatte Emmerich von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht.

Der Aufsichtsrat der Frankfurter Traditionsbank entscheidet am 10. Oktober über eine neue Führungsspitze. dpa

Bankhaus Metzler

Der Aufsichtsrat der Frankfurter Traditionsbank entscheidet am 10. Oktober über eine neue Führungsspitze.

Wiesheus Zuständigkeit für die Vermögensverwaltung soll künftig Franz von Metzler übernehmen. Er leitete bislang die Tochtergesellschaft Metzler Asset Management GmbH.

Von Metzler hat Betriebswirtschaft an der Bocconi-Universität in Mailand studiert, als Investmentbanker bei HSBC in London gearbeitet und mehrere Stationen bei Metzler durchlaufen. Daher gibt es auch Spekulationen darüber, dass er in einigen Jahren Wiesheu als Bankchef beerben könnte.

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