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03.07.2022

17:19

Krypto-Hedgefonds

Schulden machen und auf Krypto wetten ging schief: Hedgefonds Three Arrows Capital ist insolvent

Von: Katharina Kort

Der Hedgefonds war einer der wichtigsten Spieler in der Kryptowelt. Gläubigern drohen nun Schäden in dreistelliger Millionenhöhe.

Der Insolvenzantrag von Three Arrows Capital in Manhattan kommt nur wenige Tage, nachdem die Firma auf den Virgin Islands in die Insolvenz gezwungen wurde. Reuters

Blick auf New York

Der Insolvenzantrag von Three Arrows Capital in Manhattan kommt nur wenige Tage, nachdem die Firma auf den Virgin Islands in die Insolvenz gezwungen wurde.

New York Der Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC) hat am späten Freitag in New York Insolvenz angemeldet. Damit hat die Kryptobranche einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Das Geschäftsmodell von Three Arrows Capital basierte darauf, sich hoch zu verschulden, um aggressiv auf Kryptowährungen zu wetten. Doch dieses Modell geht nur so lange gut, wie die digitalen Währungen boomen. In den vergangenen Monaten sind die Kryptokurse dagegen massiv gefallen, sodass bereits von einem Kryptocrash die Rede ist.

Die bekannteste digitale Währung, der Bitcoin, hat gegenüber seinem Höchstkurs im November zwei Drittel seines Werts eingebüßt. Bei anderen Währungen sieht es noch dramatischer aus. Der Marktwert der führenden 500 Kryptowährungen ist von 3,2 Billionen Dollar im November auf zuletzt eine Billion Dollar gefallen.

Der Three Arrows Capital Funds war einer der wichtigsten Spieler in der Kryptowelt. Er war von den Credit-Suisse-Händlern Zhu Su und Kyle Davies gegründet worden und verwaltete zwischenzeitlich ein Vermögen von rund zehn Milliarden Dollar. Damit war 3AC der größte Krypto-Hedgefonds.

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    Der Insolvenzantrag in Manhattan kommt nur wenige Tage nachdem die Firma auf den Virgin Islands in die Insolvenz gezwungen wurde, weil sie ihre Schulden in Höhe von 80 Millionen Dollar an den digitalen Handelsplatz Deribit nicht zahlen konnte. Deribit ist auf Derivate auf Kryptowährungen spezialisiert.

    Three Arrows Capital hat zwar seinen Sitz in Singapur, der rechtliche Sitz befindet sich jedoch auf den British Virgin Islands. Mit dem Insolvenzantrag in New York können nun die Anwälte den Fonds auf den Virgin Islands abwickeln.

    Auch den Kredit in Höhe von 660 Millionen Dollar bei Voyager Digital kann 3AC derzeit nicht zurückzahlen. Das teilte das auf Kredite für Kryptoanbieter spezialisierte Unternehmen mit Sitz in Kanada vor wenigen Tagen mit.

    „Bedeutende Zahl an Gläubigern“

    Der Insolvenzverwalter Teneo, der die Insolvenz von Three Arrows auf den Virgin Islands abwickeln soll, teilte dem New Yorker Gericht mit, dass er damit rechnet, dass „eine bedeutende Zahl an Gläubigern“ Forderungen an den Hedgefonds stellen wird.  

    Blockfi, einer der größten Kryptogläubiger, hat ebenfalls am Freitag mitgeteilt, dass er wegen des Zusammenbruchs von Three Arrows 80 Millionen Verlust angehäuft hat. Blockfi hat am Freitag auch ein Abkommen mit der Krypto-Handelsplattform FTX bekannt gegeben. Danach bekommt Blockfi frisches Kapital im Tausch gegen die Möglichkeit, das Unternehmen für 240 Millionen Dollar zu übernehmen.

    Three Arrows hat nicht nur in New York und auf den Virgin Islands Probleme. Auch in Singapur untersucht die Finanzaufsicht die Geschäfte des Hedgefonds. Die Aufsicht wirft dem Fonds vor, falsche Informationen gegeben zu haben. Sie teilte mit, dass sie den Anbieter seit einem Jahr untersucht.

    Zunächst hatte Three Arrows seinen kompletten Sitz in Singapur, bevor es seinen juristischen Sitz auf die Virgin Islands verlegte. Im vergangenen Jahr, als die Kryptomärkte ihren Höhepunkt erreichten, wurde das Unternehmen bekannt, als Zhu, einer der beiden Gründer, die Theorie eines „Superzyklus“ befeuerte. Er argumentierte, dass die Preise weiter steigen werden, weil immer mehr konventionelle Spieler wie Banken in den Markt eingestiegen seien.

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