Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

11.08.2022

10:26

Fintech

Berliner Smartphonebank Vivid startet Ratenzahlung – und erwägt Übernahmen

Von: Dennis Schwarz

Der N26-Herausforderer erweitert sein Girokontomodell, zunächst aber nur in Deutschland. Das Leistungsangebot in der App soll Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden.

Bislang haben sich über 500.000 Menschen bei dem Fintech angemeldet. Allerdings wird das Konto nicht von allen Anwenderinnen und Anwendern aktiv genutzt. Vivid Money

Banking-App von Vivid Money

Bislang haben sich über 500.000 Menschen bei dem Fintech angemeldet. Allerdings wird das Konto nicht von allen Anwenderinnen und Anwendern aktiv genutzt.

Frankfurt Die Berliner Neobank Vivid bietet ihren Kunden künftig Ratenzahlung an. Das gab die Firma am Donnerstagmorgen bekannt. „Unser Ziel ist, unseren Kunden in den nächsten zwei Jahren eine App mit allen Finanzdienstleistungen anbieten zu können“, sagt Vivid-Mitgründer Alexander Emeshev im Gespräch mit dem Handelsblatt. Deshalb sei der Start von Vivid Now nun der „nächste logische Schritt“.

Vivid bietet Kunden die klassischen Funktionen eines Girokontos an. Zudem können sie ihr Geld auch in Aktien, Fonds oder Kryptowährungen investieren. Die Smartphonebank zählt nach eigenen Angaben über 500.000 Kunden, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Ihre anderen drei Märkte sind Frankreich, Spanien und Italien.

Künftig können Vivid-Kunden nun aus einem weiteren Produktangebot wählen. Ratenzahlungen per Vivid Now ist in drei Optionen unterteilt: „Back-up“, „Auto Split“ und „Free up“.

Bei der Back-up-Funktion kann ein Dispokredit in Anspruch genommen werden, wobei der effektive Jahreszins zwölf Prozent beträgt. Sowohl bei „Auto Split“ als auch bei „Free up“ wird der Betrag in drei Raten aufgeteilt. Bei rechtzeitiger Rückzahlung sollen bei den beiden Optionen die Zinsen entfallen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bevor Vivid Now allerdings für Kunden freigeschaltet wird und sie die Ratenzahlung nutzen können, werden laut der Firma allgemeine Informationen zu den Einkommensverhältnissen abgefragt sowie eine Schufa-Abfrage durchgeführt. Dementsprechend wird auch das Überziehungslimit festgelegt, das bei maximal 5000 Euro liegt. „Wir ermöglichen dieses Angebot nur solventen Kunden, die wir vorher eingehend geprüft haben. So wollen wir auch die Gefahr einer Schuldenfalle minimieren“, sagt Produktchef Charles Spencer.

    Angebot zunächst nur ein Deutschland

    Zunächst bietet das Unternehmen die Ratenzahlung nur ihren Kunden in Deutschland an. In diesem Jahr soll aber noch ein weiterer Markt hinzukommen.

    Nutzer zahlen eine Grundgebühr in Höhe von 2,5 Prozent des Gesamtbetrags, die für alle Zahlungsoptionen gilt. Ausgenommen sind Nutzer des Premiumangebots der Smartphonebank.

    Insgesamt rechnet die Firma in den kommenden Monaten nur mit einem geringen Kundenwachstum. Vivid schließe derzeit „zahlreiche inaktive Konten“ von Kunden, die über Monate hinweg die Produktangebote nicht in Anspruch genommen haben, erklärt Emeshev. Denn bis Ende des kommenden Jahres will das Unternehmen operativ profitabel sein. Da belasten inaktive Kunden die Bilanz.

    Zu den Wettbewerbern der Smartphonebank zählt Emeshev Neobanken wie N26 oder Revolut aus Großbritannien, die bereits ähnliche Ratenzahlungsprodukte anbieten – aber auch Neobroker wie Trade Republic. „Der Unterschied ist: Wir wollen alles in einer App anbieten und nicht nur einen Teilbereich“, sagt der Vivid-Mitgründer. So bietet N26 im Vergleich keinen Handel mit Kryptowährungen an, während Trade Republic sich nur darauf spezialisiert hat.

    Da Vivid keine eigene Banklizenz besitzt, arbeitet das Unternehmen mit der Berliner Solaris zusammen – wie auch der bisherige Wettbewerber Nuri. Die Berliner Kryptobank musste am Dienstag jedoch Insolvenz anmelden, da sie von Investoren kein frisches Kapital mehr erhalten hat.

    Übernahmeoptionen werden geprüft – Kein Kommentar zu Nuri

    Vivid bewies da ein besseres Timing. Im Februar dieses Jahres schlossen die Berliner eine Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Euro ab. Dadurch steigerten sie ihre Bewertung nach eigenen Angaben auf 775 Millionen Euro. „Wir hatten sehr viel Glück, was den Zeitpunkt der Finanzierungsrunde angeht“, sagt Emeshev rückblickend.

    Den Kapitalpuffer will er nun nutzen: Nach eigenen Angaben schaut sich die Smartphonebank nach möglichen Übernahmeoptionen um. „Davon gibt es derzeit eine Menge“, sagt der Vivid-Mitgründer. Ob Nuri auch dazugehöre, wollte Vivid auf Nachfrage nicht kommentieren.

    Mehr: Guthaben, Überweisungen, Bitcoins – Was Kunden zur Pleite von Nuri wissen müssen

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×