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27.06.2022

17:13

Kryptowährungen

„Kunden vor unkalkulierbaren Risiken schützen“ – Sparkassen wollen keinen Kryptohandel anbieten

Von: Elisabeth Atzler

Die Spitzengremien des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes warnen vor „unkalkulierbaren Risiken“ und raten vom Handel mit Kryptowährungen ab.

Einige der gut 360 Sparkassen bieten den Handel mit Kryptowährungen bereits an. dpa

Sparkasse

Einige der gut 360 Sparkassen bieten den Handel mit Kryptowährungen bereits an.

Frankfurt Die deutschen Sparkassen wollen den Handel mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin vorerst nicht anbieten. Das haben Vertreter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) am Montag entschieden. Es sei Aufgabe von Sparkassen, „Kundinnen und Kunden vor unkalkulierbaren Risiken zu schützen“, teilte der DSGV am Nachmittag mit. „Deswegen empfehlen die Gremien den Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe, den Handel mit Kryptowährungen nicht anzubieten.“

Zuletzt hatte sich bereits abgezeichnet, dass der DSGV-Gesamtvorstand, der am Montag tagte, einen entsprechenden Beschluss fassen wird. Das Handelsblatt berichtete darüber.

Die Entscheidungsträger in der Sparkassen-Finanzgruppe hatten über mehrere Monate um den richtigen Umgang mit Kryptowährungen gerungen. Zuletzt ist der Bitcoin, die älteste und wichtigste digitale Währung, eingebrochen. Bereits Ende 2021 und im April 2022 hatte er massiv an Wert verloren.

Allerdings können weder der DSGV noch die Gremien des Verbands einzelnen der gut 360 Sparkassen untersagen, Cyberdevisen beispielsweise über Partnerfirmen anzubieten – was auch bereits geschieht. Das Votum des Gesamtvorstands dürfte Sparkassen, die Angebote zum Beispiel über Partner erwägen, aber zumindest zögern lassen, in das höchst umstrittene Geschäft einzusteigen.

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    Seit Ende vergangenen Jahres ist bekannt, dass Sparkassen über den Einstieg in den Kryptohandel nachdenken. Wie die Sparkassen sich bei Kryptowährungen positionieren, hat Signalwirkung. Schließlich ist die Finanzgruppe Marktführer in der deutschen Bankenbranche.

    Ausgesprochen haben sich die DSGV-Entscheider für die „Einführung einer Verwahrlösung von tokenisierten Assets“ sowie für den Start einer sogenannten Wallet zum Halten, Kaufen und Verkaufen entsprechender tokenisierten Assets.

    Darüber können Verbraucherinnen und Verbraucher kleine digitale Anteile beispielsweise an Kunstwerken und Immobilien halten. Die Volks- und Raiffeisenbanken, die größten Wettbewerber der Sparkassen, haben bereits entschieden, ins Kryptogeschäft einzusteigen.

    Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank baut gemeinsam mit der Wertpapierbank DWP einen Prototyp dafür. „Wir haben die Risiken im Blick, sehen aber ganz klar den Bedarf unserer Kunden“, teilte die Bank im Mai mit. Sie will in Kürze auch eine Verwahrlizenz für Kryptowerte beantragen.

    Ende April hatte die Commerzbank als erste klassische Bank bekannt gegeben, dass sie eine sogenannte Kryptoverwahrlizenz beantragt hat. Insgesamt waren zuletzt etwa zwei Dutzend solcher Anträge bei der Finanzaufsicht Bafin eingegangen.

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