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Scheckzahlungen in den USA

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So ist die USA das einzige Land, in dem das Scheckvolumen weiter ansteigt. Ein Sprecher der Federal Reserve erklärt, dass derzeit rund 45 Milliarden Schecks in Amerika im Jahr geschrieben werden. Insgesamt beträgt das Scheckvolumen rund 40 Billionen Dollar. Vergleicht man die Höhe des Scheckvolumens mit dem Volumen elektronischer Transaktionen in den Staaten, so „machen Schecks 84 Prozent des Gesamtvolumens aus“, so die Federal Reserve.

Das Unterzeichnen von Schecks hat in den vergangenen Jahren – trotz vereinfachter elektronischer Zahlungsmethoden – sogar noch zugenommen. Seit dem Ende der 80er-Jahre gar um 54 Prozent. Und all jene, die geglaubt hatten, dass der elektronische Zahlungsverkehr den Scheckverkehr verdrängen würde, sehen sich nun getäuscht. „Ich bin überrascht, wie wenig unser Angebot für elektronische Abbuchungen zum Beispiel für Nebenkostenabrechnungen von den Kunden angenommen wird“, sagt Happy Anazuri, Finanzberater der Wells Fargo Bank in Los Angeles.

Ein weiterer Grund für den anhaltenden Boom im Scheckgeschäft mag darin zu suchen sein, dass sich auch der Scheck „in den letzten Jahren sehr entwickelt hat“, wie Sujit Chakravorti und Timothy McHugh in der Ausgabe von Economic Perspectives schreiben. Die Finanzexperten sagen, dass die Sicherheit im Scheckverkehr steigt. „Schecks werden heute schon an der Kasse gescannt und können später vom Kunden online angeschaut werden. Eine Bezahlung auf Papier verwandelt sich somit in Sekundenschnelle in eine elektronische Transaktion“, so McHugh.

Und was ist mit dem Internet? Immerhin ist es ja nicht so, dass die Konsumenten in den USA das Netz nicht nutzen könnten, um etwa Schulden elektronisch zu begleichen. „Die Amerikaner nutzen das Netz meist nur, um neue Schecks zu bestellen“, weist eine Erhebung der American Bankers Association aus. Einen ganz anderen Grund, warum die Amerikaner auch weiterhin auf ihr bewährtes Schecksystem vertrauen, beschreibt Debby Tran, Assistenzärztin aus Los Angeles: „Oft genug stimmen die Rechnungen von meiner Kabelfirma oder meinen Gaswerken nicht. Da will ich nicht auch noch die Zahlungskontrolle aufgeben, indem ich die Beträge einfach automatisch abbuchen lasse“, sagt die 33-jährige Amerikanerin. Damit spielt die sonst oft zitierte Bequemlichkeit in diesem Fall keine so große Rolle. Millionen von Haushalten nehmen es demnach lieber auf sich, jede Rechnung zu kontrollieren, ein Scheckbuch zu führen und das Porto für per Post geschickte Rechnungen zu übernehmen, als im Internet kurz zu kontrollieren, ob der Betrag elektronisch abgebucht wurde.

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    Und so weiß auch Uschi Bjornson, dass sie auf absehbare Zeit auch weiterhin einen Nachmittag im Büro verbringen muss, um Schecks für verschiedene Schuldner zu schreiben und zu dokumentieren. Einen Scheck freilich schreibt sie sehr gerne. Es ist ihr eigener Gehaltsscheck, den der Boss nur noch unterzeichnen muss, bevor er aufs Bankkonto eingezahlt werden kann.

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