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Credit Suisse

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Kleinaktionäre kontra Großaktionäre

Bei ihrer Kritik sparten die Kleinaktionäre allerdings den neuen CEO, Tidjane Thiam, weitgehend aus. Einzig die Übertragung von Bonus-Ansprüchen aus seiner Zeit als Chef von Prudential im Wert von 14 Millionen Franken stand in der Kritik.

Viel mehr hackten die zahlreichen Redner auf Thiams Vorgänger Brady Dougan herum. So forderte zum Beispiel Aktionärsschützer Hans Jacob Heitz, dass Credit Suisse von Dougan dessen alte Boni zurück fordern solle.

Nicht zur Sprache kam interessanterweise der Hickhack um die Verluste von einer Milliarde aus einem Portfolio von Hochzins-Anleihen. Dabei hatte das „Wall Street Journal“ pünktlich zur Hauptversammlung in einem Bericht nachgezeichnet, dass die neue und alte Bank-Führung sich die Schuld für die Verluste gegenseitig in die Schuhe schieben. Bank-Chef Thiam habe zudem darauf bestanden, die Bewertungsverluste ohne Anrechnung von Absicherungsgeschäfte zu kommunizieren - inklusiver dieser Sicherungsgeschäfte hätte der Verlust unter dem Strich nur 300 Millionen Dollar betragen.

Nur Ethos-Vertreter Biedermann wunderte sich über das plötzliche Auftauchen dieser Verluste. „Da droht uns im ersten Quartal sicher noch eine böse Überraschung“, orakelte er.

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    Die Abrechnung der Kleinaktionäre mit der Bankführung zog sich bis in den Nachmittag hinein. Doch er dürfte folgenlos bleiben. Denn die 1600 in Zürich anwesenden Aktionäre stellen nur 1,15 Prozent der Stimmen.

    Sowohl die Großaktionäre aus Katar und Saudi Arabien als auch der mächtige Stimmrechtsberater ISS unterstützten alle Anträge des Verwaltungsrates. So wurde der Vergütungsbericht mit 79,39 Prozent angenommen. Credit-Suisse-Präsident Rohner wurde mit satten 92,19% wiedergewählt (etwa vier Prozentpunkte weniger als 2015).

    Deutsche Bank: Rücktritt nach massivem Druck

    Deutsche Bank

    Rücktritt nach massivem Druck

    Zwei enge Weggefährten gehen im Streit auseinander: Der Chefaufklärer der Deutschen Bank, Georg Thoma, ist erst nach massivem Druck eines von Aufsichtsratschef Paul Achleitner geleiteten Gremiums zurückgetreten.

    Auch der Deutschen Bank steht eine brisante Hauptversammlung bevor – am 19. Mai. Im Aufsichtsrat hat gerade ein heftiger Machtkampf getobt, der mit dem Abgang des Vorsitzenden des Integritätsausschusses, Georg Thoma, endete. Etliche Aktionärsberater sehen die Aufarbeitung von Skandalen bei der Bank kritisch und die Zustimmungsergebnisse zur Arbeit des von Paul Achleitner geführten Aufsichtsrats stehen unter besonderer Beobachtung.

    Zumindest der katarische Investor der Deutschen Bank hat sich im Vorfeld mit einer seltenen öffentlichen Äußerungen hinter Achleitner gestellt. Dessen Votum sollte daher sicher sein – ganz wie in der Schweiz. Einziges Problem: die Kataris halten nur 6,1 Prozent der Anteile.

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