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23.06.2022

12:43

Italien

Krisenbank Monte dei Paschi plant milliardenschwere Kapitalerhöhung

Die neue Strategie der Bank sehe auch eine Schließung von elf Prozent der Filialen vor. Zudem sei eine Aktionärsversammlung geplant, um die Kapitalerhöhung zu bestätigen.

Die Banca Monte dei Paschi di Siena ist eines der größten Kreditinstitute Italiens und gilt als die älteste noch existierende Bank der Welt. imago/sepp spiegl

Monte dei Paschi di Siena

Die Banca Monte dei Paschi di Siena ist eines der größten Kreditinstitute Italiens und gilt als die älteste noch existierende Bank der Welt.

London Die Steuerzahler müssen der verstaatlichten italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) erneut unter die Arme greifen. Das älteste Geldhaus der Welt plant eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Davon soll die italienische Regierung als Mehrheitsgesellschafter 1,6 Milliarden Euro stemmen. Wie MPS am Donnerstag mitteilte, soll mit der milliardenschweren Geldspritze ein Sanierungsplan finanziert werden, mit Hilfe dessen der Nettogewinn in den nächsten drei Jahren verdreifacht werden soll.

Im Rahmen der neuen Strategie will Bankchef Luigi Lovaglio elf Prozent der Filialen dicht machen und auf freiwilliger Basis rund 4000 Mitarbeiter abbauen – was eine einmalige Belastung von 800 Millionen Euro nach sich zieht. Zudem sollen die Tochtergesellschaften MPS Capital Services, MPS Leasing & Factoring und die IT-Dienstleistungen in die Bank-Gruppe integriert werden. Der Kostenanteil der Einnahmen von 71 Prozent im vergangenen Jahr soll mit diesen Maßnahmen auf 60 Prozent im Jahr 2024 gesenkt werden.

Dem krisengeplagte toskanische Geldhaus zufolge soll die Kapitalerhöhung, die für das vierte Quartal geplant ist, bis Freitag bei der Europäischen Zentralbank (EZB) beantragt werden. Zudem habe MPS mit einer Gruppe von Banken vereinbart, dass sie die bisher unverkauften Aktien ankaufen. Die globale Koordination der Aktienemission sollen die Bank of America, Citigroup, Credit Suisse und Mediobanca übernehmen. Das Geldhaus plane eine Aktionärsversammlung, um die Kapitalerhöhung zu bestätigen.

Italien hatte MPS 2017 mit 5,4 Milliarden Euro vor dem Kollaps gerettet und hält seitdem 64 Prozent der Anteile an dem Institut. Die Regierung hatte seit langem eine Fusion mit einem stärkeren Partner als beste Lösung für die toskanische Bank gesehen. Die Restrukturierungspläne kommen nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit Unicredit. Die EU-Kommission hatte einen Plan zum Verkauf der Krisenbank bis Ende 2021 gefordert. Bankchef Lovaglio geht davon aus, dass die Kommission die Frist bald verlängern dürfte.

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