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03.06.2022

13:05

Neobroker

Trade Republic sammelt weitere 250 Millionen Euro ein

Von: Susanne Schier

Der kanadische Lehrerpensionsfonds OTPP führt das Investment an. Trotz des schwierigen Marktumfelds erhöht sich die Bewertung des Berliner Start-ups.

Der Trade-Republic-Mitgründer will weiter expandieren. Trade-Republic

Christian Hecker

Der Trade-Republic-Mitgründer will weiter expandieren.

Frankfurt Der Berliner Neobroker Trade Republic erweitert seine letzte Finanzierungsrunde um 250 Millionen Euro. Angeführt wird das neue Investment vom kanadischen Lehrerpensionsfonds OTPP. Auch die Bestandsinvestoren beteiligen sich erneut. Das gab Trade Republic am Freitag bekannt.

Die Bewertung steigt dadurch auf fünf Milliarden Euro. „Die Verbesserung unserer Bewertung ist in Anbetracht des aktuellen Marktumfelds ein echter Beweis für unsere Fortschritte in den letzten zwölf Monaten“, sagt Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker.

Im Mai 2021 sammelte das Unternehmen 740 Millionen Euro ein und wurde dabei mit 4,4 Milliarden Euro bewertet. Das war eine der bisher größten Fintech-Finanzierungsrunden in Europa. Unter anderem war dabei auch der bekannte US-Fonds Sequoia eingestiegen.

Gerüchte rund um eine Finanzierungsrunde mit OTPP als Lead-Investor kursierten bereits seit einiger Zeit. Zwischenzeitlich gab es jedoch Spekulationen, dass das geänderte Marktumfeld beim Abschluss der Transaktion hinderlich sein könnte.

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    Trade Republic hatte in der Coronapandemie stark davon profitiert, dass viele Anleger erstmalig ihr Interesse für die Aktienmärkte entdeckt hatten. Rund um manche Technologie-Aktien entstand ein regelrechter Hype. Zudem punktete der Neobroker bei vielen Börsenneulingen mit niedrigen Gebühren und der einfachen Handhabung seiner Anwendung.

    Zusätzliches Kapital für Produktentwicklung

    Doch in den vergangenen Monaten drückten Kursverluste bei Tech-Aktien auf die Stimmung. Die Folge: Viele Investoren schauen bei Finanzierungsrunden von Start-ups inzwischen genauer hin. Die jungen Firmen, die noch Geld bekommen, können nicht mehr mit rasant steigenden Bewertungen rechnen. In Start-up-Kreisen geht eher die Angst vor „Flat Rounds“ oder sogar „Down Rounds“ um. Gemeint sind Finanzierungsrunden, bei denen die Firmenbewertung nicht weiter steigt oder gar sinkt.

    Insofern wertet Trade Republic die erweiterte Finanzierungsrunde als Erfolg. Die Anforderungen der Investoren hätten sich geändert, erklärt Hecker: Wachstum um jeden Preis zähle heute nicht mehr. „Stattdessen müssen auch wir genauer prüfen, welche unserer Investitionen in den nächsten Jahren erfolgreich sind. Umso mehr freuen wir uns, dass wir OTPP als neuen Ankerinvestor gewinnen konnten.“

    Operativ habe man 2022 das beste erste Quartal der Firmengeschichte gehabt, sagt Hecker: „Aktuell sehen wir, dass die Anleger an ihren Sparplänen festhalten.“

    Das zusätzliche Kapital will der Neobroker vor allem in die Produktentwicklung stecken. Das 2015 gegründete Unternehmen ist zuletzt bereits in mehrere europäische Länder expandiert und neben Deutschland auch in Österreich, Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden aktiv.

    „Dass wir in den letzten Monaten den Markteintritt in mehreren europäischen Ländern geschafft haben, war wesentliche Voraussetzung, um die Investoren für die Erweiterung der Finanzierungsrunde zu gewinnen“, so Hecker. Ziel sei, bis in einem Jahr in weiteren Auslandsmärkten in Europa an den Start zu gehen.

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