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Interview

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Muss das Bankbuch mit den längerfristigen Anlagen in die Stresstests einbezogen werden?

Grundsätzlich ja. Bei Staatsanleihen könnte die Einbeziehung von Positionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, aber Zweifel am europäischen Rettungsschirm säen. Die Neigung von Kreditinstituten und Investoren, die betreffenden Staatsanleihen zu risikogerechten Renditen zu erwerben, würde darüber hinaus durch Einbeziehung in Stresstests nicht gerade gestärkt.

Ist es sinnvoll, Testergebnisse mit Blick auf die Liquidität der Banken zu veröffentlichen?

Die Veröffentlichung detaillierter Liquiditätsdaten ist sensibler als die Stressergebnisse zur Ertrags- und Kapitalsituation. Die Gefahr, dass die Veröffentlichung solcher Daten einen Stress verschärft oder erst auslöst, ist nicht von der Hand zu weisen. Ich halte deshalb den sich abzeichnenden Weg für sinnvoll, Analysen zur Liquidität getrennt vom allgemeinen Stresstest durchzuführen und sie intern durch die europäischen und nationalen Aufsichtsinstitutionen auszuwerten. Im Übrigen sehen die künftigen ab 2015 geltenden Baseler Regeln gewissermaßen eine ständige Stresskontrolle der Liquidität vor. Die künftige Liquiditätskennziffer soll ja den Liquiditätsstatus unter Stressannahmen, zum Beispiel einem Abfluss kurzfristig festgelegter Gelder, wiedergeben.

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    Unterscheiden sich die Stresstests von den regelmäßigen Tests der Aufsichtsichtsbehörden?

    Methodisch gibt es keine großen Unterschiede. Allerdings können die bankspezifischen und sektoralen Stresstests der Aufsichtsinstitutionen auf die Risiken einzelner Portfolien - etwa spezieller Immobilienmärkte oder abstrakter Verbriefungen - genauer eingehen als dies bei europaweiten Verfahren der Fall ist.

    Der IWF hat jetzt für einige Länder auch Stresstests angekündigt. Wird das nicht allmählich zuviel für die Banken?

    Die Stabilitätsuntersuchungen des IWF, so wie sie sich abzeichnen, haben einen etwas anderen Fokus als die geplanten europäischen Stresstests und stellen mehr auf sektorale Analysen ab. Wir hoffen, eine Mehrfachbelastung der Institute vermeiden zu können.

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