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24.05.2022

17:16

Bankhaus Metzler

Deutschlands älteste Familienbank setzt auf Kryptotechnik

Von: Michael Maisch

Trotz Ukrainekrieg, Inflation und Pandemie hofft die Frankfurter Traditionsbank auf ein gutes Jahr – auch weil sie das Geschäft mit elektronischen Wertpapieren ausbauen will.

Emmerich Müller, Vorstand des Bankhauses Metzler PR

Emmerich Müller, Vorstand des Bankhauses Metzler

Der Banker zeigt sich trotz des schwierigen Umfelds zuversichtlich für dieses Jahr.

Frankfurt Tradition und Moderne passen gut zusammen – zumindest wenn man Mario Mattera glaubt, dem Kapitalmarktchef des 1674 gegründeten Bankhauses Metzler. Mattera will in seinem Geschäftsfeld die Blockchain-Technologie, die hinter Kryptowährungen wie Bitcoin steckt, zügig ausbauen.

Im vergangenen Jahr hat Metzler bereits die erste von der Dekabank emittierte Kryptoanleihe erworben. Die Inhaberschuldverschreibungen der zum Sparkassenlager gehörenden Deka wurden über eine Blockchain-basierte Wertpapierplattform emittiert.

Ein Kryptowertpapier ist eine Form des elektronischen Wertpapiers. Anders als bei klassischen Anlagen wird für die Ausgabe keine Urkunde in Papierform benötigt. Ausreichend ist seit Inkrafttreten des elektronischen Wertpapiergesetzes im Juni 2021 der Eintrag in ein elektronisches Register.

Das elektronische Wertpapiergesetz sieht Mattera als strategischen Wettbewerbsvorteil für den Finanzplatz Deutschland, weil die Regierung in Berlin die Regulierung schneller auf den Weg gebracht habe als die EU. „Diesen Vorteil müssen wir nützen“, forderte Mattera bei der Vorstellung der Zahlen von Metzler für das vergangene Jahr.

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    Die Nutzung der Blockchain-Technik hat für Mattera zwei Vorteile, zum einen ist sie seiner Meinung nach effizienter als traditionelle Methoden, zum anderen sicherer. Weil die Geschäfte in Echtzeit abgeschlossen werden, seien die Risiken deutlich geringer.

    Die Tradition der ältesten Privatbank Deutschlands zeigte sich bei der Präsentation des Jahresergebnisses: „Der Bilanzgewinn beträgt wie immer 2,3 Millionen Euro“, sagte Vorstand Emmerich Müller. Dieses Ergebnis dient zur Ausschüttung einer seit Jahrzehnten unveränderten Dividende an die Eigentümerfamilie.

    „Der Geschäftsverlauf 2021 hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, bilanzierte Müller. Die Erholung der Konjunktur vom Coronatief und Höchststände an den Aktienmärkten sorgten dafür, dass das Traditionshaus in allen vier Geschäftsfeldern „sehr erfreuliche Zuwachsraten“ verzeichnet habe.

    Metzler beschäftigt etwa 800 Mitarbeiter und verdient sein Geld im Kapitalmarktgeschäft, im Investmentbanking, der privaten Vermögensverwaltung und dem Asset-Management. Das Provisionsergebnis stieg binnen Jahresfrist von 187 Millionen Euro auf 193 Millionen Euro, der Zinsüberschuss lag mit neun Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

    Mit der Entwicklung des Neugeschäfts in den ersten Monaten des laufenden Jahres zeigte sich Müller zufrieden. Trotz der heftigen Kursausschläge an den Märkten und der wachsenden Furcht vor einer Wirtschaftskrise sei er zuversichtlich, dass auch 2022 ein erfolgreiches Jahr für Metzler werde.

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