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10.10.2022

04:10

Sparkassen

57 Frauen und 829 Männer: Der Frauenanteil in Vorständen der Sparkassen bleibt gering

Von: Elisabeth Atzler

Die Mehrheit der Beschäftigten der Sparkassen sind Frauen. In den Führungsgremien sind sie dennoch kaum vertreten.

Der Anteil der Frauen in Sparkassenvorständen steigt nur minimal. imago/Winfried Rothermel

Sparkasse

Der Anteil der Frauen in Sparkassenvorständen steigt nur minimal.

Frankfurt Der Anteil der Frauen in Sparkassenvorständen verharrt auf einem niedrigen Niveau. Binnen eines Jahres, bis Ende September 2022, stieg er um 0,2 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, wie das Analysehaus Barkow Consulting berechnet hat.

Aktuell, Anfang Oktober, zählt Barkow 57 Frauen und 829 Männer in den Vorständen der bundesweit gut 360 Sparkassen. Damit liegt der Anteil bei 6,4 Prozent. Bei 51 Sparkassen gehört mindestens eine Frau dem Vorstand an, sechs davon haben zwei Frauen im Spitzengremium.

Der geringe Frauenanteil in den Vorständen ist bei den Sparkassen besonders frappierend, weil mit 60 Prozent die Mehrheit der Beschäftigten Frauen sind. Zudem wächst die Zahl der Vorstandsfrauen nur sehr langsam. Im Jahr 2000 lag der Frauenanteil bei 3,4 Prozent.

Unter den 20 größten Sparkassen gibt es nur ein Institut, bei dem eine Frau an der Spitze steht. Chefin der Stadtsparkasse Düsseldorf ist Karin-Brigitte Göbel.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gelobt – wie auch schon in den vergangenen Jahren – Besserung: „Deutschland ist vielfältig und divers – und die Menschen erwarten zu Recht, dass sich das auch in den Vorständen von Sparkassen widerspiegelt.“ Mit Blick auf den aktuellen Frauenanteil erklärt der DSGV: „Es ist unser Anspruch, dass sich das ändert. Positiv stimmt, dass der Anteil ab der Ebene darunter rund 28 Prozent ist.“

Mehrere Jahrzehnte bis sich spürbar etwas ändert

Wenn der Frauenanteil in den Vorständen nur wie zuletzt weiterwächst, dauert es allerdings noch mehrere Jahrzehnte, bis sich spürbar etwas ändert. „Schreibt man den letzten Trend fort, wird eine 30-Prozent-Quote gegen Ende des Jahrhunderts, nämlich im Jahr 2092, erreicht“, erklärt Barkow. Aktuell registriert Barkow deutlich mehr Vorstände – insgesamt 92 – mit den Vornamen Thomas und Michael als Frauen insgesamt.

Die Chefin der Stadtsparkasse Düsseldorf zählt zu den wenigen Frauen an der Spitze einer Sparkasse. Stadtsparkasse Düsseldorf

Karin-Brigitte Göbel

Die Chefin der Stadtsparkasse Düsseldorf zählt zu den wenigen Frauen an der Spitze einer Sparkasse.

Noch weniger Frauen finden sich in den Vorständen der rund 750 Genossenschaftsbanken – und auch hier ist der Zuwachs mikroskopisch. Ende 2021 waren es nur 4,6 Prozent, wie ihr Lobbyverband BVR angibt. Ein Jahr zuvor zählte er 4,5 Prozent, vor gut zehn Jahren 1,5 Prozent.

Der BVR erklärt die Miniveränderung unter anderem damit, dass jährlich nur eine geringe Anzahl von Vorstandsposten neu besetzt werde. Er geht davon aus, dass sich der höhere Frauenanteil bei den Führungskräften mittel- bis langfristig auch im Vorstand auswirken werde. Unterhalb des Vorstands liege der Anteil der weiblichen Führungskräfte bei gut 28 Prozent.

>>> Hören Sie hier mehr zu diesem Thema:

Zumindest in den Führungsgremien der beiden Lobbyverbände sind Frauen vertreten. Marija Kolak ist seit 2018 BVR-Präsidentin. Künftig wird auch Tanja Müller-Ziegler, aktuell Vorstandsmitglied der Berliner Sparkasse, dem BVR-Vorstand angehören. Beim DSGV hat kürzlich mit Karolin Schriever erstmals eine Frau einen Vorstandsposten übernommen.

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