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23.08.2018

10:17

Privatbank

Ehemaliger Julius-Bär-Banker bekennt sich der Geldwäsche schuldig

Von: Michael Brächer

Ein Ex-Manager der Schweizer Privatbank hat gestanden, bei der Geldwäsche von Hunderten Millionen Dollar mitgeholfen zu haben. Die Spur führt nach Venezuela.

Julius Bär: Ex-Manager bekennt sich in Geldwäschefall schuldig Reuters

Julius Bär

Der ehemalige Mitarbeiter der Schweizer Privatbank hat in Panama gearbeitet.

Zürich Früher arbeitete Matthias K. für eine renommierte Adresse: die Schweizerische Privatbank Julius Bär. Nun hat er eingeräumt, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit an einer Geldwäsche-Verschwörung beteiligt war. Das teilte das US-Justizministerium am späten Mittwochabend mit.

Der Banker, der aus Deutschland stammt und lange in Panama stationiert war, soll venezolanische Kunden für die Bank angeworben haben. Doch offenbar ging sein Service weit über das übliche Maß hinaus: K. soll mitgeholfen haben, mehrere Hundert Millionen US-Dollar zu waschen.

Es geht um Gelder der staatlichen venezolanischen Erdölgesellschaft PDVSA. Amerikanische Ermittler schätzen, dass korrupte Funktionäre dort bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar an Geldern abgegriffen haben, die eigentlich dem Staat gehört hätten. PDVSA gilt als wichtigste Einkommensquelle für das südamerikanische Land.

Dem Geständnis zufolge soll die Masche im Jahr 2014 begonnen haben. Die Gelder flossen demnach an Firmen in Miami, um mittels eines „ausgefeilten Konstrukts“ die unlautere Herkunft zu verschleiern. Dabei sollen Vermögensverwalter, Broker-Firmen, Banken und Immobilienfirmen involviert gewesen sein. Das Urteil über den geständigen Banker soll Ende Oktober gesprochen werden.

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Standort erkennen

    Das Geständnis birgt auch für Julius Bär Sprengstoff. Eigentlich sollte die Compliance-Abteilung Geldwäsche-Fälle rechtzeitig erkennen. An der Spitze von Julius Bär steht der ehemalige Compliance-Chef Bernhard Hodler. Er hatte den Chefposten im vergangenen November übernommen, nachdem sein Vorgänger Boris Collardi zum Genfer Konkurrenten Pictet gewechselt war.

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    Julius Bär verweist darauf, dass das Geständnis des ehemaligen Mitarbeiters auf einer Anklage gegen diesen und eine Reihe weiterer Personen basiert. „Die Anklage nimmt keinen Bezug auf die Bank, außer, dass Herr K. bei der Bank angestellt war.“ Die Bank führe eine interne Untersuchung durch und kooperiere mit den zuständigen Behörden.

    Bereits im Februar hatte die schweizerische Finanzaufsicht Finma angekündigt, mehrere Institute unter die Lupe zu nehmen – darunter soll sich auch Julius Bär befinden.

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