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24.06.2022

11:49

„Buy now, pay later“

Revolut startet mit Ratenzahlung

Von: Dennis Schwarz, Elisabeth Atzler

Die britische Neobank bietet ihren Kunden künftig auch die Zahlung auf Raten an. Zunächst folgt der Start in Irland, weitere Länder sollen noch in diesem Jahr folgen.

Die britische Neobank bindet die Option der Ratenzahlung direkt an die eigene Debitkarte. Revolut

Revolut

Die britische Neobank bindet die Option der Ratenzahlung direkt an die eigene Debitkarte.

Frankfurt Die Pläne kursierten schon länger, nun folgt der offizielle Start: Die britische Neobank Revolut bietet ihren Kunden künftig die Zahlung auf Raten an – auch „Buy now, pay later“ (BNPL) genannt. Das gab die Firma am Freitagmorgen bekannt.

Zunächst ist die Zahlungsoption nur in Irland verfügbar, wo Revolut nach eigenen Angaben 1,9 Millionen Kunden hat. Ende des Jahres soll die Funktion auch in weiteren Märkten verfügbar sein – beginnend mit Polen und Rumänien, heißt es.

Für Joe Heneghan, Chef der Revolut-Bank, sei „pay later“ ein spannendes und schnell wachsendes Segment im Bereich der persönlichen Finanzen und der Verbraucherausgaben. Die neue Funktion gebe den Kunden mehr Kontrolle über ihre persönlichen Finanzen und mehr Flexibilität bei den Ausgaben.

Die britische Neobank bindet die neue Funktion direkt an die eigene Debitkarte. Auch beim Onlinekauf kann sie verwendet werden. Mit dem Schritt startet Revolut in ein wachsendes, aber auch umstrittenes Geschäft. BNPL umfasst den Kauf auf Rechnung sowie den Ratenkauf und ist als Alternative zur Kreditkarte gedacht. BNPL-Anbieter profitieren davon, dass der E-Commerce boomt.

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    Als Gefahr gilt aber, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich durch BNPL relativ leicht verschulden können. In der EU, aber auch in Großbritannien wird an strengeren Regeln für den Online-Ratenkauf gearbeitet. Fraglich ist, wie gut BNPL-Anbieter mit steigenden Zinsen zurechtkommen, die ihre Refinanzierung verteuern.

    Wie sich BNPL von Klarna und Revolut unterscheidet

    Prominentester BNPL-Anbieter in Europa ist das schwedische Finanz-Start-up (Fintech) Klarna, das nach seiner letzten Finanzierungsrunde vor einem Jahr mit knapp 46 Milliarden Dollar bewertet wurde. Kürzlich aber gab Klarna bekannt, dass das Unternehmen zehn Prozent der bisher 7000 Stellen streicht. Die Aktie des US-Wettbewerbers Affirm ist eingebrochen.

    Zudem könnte die Bewertung von Klarna laut Berichten der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ deutlich absacken – auf möglicherweise noch 15 Milliarden Dollar. Klarna äußert sich nicht dazu.

    Allerdings unterscheidet sich das Vorgehen von Zahlungsdienstleistern wie Klarna und Affirm auf der einen Seite und Revolut und Banken wie Barclays auf der anderen Seite. Klarnas Zahlungsmethoden sind direkt beim Onlinehändler eingebunden. Klarna verdient auch in erster Linie an Gebühren, die Händler zahlen. Bei Revolut und Barclays ist die BNPL-Option an die Bezahlkarte gebunden.

    Der Gründer der britischen Neobank Revolut setzt auf Ratenzahlung. ddp/Picture Press/Camera Press/Tom Stockill

    Nikolay Storonsky

    Der Gründer der britischen Neobank Revolut setzt auf Ratenzahlung.

    Möglich ist die Verwendung bei Revolut ab einem Einkaufswert von zwei Euro. Die Höchstgrenze liegt nach eigenen Angaben bei 499 Euro, wobei auch eine Erhöhung des Limits nach vorheriger Prüfung durch die Neobank möglich ist. Das Fintech prüfe demnach bereits vor dem Kauf, ob sich ein Kunde die Kosten für eine bestimmte Ausgabe leisten könne. Nur in diesem Fall werde der Kredit genehmigt, teilte Revolut mit.

    Kunden können die Zahlungen auf drei Monatsraten verteilen. Die erste Rate werde dabei direkt beim Kauf fällig, mit den letzten beiden Raten erhebe Revolut eine Gebühr in Höhe von je 1,65 Prozent der Gesamtsumme, heißt es weiter. Der vollständige Betrag kann laut der Neobank auch vorzeitig ohne zusätzliche Gebühren zurückgezahlt werden. Die BNPL-Funktion werde dabei vollständig in die Revolut-App integriert.

    Revolut inszeniert sich als „Finanz-Super-App“

    Damit fügt das Unternehmen ein weiteres Produkt seinem Portfolio zu. Der N26-Rivale wirbt damit, eine „Finanz-Super-App“ für alle geschäftlichen Angelegenheiten zu sein. Die Neobank bietet unter anderem ein kostenloses Bankkonto an.

    Kunden können auch in Wertpapiere oder auch Kryptowährungen investieren. Revolut hat nach eigenen Angaben 18 Millionen Kunden in 200 Ländern und Regionen. Im Zuge ihrer letzten Finanzierungsrunde von Juli des vergangenen Jahres erreichte die Firma eine Bewertung in Höhe von 33 Milliarden Dollar.

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