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16.08.2022

20:17

Debit Mastercard

Sparkassen machen ihre digitale Girocard E-Commerce-fähig

Von: Yasmin Osman

Die digitale „Sparkassen-Card“ im Smartphone funktioniert bald als Debit Mastercard. Damit lässt sich leichter online bezahlen – allerdings profitieren nicht alle Sparkassen-Kunden.

Nur rund 50 Sparkassen können ihren Kundinnen und Kunden derzeit die neue digitale Bezahlkarte anbieten. dpa

Geldautomaten der Sparkasse

Nur rund 50 Sparkassen können ihren Kundinnen und Kunden derzeit die neue digitale Bezahlkarte anbieten.

Frankfurt Die deutschen Sparkassen geben ihrer Girocard eine zusätzliche Funktion: Die digitale „Sparkassen-Card“, die in den Apps „Mobiles Bezahlen“ und „Apple Pay“ hinterlegt ist, wird künftig um das Zahlverfahren „Debit Mastercard“ erweitert. Das teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag mit.

Der geschäftsführende DSGV-Vorstand Joachim Schmalzl erläutert: „Das Zahlverfahren Debit Mastercard erweitert das Angebot um Millionen von Akzeptanzstellen in Geschäften weltweit, in Internetshops und Apps.“

Der DSGV bewertet diesen Schritt auch als „klares Bekenntnis zum beliebten Zahlverfahren Girocard“. Das sehen auch andere Experten für den Zahlungsverkehr so. Denn die in Deutschland sehr beliebte und verbreitete Bezahlkarte ist eigentlich unter Druck.

Der Grund: Der Girocard fehlen manche Funktionalitäten anderer Karten, etwa die Möglichkeit, damit im Internet zu zahlen. Einige Banken und Direktbanken ersetzen die Girocard daher zunehmend durch Debitkarten von Visa oder Mastercard.

Derzeit müssen sich alle Banken überlegen, welche Kartenstrategie sie künftig fahren wollen: Bislang waren Girocards international einsetzbar, weil sie mit dem Debit-Zahlverfahren Maestro von Mastercard ausgestattet waren. Doch Mastercard will das Maestro-System ab dem zweiten Halbjahr 2023 in den meisten europäischen Ländern vom Markt nehmen. Das würde die Nutzungsmöglichkeiten der Girocard weiter einschränken.

Kein Vorteil für alle Sparkassenkunden

Virtuelle Karten, die zwei Bezahlverfahren anbieten, sind international selten. Beispiele gibt es nach Auskunft von S-Payment, dem Kompetenzzentrum Payment der Sparkassen-Finanzgruppe, bislang nur in Frankreich, Australien, Neuseeland und Brasilien. Es ist auch nicht sicher, dass das Beispiel der Sparkassen viele Nachahmer findet, denn jedes eingesetzte Bezahlsystem erhöht für die Banken die Kosten.

Allerdings wird auch nicht jeder Sparkassenkunde von den neuen Möglichkeiten profitieren: Freigeschaltet sind nur diejenigen Sparkassenkunden, die bereits eine physische Sparkassen-Card mit den Zahlverfahren Girocard und Debit Mastercard besitzen.

Nach Angaben von S-Payment haben rund 50 der bundesweit über 370 Sparkassen die Girocard mit dem so genannten Co-Badge Debit Mastercard im Einsatz – dabei gibt es das Produkt bereits seit Oktober 2020. Ob eine Sparkasse Karten mit diesen zwei Bezahlverfahren einsetzt, ist ihre eigene Entscheidung.

Kundinnen und Kunden, die physische Karten mit dem doppelten Bezahlsystem besitzen, erhalten die verbesserte digitale Sparkassen-Card laut Verband in den nächsten Wochen automatisch. Sie können sie dann in den Apps „Mobiles Bezahlen“ oder „Apple Pay“ nutzen.

Ende dieses Jahres wollen die Sparkassen neben dem Mastercard-Co-Badge auch die Kombination aus Girocard und „Visa Debit“ einführen. Im ersten Quartal 2023 soll dann die Visa-Debit-Bezahlfunktion auch digital verfügbar gemacht werden.

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