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18.08.2022

16:13

Niederländischer Zahlungsdienstleister

Hohe Kosten drücken Gewinn von Adyen – Aktie bricht ein

Von: Dennis Schwarz

Die Rückkehr der Mitarbeiter zu Reisen und Veranstaltungen belastet das Ergebnis des Zahlungsdienstleisters. Die Niederländer wollen künftig eigene Kartenlesegeräte anbieten.

Der stärkste Markt für Adyen bleibt weiterhin Europa. Adyen

Werbung von Adyen

Der stärkste Markt für Adyen bleibt weiterhin Europa.

Frankfurt Auf den ersten Blick lesen sich die Zahlen des niederländischen Zahlungsdienstleisters Adyen beachtlich: Das Transaktionsvolumen zog von Januar bis Juni dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 60 Prozent auf fast 346 Milliarden Euro an.

Der Gewinn (Ebitda) kletterte auf etwa 356 Millionen Euro, ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr. Und auch der Nettoumsatz legte um mehr als ein Drittel auf etwa 609 Millionen Euro zu.

Doch höhere operative Ausgaben belasten das Ergebnis von Adyen – wie etwa Dienstreisen und Veranstaltungen des Unternehmens, die zuvor coronabedingt ausgefallen sind. Auch Neueinstellungen sowie ein bereits angekündigtes Engagement für wohltätige Zwecke beeinflussten das Ergebnis Adyen zufolge.

Das Wachstum und die Begeisterung, die persönliche Treffen mit sich brächten, seien schon immer ein entscheidender Teil des Erfolgs sowie der Auffassung davon gewesen, wie sich die Firma langfristig aufstellen möchte, schrieb das Unternehmen in einem Brief an die Aktionäre. „Wo immer möglich, werden wir diesen Ansatz beibehalten.“

So blieb die Firma hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit einem Ebitda von etwa 615 Millionen Euro gerechnet hatten. Und auch der Nettoumsatz betrug bereits im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres etwa 357 Millionen Euro bei einem deutlich geringeren Transaktionsvolumen von 300 Milliarden Euro. Indes stiegen die Kosten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr auf etwa 278 Millionen Euro.

Die Anleger an der Börse zeigten sich enttäuscht von den Ergebnissen. Die Aktie brach am Donnerstag um bis zu elf Prozent ein.

Adyens stärkster Markt bleibt Europa

Das Fintech mit Hauptsitz in Amsterdam wickelt im Auftrag von Händlern Zahlungen an der Ladenkasse und vor allem im E-Commerce ab. Das Unternehmen will für den Onlinehandel möglichst alle nötigen Zahlungsmethoden wie Kreditkarte, Paypal oder Rechnungskauf aus einer Hand anbieten. So soll der Zahlungsverkehr für Kunden möglichst einfach sein. Daneben bietet Adyen Zusatzdienstleistungen wie zum Beispiel Betrugsschutz an. Das Unternehmen bedient aktuell etliche große Tech-Firmen wie Microsoft, Spotify oder Booking.com.

Der stärkste Markt für Adyen bleibt weiterhin Europa, wo das Unternehmen 57 Prozent des Nettoumsatzes generiert. Doch vor allem das Geschäft in Nordamerika und Asien ist im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr stark gewachsen. Nordamerika macht mittlerweile etwa ein Viertel des Nettoumsatzes aus, Asien kommt auf elf Prozent.

Die Firma kündigte an, unter anderem „stark“ in Plattformideen investieren zu wollen. „Darin liegt auch unsere Wachstumschance, denn wir können über den reinen Zahlungsverkehr hinausgehen“, sagte Finanzvorstand Ingo Uytdehaage. „Wir können den Plattformen Banking als Dienstleistung anbieten.“

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen präsentierte Adyen sogleich ein neues Produkt. Der Zahlungsdienstleister entwickelt künftig eigene Kartenlesegeräte. Durch die Entwicklung hochmobiler Geräte wolle Adyen Unternehmen ermöglichen, Zahlungen nicht nur an der Ladentheke anzunehmen, sondern von überall aus, sagte Produktmanager Derk Busser.

Mit Material von Bloomberg.

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