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11.08.2022

15:00

Harris Associates

Großinvestor von Credit Suisse ist einflussreicher als bislang bekannt

Von: Jakob Blume

Die US-Investmentgesellschaft hält im Kundenauftrag mehr Aktien an der Großbank als zuvor veröffentlicht. Einen Strategiewechsel verneint Harris Associates.

Der Kurs der Bank geriet nach einer Serie von Skandalen unter Druck. Reuters

Credit Suisse in Bern

Der Kurs der Bank geriet nach einer Serie von Skandalen unter Druck.

Zürich Der US-Investor Harris Associates hält deutlich mehr Aktien der Credit Suisse als bislang bekannt. Wie aus Pflichtmeldungen für die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, beläuft sich der gehaltene Anteil an der Schweizer Großbank auf rund 10 Prozent.

Harris hielt demnach Ende Juli 266 Millionen Aktien der Großbank. Damit ist der US-Investor der mit Abstand größte Anteilseigner. Lange Zeit hatte die Credit Suisse Harris Associate als Großaktionär mit einer Beteiligung von fünf Prozent ausgewiesen.

David Herro, Anlagechef von Harris Associates, sagte jedoch der Nachrichtenagentur Bloomberg, seine Gesellschaft habe die Anteile nicht nennenswert aufgestockt. Der verdoppelte ausgewiesene Anteil liege an einer Änderung der Berichtspraxis. Harris Associates hält im Kundenauftrag weitere Credit-Suisse-Aktien, vertritt jedoch nicht in allen Fällen die Stimmrechte der Aktien.

Einige Anteilsscheine seien jedoch in US-Aktien der Großbank, sogenannte American Depositary Receipts (ADR), umgewandelt worden. Diese hätten Pflichtmitteilungen bei der Börsenaufsicht erfordert. „Unser Anteil ist in etwa stabil geblieben: in der Regel zwischen neun und zehn Prozent“, bestätigte Harris-Anlagechef Herro der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“.

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    Hohe Kursverluste bei Credit Suisse

    Harris Associates hält seit 2013 Anteile an der zweitgrößten Schweizer Bank. Ein erfolgreiches Investment war der Einstieg bei dem Züricher Geldhaus nicht: Seither ist der Aktienkurs der Bank um 78 Prozent gefallen. Damit ging es mehr als doppelt so stark abwärts wie für einen Index europäischer Bankwerte.

    Der Kurs geriet nach einer Serie von Skandalen unter Druck. Zudem gab es Umstrukturierungsmaßnahmen unter vier Konzernchefs. Im Juli fiel die Credit-Suisse-Aktie unter die Marke von fünf Franken und damit auf ein Rekordtief. Seither hat sich der Aktienkurs nur leicht erholt.

    Herro gehörte in den vergangenen Jahren zu den besonders öffentlichkeitswirksamen Aktionären der Credit Suisse. Er äußerte sich kritisch über den früheren Bankpräsidenten Urs Rohner, der den Konzern vergangenes Jahr verließ. Er unterstützte jedoch den früheren Bankchef Thomas Gottstein, der im vergangenen Monat ersetzt wurde.

    Mit Material von Reuters und Bloomberg.

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