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04.04.2022

11:22

Handelsblatt-Ranking

Die besten Anbieter für flexible Ratenkredite

Von: Imke Reiher

Die Rekordinflation verteuert die täglichen Einkäufe, senkt umgekehrt aber die reale Zinsbelastung von Ratenkrediten. Für wen lohnt sich das? Eine Liste der besten Anbieter.

Die besten Anbieter für flexible Ratenkredit. dpa

Vergleichsplattform für Ratenkredit

Die besten Anbieter für flexible Ratenkredit.

Köln Ein neues Auto, ein teures Möbel oder die Küchenrenovierung – mit einem Ratenkredit lassen sich solche Ausgaben in Etappen finanzieren. Und in Zeiten steigender Preise lohnt sich das womöglich erst recht. „Gerade die steigende Inflation verleitet viele Leute, jetzt noch größere Anschaffungen zu tätigen, bevor sie noch teurer werden. Zum anderen ist durch Corona ein gewisser Nachholeffekt festzustellen, was auch die Nachfrage nach Ratenkrediten erhöht“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung.

Herbst hat Angebote verschiedener Anbieter verglichen und festgestellt: Nicht nur die Zinsen, auch die sonstigen Konditionen unterscheiden sich mitunter erheblich – was zu entsprechenden Preisunterschieden führt. Da hilft es, wenn ein Interessent weiß, worauf es zu achten gilt, um die für ihn günstigsten Konditionen zu identifizieren.

Die FMH-Finanzberatung hat 24 Ratenkredite mit einer Laufzeit von 24 bis 84 Monaten mit Blick auf Vorlaufzeit, Zinsen, mögliche Aussetzungen der Rate, Sondertilgungen und vorzeitige Rückzahlungen ausgewertet. Das allgemeine Ergebnis fiel unter dem Strich durchaus positiv aus: Jeder dritte Ratenkredit bekam dank hoher Flexibilität und fairer Vertragsbedingungen die Bestnote „sehr gut" verliehen.

Das flexibelste Angebot bietet die Ikano Bank. Der Ratenkredit kommt ohne Vorlaufzeiten daher, Sondertilgungen sowie eine vorzeitige Rückzahlung sind kostenfrei möglich. Zudem können Kunden die Rate drei Mal im Jahr für jeweils maximal zwei Monate aussetzen.

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    Das alles hat allerdings seinen Preis: Der ermittelte Effektivzins fällt mit 4,74 Prozent höher aus als beim Gros der Produkte. Diesbezüglich landet das Angebot auf Platz drei der teuersten Kreditzinsen.

    Der teuerste Ratenkredit stammt übrigens von der Postbank, wo FMH einen Wert von 6,42 Prozent ermittelt hat. Der Ratenkredit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden folgt mit etwas Abstand und einem durchschnittlichen Effektivzins von 6,04 Prozent.

    Genossenschaftsbanken mit günstigstem Zins

    Den günstigsten Zins von allen ausgewerteten Angeboten bietet der Ratenkredit der PSD Bank West mit 2,49 Prozent. Achtung: Die Konditionen für einen konkreten Ratenkredit hängen von der Höhe der ausbezahlten Summe und der jeweiligen Laufzeit ab.

    Der in der Tabelle ausgewiesene mittlere Effektivzins bietet vor allem eine Orientierungshilfe, um Angebote mit gleicher Laufzeit miteinander zu vergleichen. Anders als beim Sollzins, dessen Höhe sich allein vom allgemeinen Zinsniveau der EZB ableitet, sind im effektiven Jahreszins alle Kosten und Gebühren enthalten, die mit einem Kredit einhergehen.

    Insgesamt finden sich in der FMH-Auswertung vier Ratenkredit-Angebote von Filialen der PSD Bank: darunter auch das unflexibelste, das von der PSD Bank Hannover stammt. Der Effektivzins liegt mit 3,29 Prozent im Mittelfeld. Doch ist eine Aussetzung der Rate nicht möglich, genauso wenig wie kostenfreie Sondertilgungen oder eine kostenfreie vorzeitige Rückzahlung. Das kann den Kredit verteuern.

    In der FMH-Auswertung ist das Angebot daher auch das einzige, das die Bewertung „weniger gut" erhält – die schlechteste von allen. Neun weitere Angebote hat die FMH-Finanzberatung in der Stufe darüber als „okay" eingestuft.

    Möglichst lange Laufzeiten können sinnvoll sein

    Ratsam sei es für Kunden in der Regel, möglichst lange Laufzeiten zu wählen, „weil dann die Rate niedriger wird und man nicht so schnell in Zahlungsschwierigkeiten kommt“, rät Experte Max Herbst. Einen weiteren Tipp gibt Meysam Ashori-Fard, Spezialist für Ratenkredite bei Dr. Klein in Hamburg: „Es sollte außerdem immer geprüft werden, ob bestehende Ratenkredite umgeschuldet und mit neuen Darlehen zusammengefasst werden können. So lassen sich die Gesamtkosten zum Teil erheblich reduzieren.“

    Die Finanzexperten gehen davon aus, dass die Zinsen für Ratenkredite in den kommenden Monaten steigen werden. Einerseits ist das die Folge der anziehenden Inflation, die inzwischen höher liegt als alle Zinsen im Vergleichsfeld.

    Andererseits ist abzusehen, dass die EZB bald die Leitzinsen erhöhen und Anleihekäufe reduzieren wird. „Dies bedeutet wieder normale Verzinsung beim Tagesgeld und Festgeld und somit auch Zinserhöhungen beim Ratenkredit“, sagt Herbst.

    Gleichzeitig werden die Refinanzierungsbedingungen für die Banken teurer. „In letzter Zeit war der Realzins – also der Zins abzüglich der Teuerungsrate – negativ. Das wird sich demnächst wieder normalisieren“, ist Ashori-Fard überzeugt.

    Auch eine etwas restriktivere Kreditvergabe ist denkbar. Einen Einbruch beim Ratenkreditgeschäft sieht Herbst dennoch aber erst mal nicht.

    Der Krieg in der Ukraine wirkt sich offenbar auch in dem Bereich aus. So schürt er bei vielen einerseits Zukunftsängste. Auf der anderen Seite rückt das Thema Energieversorgung bei etlichen Leuten stärker in den Fokus – das weckt eine gewisse Investitionslust: „Wir stellen fest, dass der Krieg beispielsweise zu erhöhtem Interesse für Photovoltaikanlagen und energetische Sanierungen führt“, sagt Ashori-Fard. Viele Menschen wollten sich unabhängig von Gas- und Ölpreisen machen und investierten in alternative Energieerzeugung.

    Bei einem solchen Vorhaben könnte es auch Sinn machen, über einen zweckgebundenen Ratenkredit nachzudenken, da dieser meist mit günstigeren Zinsen einhergeht. Aber dazu bräuchte es dann noch mal einen anderen Vergleich.

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