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17.06.2022

11:32

Personalwechsel

Spanische Bank Santander ernennt bisherigen Mexiko-Manager zum Chef

Von: Sandra Louven

Héctor Grisi wird Nachfolger des langjährigen Santander-Chefs Álvarez. Er leitete bisher erfolgreich das Nordamerika- und Mexiko-Geschäft der spanischen Bank.

Der neue Santander-Chef  hat dazu beigetragen, das US-Geschäft von Santander zu sanieren. Reuters

Héctor Grisi

Der neue Santander-Chef hat dazu beigetragen, das US-Geschäft von Santander zu sanieren.

Madrid Personalwechsel bei der Bank Santander: Héctor Grisi soll die Führung des spanischen Kreditinstituts übernehmen. Zum 1. Januar solle der bisherige Leiter des Mexiko- und Nordamerika-Geschäfts den langjährigen Konzernchef José Antonio Álvarez ablösen, teilte die Bank am Freitag mit. Verwaltungsratschefin Ana Botín bekommt damit eine rechte Hand aus den eigenen Reihen.

Die Entscheidung, die von der Europäischen Zentralbank genehmigt werden muss, sei nach einem strengen Bewertungsverfahren gefallen, hieß es von Santander. Botín zufolge bringt der 55-Jährige „jahrzehntelange Erfahrung und ein tiefes Verständnis für unsere Märkte und unser Geschäft“ mit. Er sei die richtige Person, um die Bank in der nächsten Umbauphase zu führen.

„Grisi hat ein hervorragendes Profil für diesen Posten“, urteilt Manuel Romera, Finanzexperte der Business School IE in Madrid. „Bei Santander gab es immer die Politik, Manager aus den eigenen Reihen für wichtige Posten auszusuchen. Manager, die schon lange bei Santander sind, das Geschäft in- und auswendig kennen und das Vertrauen der Verwaltungsratschefin besitzen.“

Santander verlor Millionenstreit mit Andrea Orcel

Als Verwaltungsratschefin Botín vor knapp vier Jahren von diesem Prinzip abweichen wollte und den damaligen Chef des Investmentbankings von UBS, Andrea Orcel, für den CEO-Posten verpflichtete, erlitt sie krachend Schiffbruch. Die Verpflichtung Orcels platzte offiziell an einem Streit darüber, wer ihm die ausstehenden Boni aus seiner Zeit bei UBS zahlen sollte.

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    Im Umfeld von Santander hieß es damals aber auch, Orcel habe bei ersten Treffen dick aufgetragen und einige bei Santander hätten sich gefragt, ob er sich tatsächlich mit dem Posten als Nummer zwei hinter Botín zufriedengeben würde. Der Streit landete vor Gericht und bescherte Botín einer herbe Niederlage: Santander musste Orcel 68 Millionen Euro für die geplatzte Verpflichtung als CEO zahlen – obwohl der Italiener inzwischen den Chefposten bei Unicredit übernommen hatte. Die Bank hat dagegen Berufung eingelegt.

    Die Benennung von Grisi folgt nun wieder der bisherigen Santander-Tradition. Allerdings wird Grisi mehr Machtfülle besitzen als sein Vorgänger Antonio Álvarez in den vergangenen Jahren. Der hatte direkt an Ana Botín berichtet, die wiederum auch exekutive Funktionen ausgefüllt hat und die klare Nummer eins bei Santander war. Eine solche Struktur ist immer noch in mehreren spanischen Großkonzernen üblich. Dem europäischen Bankenregulierer war sie ein Dorn im Auge, sodass er schon seit einiger Zeit eine bessere Governance von Santander forderte.

    Im Februar ist Botín dem nachgekommen und gab Aufgaben ab. Jetzt berichtet der CEO nicht mehr an Botín, sondern an den Verwaltungsrat und ist für das operative Geschäft zuständig. Botín bleibt für die Strategie der Bank verantwortlich.

    Grisi hat sich in Mexiko und den USA bewährt

    Ein Wechsel an der Führungsspitze war erwartet worden. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte im Mai berichtet, der seit 2015 amtierende Konzernlenker Álvarez wolle den Posten verlassen. Grisi hatte unter anderem für die Credit Suisse gearbeitet. 2015 wechselte er zu Santander, krempelte das Mexiko-Geschäft um und steigerte die Kundenzahl dort um mehr als 40 Prozent. 2019 wurde dem Manager zudem die Aufsicht über das Nordamerika-Geschäft übertragen. Zwei Jahre später war es konzernweit der größte Gewinnbringer.

    Álvarez bleibt dem Unternehmen erhalten: Er soll in den Verwaltungsrat wechseln. Álvarez blickt auf eine rund 20-jährige Karriere bei den Spaniern zurück.

    Mit Agenturmaterial

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