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23.11.2022

15:55

Geldbuße

Insiderhandel-Verdachtsfall: LBBW muss knapp 500.000 Euro zahlen

Von: Elisabeth Atzler, Andreas Kröner

Die Finanzaufsicht Bafin verhängt eine Strafe gegen die Landesbank. Das legt ein gravierendes Versäumnis der LBBW nahe. Details will das Institut nicht verraten.

Das Institut muss knapp eine halbe Million Euro Bußgeld bezahlen. dpa

Landesbank Baden-Württemberg

Das Institut muss knapp eine halbe Million Euro Bußgeld bezahlen.

Frankfurt Die Finanzaufsicht Bafin hat eine Geldbuße in Höhe von 498.000 Euro gegen die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erlassen. Dabei geht es um eine unterbliebene Verdachtsmeldung mit Blick auf Insiderhandel.

Die Bafin hatte die Strafe bereits vor zwei Wochen verhängt. Die LBBW habe es unterlassen, die Aufsicht „unverzüglich über den begründeten Verdacht zu unterrichten, dass ein Auftrag vorliegt, der bezüglich eines Finanzinstruments einen Insiderhandel darstellt“.

Nach eigenen Angaben akzeptiert die Bank das Bußgeld. „Der Vorwurf des Insiderhandels richtete sich nicht gegen einen Mitarbeitenden der Bank, sondern gegen einen Kunden“, erklärte die LBBW. „Weitere Details dazu können wir aufgrund des Bankgeheimnisses nicht nennen.“

Die Strafe gegen die LBBW ist außergewöhnlich und legt nahe, dass es sich um ein gravierendes Versäumnis der Landesbank handelte. Zudem deutet die Begründung der Bafin darauf hin, dass sie bei der LBBW unabhängig vom sanktionierten Fall grundsätzliche Mängel beim Umgang mit verdächtigen Geschäften sieht. Die LBBW mit Sitz in Stuttgart ist die größte deutsche Landesbank.

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    Seit dem Amtsantritt von Bafin-Chef Mark Branson im Sommer 2021 prangert die Finanzaufsicht vermehrt öffentlich Mängel bei Banken und anderen Finanzdienstleistern an. Sie informiert seitdem regelmäßig über höhere Kapitalzuschläge für einzelne Banken, den Einsatz von Sonderbeauftragten, Durchsuchungen oder verhängte Geldbußen.

    Branson zufolge handelt es sich dabei um eine bewusste Entscheidung: „Es geht nicht darum, Institute an den Pranger zu stellen“, sagte er im Frühjahr auf einer Pressekonferenz der Bafin. „Aber es ist wichtig, dass alle Institute sehen, was unsere Erwartungen sind: was geht und was geht nicht.“

    Nach dem Wirecard-Skandal sei es auch ein Anliegen des Gesetzgebers gewesen, dass die Bafin transparenter werde. Zudem könnten öffentliche Mitteilungen über Strafen für den gesamten Finanzsektor „generalpräventive Wirkung“ haben, sagte Branson.

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