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12.07.2022

14:32

Inflation

Sondersteuer für Spaniens Banken – Aktienkurse in ganz Europa reagieren deutlich

Von: Sandra Louven

Die Häuser des Geldes sollen zahlen: Spaniens Regierung belegt die Banken des Landes mit einer milliardenschweren Sonderabgabe – wegen der hohen Inflation.

Der Aktienkurs der spanischen Großbank fiel nach Verkündigung der Sondersteuer um mehr als fünf Prozent. dpa

Banco Santander

Der Aktienkurs der spanischen Großbank fiel nach Verkündigung der Sondersteuer um mehr als fünf Prozent.

Madrid Um den Verbrauchern zu helfen, die hohe Inflation zu schultern, besorgt sich der spanische Premierminister Pedro Sánchez Geld von den Banken. Seine sozialistisch-linkspopulistische Regierung belegt sie zwei Jahre lag mit einer Sondersteuer. Die soll dem spanischen Staat pro Jahr 1,5 Milliarden Euro einbringen.

Die überraschende Ankündigung hat die Aktien der großen spanischen Banken ins Minus gedrückt. Caixabank verlor gut neun Prozent, BBVA und Santander je 5,5 Prozent. Insgesamt ist die Marktkapitalisierung der fünf größten spanischen Banken am Dienstag um sechs Milliarden Euro geschrumpft.

Auch ausländische Banken gaben nach, die Deutsche Bank verlor rund zwei Prozent. Für die Institute kommt der Einschnitt just zu einem Zeitpunkt, an dem sie durch das Ende der Nullzinsen wieder auf höhere Margen hofften. Angesichts der drohenden Rezession ist die Sondersteuer eine extrem schlechte Nachricht.

Sánchez erklärte den Schritt am Dienstag damit, dass die Lasten der hohen Inflation und des Kriegs in der Ukraine „gerecht und gleichmäßig“ verteilt werden müssten. „Wir werden nicht dulden, dass Unternehmen oder Einzelpersonen die Krise auf Kosten der großen Mehrheit ausnutzen, denn die Schwierigkeiten der Mehrheit können nicht die Freude einer Minderheit sein“, erklärte er am Dienstag bei der Debatte zur Lage der Nation.

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    Er bittet auch Energiekonzerne zur Kasse und besteuert zwei Jahre lang die durch den hohen Gaspreis erzielten Sondergewinne. Damit will er zwei Milliarden Euro pro Jahr einnehmen. Anders als im Fall der Banken hatte die Regierung diese Steuer aber bereits als Option genannt. Die Aktien der Energie-Unternehmen reagierten deutlich weniger stark.

    Zahlreiche Regierungen versuchen derzeit, die Folgen der Inflation für die Bevölkerung zu mildern. In Spanien lag die Teuerungsrate im Juni bei 10,2 Prozent und damit über dem EU-Durchschnitt.

    Im kommenden Jahr sind Parlamentswahlen in Spanien und Sánchez“ Sozialisten liegen in Umfragen deutlich hinter der oppositionellen Partido Popular. Als Hilfe für Verbraucher kündigte Sánchez unter anderem drei Monate lang die kostenlose Nutzung von Nahverkehrszügen an.

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