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31.05.2021

04:04

Handelsblatt testet

Diese Autokredite bieten niedrige Zinsen und maximale Flexibilität

Von: Julia Groth

Die Autokäufe ziehen wieder an, damit steigt auch die Nachfrage nach Autokrediten. Um die bestmöglichen Konditionen zu bekommen, sollten Kunden Angebote vergleichen. Ein Überblick.

Autokäufer sollten immer sowohl nach klassischen Raten- als auch nach Autokrediten fragen. gms

Autokauf

Autokäufer sollten immer sowohl nach klassischen Raten- als auch nach Autokrediten fragen.

Köln Mit der sinkenden Zahl von Corona-Neuinfektionen, steigt die Einkaufslust der Verbraucher. Auch in Autohäusern macht sich Zuversicht breit. Die Autoindustrie rechnet damit, dass ihre Verkaufszahlen in der zweiten Jahreshälfte deutlich steigen, zeigt eine aktuelle Studie von Pricewaterhouse-Coopers (PwC). In Europa prognostiziert die Unternehmensberatung dem Pkw-Markt ein Wachstum von zehn Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2020.

Damit wäre das Vorkrisenniveau zwar noch nicht wieder erreicht. Aber der Trend zeigt klar nach oben – nicht zuletzt aufgrund von E-Autos, die sich bei Käufern dank staatlicher Förderung wachsender Beliebtheit erfreuen.

Mit der Zahl der Autokäufe dürfte auch die Kreditnachfrage anziehen. Wer sich beim Autokauf Unterstützung von der Bank holen will, bekommt in manchen Fällen spezielle Autokredite angeboten. Diese punkten oft mit guten Konditionen. In den vergangenen Monaten seien die Zinsen einzelner Autokredite sogar leicht gesunken, berichtet Ania Scholz-Orfanidis, Kreditexpertin der FMH-Finanzberatung. Eine Auswertung des Finanzdienstleisters für das Handelsblatt zeigt, wo Bankkunden besonders günstige Angebote finden.

Autokredite sind zweckgebundene Ratenkredite, zum Kauf oder zur Reparatur eines Autos, Motorrads oder Wohnmobils, mitunter auch eines E-Bikes. „Früher boten Autokredite günstigere Konditionen als normale Ratenkredite. Das ist allerdings kaum noch der Fall“, sagt Scholz-Orfanidis.

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    So mussten Autokreditnehmer einst grundsätzlich den Fahrzeugbrief des neuen Wagens bei der Bank hinterlegen. Das Kreditinstitut hatte damit eine Sicherheit in der Hinterhand und konnte mit besonders niedrigen Zinsen kalkulieren. Heute verlangen Banken diese Sicherheit nur noch vereinzelt. Diese Entwicklung bietet Kunden mehr Flexibilität, etwa, wenn sie das neue Auto vor Ende der Kreditlaufzeit wieder verkaufen wollen – dazu benötigt man schließlich den Fahrzeugbrief. Sie sorgt aber auch dafür, dass sich Auto- und herkömmliche Ratenkredite kaum noch unterscheiden.

    ING bietet Kunden viel Flexibilität

    Die FMH-Experten haben Autokredite von rund zwei Dutzend Anbietern untersucht, von bundesweit tätigen Instituten und regionalen Geldhäusern. Autobanken sind in der Auswertung nicht vertreten. Das liege daran, dass sie ihre Autokredite oft nur über Vertragshändler vergeben, erklärt Scholz-Orfanidis. „Da hat man dann ganz andere Konditionen.“

    Unter den breit aufgestellten Geschäftsbanken finden Autokäufer zum Beispiel bei der ING ein zinsgünstiges Darlehen. Unabhängig von ihrer Bonität und auch unabhängig von der Laufzeit des Kredits zahlen Kunden dort 2,39 Prozent Zinsen pro Jahr. Der Fahrzeugbrief muss nicht hinterlegt werden, Sondertilgungen sind kostenfrei möglich. Damit bietet das Institut mit den niederländischen Wurzeln seinen Kunden viel Flexibilität. Von FMH gibt es dafür die Bestnote „sehr gut“.

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    Die PSD Bank Nürnberg und die SWK Bank schneiden immerhin mit der zweitbesten Note „gut“ ab. Erstere nimmt mit 2,83 Prozent pro Jahr jedoch deutlich höhere Zinsen als der Klassenbeste. Die rheinland-pfälzische Direktbank SWK ist wiederum eines der wenigen Institute, bei denen Kreditnehmer den Kfz-Brief als Sicherheit hinterlegen müssen. Bei beiden Banken reichte es deshalb nicht für die Top-Note.

    Kunden sollten Autokredite mit klassischen Angeboten vergleichen

    Bonitätsunabhängige Kredite gibt es immer seltener. Die meisten Banken schauen auf die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden und machen ihnen ein entsprechendes Zinsangebot. Banken werben bei solchen Angeboten gern mit den Konditionen für Kunden mit bester Bonität. Die können sich sehen lassen: Bei der Bank of Scotland und der Postbank, die in dieser Kategorie am besten abschnitten, zahlen Autokreditnehmer gerade einmal 1,48 beziehungsweise 1,55 Prozent effektiven Jahreszins Note „sehr gut“. Auch hier gibt es aber einen Fallstrick: „Die beste Bonität bekommt kaum jemand“, sagt Scholz-Orfanidis.

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    Eine Hilfestellung beim Vergleich bonitätsabhängiger Zinsen ist der sogenannte Zweidrittelzins – der Zins, den mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer höchstens zahlen. In diesem Fall steht im FMH-Vergleich unter den bundesweit tätigen Instituten die genossenschaftliche BBBank vorn, die als einzige Bank die Note „sehr gut“ erhalten hat – dank eines Zinssatzes von 2,99 Prozent und großzügigen Regeln zu Sondertilgungen und Tilgungspausen.

    Der zweite Platz geht an die Commerzbank. Der effektive Zwei-Drittel-Jahreszins beträgt dort ebenfalls 2,99 Prozent, das Darlehen ist aber nicht so flexibel anpassbar wie beim Klassensieger.

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    Um die bestmöglichen Konditionen zu bekommen, sollten Autokäufer immer sowohl nach klassischen Raten- als auch nach Autokrediten fragen und schauen, welches Angebot günstiger ist – und zwar bei mehreren Banken. Das ist zwar etwas aufwendig, kann sich aber lohnen.

    „Wer die aktuellen Kreditangebote genau unter die Lupe nimmt, stellt fest: Die Kreditzinsen der einzelnen Anbieter klaffen weit auseinander“, schreibt Sebastian Schick vom Zinsvergleichsportal Biallo.de. „Oft ist es sogar so, dass die Konditionen bei ein und derselben Bank unterschiedlich ausfallen.“ Je nachdem, wo man wohnt, ob man in die Filiale geht oder ein Darlehen online abschließt. Schicks Rat: Ratenkredite immer online vergleichen.

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