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08.12.2022

17:00

European Payment Initiative

Commerzbank erwägt nun doch, bei neuem EU-Zahlungssystem mitzumachen

Von: Andreas Kröner, Elisabeth Atzler

Nach einer Absage Anfang des Jahres kann sich das Frankfurter Geldhaus eine Teilnahme an EPI nun vorstellen. Jetzt wartet die Commerzbank auf ein „konkretes Angebot“.

Der Commerzbank-Vorstand sagte, die „Wallet-Lösung“, die für EPI 2.0 angedacht ist, sei interessant. Willi Nothers für Euroforum

Jörg Oliveri del Castillo-Schulz

Der Commerzbank-Vorstand sagte, die „Wallet-Lösung“, die für EPI 2.0 angedacht ist, sei interessant.

Frankfurt Im Januar hatte die Commerzbank ihre Teilnahme am Aufbau eines neuen europäischen Zahlungssystems (EPI) noch abgesagt. Nach einer Kursänderung bei EPI erwägt Deutschlands zweitgrößte Privatbank jetzt, bei einer abgespeckten Version des Projekts doch mitzumachen.

EPI plant aktuell die Entwicklung einer sogenannten Wallet, über die Verbraucher verschiedene Bezahlangebote nutzen könnten. Dazu zählen Handy-zu-Handy-Zahlungen, Bezahlen beim Onlineshopping sowie an der Ladenkasse.

„Die Wallet-Lösung, die jetzt mit EPI 2.0 angedacht ist, also Zahlungsverkehrslösungen im E-Commerce-Bereich anzubieten als ersten Schritt, klingt interessant“, sagte Commerzbank-Vorstand Jörg Oliveri del Castillo-Schulz am Donnerstag auf der Handelsblatt-Tagung Banken-Tech. Dieser Ansatz sei „auch von uns unterstützt worden“.

Gleichzeitig machte der Manager deutlich, dass die Commerzbank noch keine Entscheidung über eine Teilnahme getroffen hat. „Jetzt brauchen wir ein konkretes Angebot seitens der EPI-Gesellschaft aus Brüssel, das wir dann beurteilen können“, sagte der IT-Vorstand. „Das liegt noch nicht vor.“

Die europäischen Banken wollen mit EPI unabhängiger von den mächtigen US-Konkurrenten Mastercard, Visa und Paypal werden. Von den ursprünglich rund 30 EPI-Banken sind viele inzwischen aber abgesprungen. Ob das Projekt überhaupt umgesetzt wird, soll laut Finanzkreisen möglichst bis Jahresende entschieden werden. Geplante Entscheidungstermine für das Projekt wurden in der Vergangenheit jedoch auch schon verschoben.

Genossenschaftsbanken werden wohl teilnehmen

Die deutschen Genossenschaftsbanken hatten ihre Teilnahme an EPI so wie die Commerzbank zunächst abgesagt, weil sie mit der ursprünglichen Ausrichtung nicht einverstanden waren. Bei der abgespeckten Version sind die Genossen nun aber aller Voraussicht nach an Bord.

„Die Zeichen für eine Teilnahme der Genossenschaftsbanken stehen gut“, sagte Marija Kolak, die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, kürzlich dem Handelsblatt. Einige Fragestellungen, zum Beispiel, wie viele europäische Banken sich letztlich beteiligen, müssten aber noch geklärt werden.

Zugesagt haben ihre Beteiligungen die Deutsche Bank und die Sparkassen. Der Gesamtvorstand des Deutsche Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) gab für das Projekt am Mittwoch offiziell grünes Licht. „Wir haben unsere bestehenden Beschlüsse bekräftigt und sehen uns als Teil eines Zahlungsverkehrssystems, das Europas Souveränität und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit im Payment-Bereich stärkt“, sagte ein DSGV-Sprecher.

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