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18.05.2022

17:30

Bitcoin und Co.

Sparkassen aus Schleswig-Holstein sind offen für Kryptoangebote

Von: Elisabeth Atzler

Die Sparkassen entscheiden im Sommer darüber, ob sie einen Kryptohandel anbieten. In der Sparkassen-Finanzgruppe gibt es Skeptiker – aber auch Befürworter.

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein zeigen sich offen dafür, Kryptoangebote zu starten. Die Sparkassen-Finanzgruppe will darüber im Sommer entscheiden. dpa

Sparkasse

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein zeigen sich offen dafür, Kryptoangebote zu starten. Die Sparkassen-Finanzgruppe will darüber im Sommer entscheiden.

Frankfurt Die Sparkassen in Schleswig-Holstein sprechen sich dafür aus, dass sich der Sparkassensektor für Kryptoprodukte öffnen sollte. Bei Kryptowährungen handle es sich um spekulative Anlagen, sagte Oliver Stolz, Präsident des regionalen Sparkassenverbands, am Dienstag. Er verwies auf den aktuellen Kursabsturz von Kryptowährungen. „Gleichwohl bin ich persönlich davon überzeugt, dass wir uns einer Entwicklung nicht verschließen können.“

„Wir müssen möglicherweise auch selbst die Basis dafür schaffen. Wenn es Kundenwünsche gibt, mit entsprechenden Werten zu handeln oder sie zumindest aufzubewahren, dann sollte das langfristig auch bei der Sparkasse möglich sein“, sagte Stolz, dessen Verband elf Sparkassen angehören. Man könne nicht sagen, dass das dauerhaft kein Thema für die Sparkassen sei.

Die Kurse von Kryptowährungen sind zuletzt mehrere Tage nach unten gerauscht. Allein die älteste und wichtigste Kryptowährung Bitcoin hat seit ihrem Rekordhoch vom November 2021 über die Hälfte an Wert verloren.

Die Sparkassen-Finanzgruppe will im Sommer über mögliche Angebote zum Kryptohandel entscheiden – was im Sektor umstritten ist. Ende vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die Sparkassentochter S-Payment an einem Konzept arbeitet.

Als Konsens gilt, dass Sparkassen zu Kryptowährungen nicht beraten werden. Sparkassenpräsident Helmut Schleweis zeigte sich kürzlich mit Blick auf Kryptoangebote aber auch generell skeptisch: Es sei „ein bisschen wie der Gang zum Spielcasino“. Nicht nur die Beratung, auch Dienstleistungen wie Handel und Verwahrung von Kryptowährungen sieht Schleweis kritisch. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es keine gute Idee für Sparkassen ist.“ Auch der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Reuter hatte sich ablehnend geäußert.

Einige Geldhäuser bieten Kryptohandel über die Börse Stuttgart an

Die westfälische Sparkassenpräsidentin Liane Buchholz hatte sich vor wenigen Wochen dagegen ebenfalls offen dafür gezeigt, dass die Institute ihren Kundinnen und Kunden Anlagen in Kryptowährungen ermöglichen. Sie verweist darauf, dass laut Erhebungen des Sparkassen-IT-Dienstleisters Finanz Informatik (FI) jeder zehnte Sparkassenkunde schon mal Kryptoassets gekauft hat.

„Insgesamt geht es dabei um Investitionen in einem mittleren dreistelligen Millionenbereich“, betonte Buchholz. „Wir Sparkassen sind ein Spiegelbild der Gesellschaft – und wir sollten unseren Kunden diese Zukunftstechnologie nicht vorenthalten.“ Aber auch aus Buchholz’ Sicht braucht es erst mehr Regulierung, bevor Sparkassen ihren Kunden Kryptowährungen anbieten können. In der EU wird derzeit über neue Regeln verhandelt.

Bisher haben sich Sparkassen und traditionelle Banken weitgehend dagegen entschieden, den Kauf von Kryptowährungen anzubieten. Erste kleinere Kreditinstitute geben ihre Zurückhaltung auf. Mittlerweile arbeiten drei Genossenschaftsbanken und eine Sparkasse mit der Börse Stuttgart zusammen, um den eigenen Kundinnen und Kunden den Kauf von Kryptowährungen zu ermöglichen. Sie leiten ihre Kunden dabei per Link auf den Kryptohandelsplatz BSDEX der Börse Stuttgart weiter und bekommen eine Provision, wenn diese dort aktiv werden.

Bei den Pionieren handelt es sich um die Volksbanken Kurpfalz, Mittelhessen und Mittweida sowie um die Kreissparkasse Ostalb. Andere Geldhäuser dürften folgen. „Wir führen mit einer zweistelligen Anzahl von Banken und anderen Finanzdienstleistern konkrete Gespräche über Kooperationen“, sagte Matthias Voelkel, der Chef der Börse Stuttgart, dem Handelsblatt. „Darüber hinaus sind wir mit zahlreichen anderen Instituten im explorativen Austausch.“

Mit den Genossenschaftsbanken wollen künftig die ersten traditionellen deutschen Geldhäuser selbst in das Kryptogeschäft einsteigen. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank baut gemeinsam mit der Wertpapierbank DWP einen Prototyp dafür.

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