Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

23.09.2022

09:29

Martin Blessing

Neuer Job für den Ex-Chef der Commerzbank

Der Manager berät künftig den Zahlungsdienstleister Unzer. Das Unternehmen wurde kürzlich von der Finanzaufsicht Bafin wegen Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche abgestraft.

Ex-Commerzbank-Chef Martin Blessing Bloomberg

Martin Blessing

Bereits seit 2020 sitzt der frühere Commerzbank-Chef im Aufsichtsrat der Danske Bank. Nun übernimmt er zusätzlich den Vorsitz des Beirats des Zahlungsdienstleisters Unzer.

Frankfurt Martin Blessing hat offenbar ein Faible für schwierige Aufgaben. Aktuell überwacht der ehemalige Commerzbank-Chef als Verwaltungsratsvorsitzender der dänischen Danske Bank die Aufarbeitung eines großen Geldwäscheskandals. Nun übernimmt er zusätzlich den Vorsitz eines neu eingerichteten Beirats des Zahlungsdienstleisters Unzer, wie das Unternehmen dem Handelsblatt bestätigte.

Unzer wurde von der Finanzaufsicht Bafin kürzlich wegen schwerwiegender Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und anderen Defiziten abgestraft. Eine Unzer-Tochter musste eine Geldbuße von 350.000 Euro bezahlen, darf bis auf Weiteres keine neue Kunden aufnehmen. Zudem schickt die Bafin einen Sonderbeauftragten ins Unternehmen, der überwachen soll, dass der Zahlungsdienstleister seine Schwächen abstellt. Das Unternehmen wickelt vor allem Onlinezahlungen ab und gehört mehrheitlich dem US-Finanzinvestor KKR.

Die Amerikaner haben im Sommer 2021 Robert Bueninck als neuen Vorstandschef eingesetzt und wollen die Strukturen von Unzer mit Blessings Verpflichtung weiter stärken. Anfang 2021 hatte Unzer die Schaffung eines Beirats angekündigt, in dem auch Firmengründer Mirko Hüllemann sitzen sollte. Dieser Rat hat jedoch offenbar nie richtig seine Arbeit aufgenommen.

Viel Erfahrung mit Aufsichtsbehörden

In das neue Gremium und Blessing setzen Unzer und KKR nun große Hoffnungen. Blessing hat fast 30 Jahre als Banker gearbeitet und kennt sich auch im Umgang mit Aufsichtsbehörden bestens aus. Nach seinem Abtritt als Commerzbank-Chef 2016 arbeitete der gebürtige Bremer drei Jahre für die Schweizer Großbank UBS.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nach seinem Abgang in Zürich entschied er sich, keinen Vorstandsjob mehr zu übernehmen, sondern eine Mischung aus anderen Tätigkeiten. Dadurch hat er nach eigenem Bekunden „an Freiheit und Lebensqualität“ gewonnen. Unter anderem investierte Blessing in Start-ups und brachte eine sogenannten Special Purpose Acquisition Company (Spac) an die Börse. Diese hat inzwischen die niederländische Firma Azerion gekauft, die ihr Geld vor allem mit Werbeplatzierungen in Onlinespielen verdient.

    Am zeitaufwendigsten ist aktuell Blessings Job als Chefkontrolleur der Danske Bank, die in einen der größten Geldwäscheskandale in Europa verwickelt ist. Über die estnische Danske-Niederlassung wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen über rund 200 Milliarden Euro abgewickelt. Aktuell befindet sich die Danske Bank in Gesprächen mit den dänischen und amerikanischen Behörden, um sich auf eine Strafzahlung zu verständigen und den Fall abzuschließen.

    Nach einer Einigung dürfte Blessings Arbeitsaufwand bei Danske sinken, wie er Anfang der Woche bei einem Auftritt im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) erklärte. Er sei deshalb bereit, weitere Aufgaben zu übernehmen.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×