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13.03.2019

17:58

Vergleich der wichtigsten Kennziffern

Sparkassen vs. Volksbanken - welche Bankengruppe finanziell besser dasteht

Von: Elisabeth Atzler

Sparkassen und Volksbanken haben 2018 etwa gleich viel verdient und damit viel mehr als die Großbanken. Doch auch die kleineren Geldhäuser haben ihre Schwächen.

Sowohl Sparkassen als auch Volksbanken schließen Geschäftsstellen. Manchmal können die Kreditinstitute eine Filiale doch aufrechterhalten, indem sie sich die Räume teilen.  Pressebild

Gemeinsame Filiale von Sparkasse und Raiffeisenbank

Sowohl Sparkassen als auch Volksbanken schließen Geschäftsstellen. Manchmal können die Kreditinstitute eine Filiale doch aufrechterhalten, indem sie sich die Räume teilen.

Frankfurt Die deutschen Genossenschaftsbanken haben im vergangenen Jahr unterm Strich in etwa so viel verdient wie die Sparkassen: rund 2,2 Milliarden Euro – und das obwohl die Sparkassen zusammen deutlich größer sind als die Volks- und Raiffeisenbanken.

Stehen die Genossenschaftsbanken deshalb besser da? Bei einigen Kennzahlen ist das der Fall, aber nicht bei allen.

Wichtig dabei ist zu wissen, dass die insgesamt 385 Sparkassen zusammen auf eine Bilanzsumme von insgesamt gut 1200 Milliarden Euro kommen.

Die Genossenschaftsbanken – die Volks- und Raiffeisenbanken, die Sparda-Banken, die PSD Banken sowie einige Spezialinstitute – erreichen eine Bilanzsumme von 935 Milliarden Euro. Ihre Zahl sank per Ende 2018 auf 875, darunter sind etliche sehr kleine Banken. Mehr als 100 Volks- und Raiffeisenbanken sind kleiner als die kleinste Sparkasse, die Stadtsparkasse Bad Sachsa, die zuletzt eine Bilanzsumme von 132 Millionen Euro aufwies. Sparkassen und Volksbanken betrachten sich jeweils gegenseitig als die größten Wettbewerber.

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    Wie die Sparkassen stemmen sich auch die Volks- und Raiffeisenbanken erfolgreich gegen die Minizinsen. Mit 2,2 Milliarden Euro verdienten sie genauso viel wie die Konkurrenz.

    Operatives Ergebnis

    Operativ verdienten die Genossenschaftsbanken im vergangenen Jahr fast 7,6 Milliarden, etwas mehr als 2017. Es geht dabei um das so genannte Ergebnis vor Bewertung. Die Sparkassen verdienten zehn Milliarden Euro und damit fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

    Das Betriebsergebnis im Verhältnis zur durchschnittlichen Bilanzsumme betrug bei den Sparkassen ziemlich genau 0,8 Prozent. Die genossenschaftlichen Häuser schnitten etwas besser ab, der Wert lag für sie bei 0,83 Prozent. In beiden Finanzgruppen ist der Wert in den vergangenen Jahren gesunken.

    Der Unternehmensberater Carl-Dietrich Sander sieht diese Entwicklung kritisch. Sparkassen und Volksbanken sollten seiner Ansicht nach dauerhaft ein Prozent erreichen. „Man braucht 0,3 Prozent für das negative Risikoergebnis, und die verbleibenden 0,7 Prozent für Steuern, Dividende und Eigenkapitalzuführung“, erklärt Sander. Dabei gebe es natürlich Kreditinstitute, die auf mehr als ein Prozent kommen, aber es auch sehr viele, die darunter lägen.

    Zinsüberschuss

    Der wichtige Zinsüberschuss fiel bei den Sparkassen um 3,5 Prozent auf knapp 21 Milliarden Euro. Die Genossenschaftsbanken steigerten ihn hingegen leicht auf 16,6 Milliarden Euro. Die Minizinsen in der Euro-Zone sorgen dafür, dass die Zinsmargen sinken. Das versuchen Sparkassen und Genossenschaftsbanken auszugleichen, indem sie immer mehr Geschäft machen. Beide Gruppen haben den Kreditbestand 2018 noch einmal erhöht.

    Kosten-Ertrags-Relation

    Hier schneiden die Sparkassen etwas besser ab. Sie kamen, gemessen an ihrem operativen Ergebnis, auf einen Wert von 65,5. Das heißt, sie müssen im Schnitt 65,5 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Das ist zwar etwas schlechter als im Vorjahr, aber immer noch deutlich besser als die entsprechenden Quoten der Großbanken.

    Die Volks- und Raiffeisenbanken kamen 2018 auf 67. Die Kosten-Ertrags-Relation, auch Cost-Income-Ratio genannt, zeigt, wie effizient ein Geldhaus arbeitet.

    Eigenkapitalrendite

    Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern der Sparkassen betrug 7,1 Prozent, im Jahr zuvor waren es noch 9,5 Prozent gewesen. Hier liegen die Genossen vorn: Sie kamen auf 2018 auf 8,6 Prozent.

    Die Eigenkapitalrentabilität wird berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss vor Steuern und bilanziellem Eigenkapital. Sie zeigt, wie gut sich das Eigenkapital verzinst hat, das die Eigentümer der Geldhäuser eingesetzt haben.

    Die Genossenschaftsbanken gehören ihren Mitgliedern, rund 18,2 Millionen Deutsche halten Anteile an Volks- und Raiffeisenbanken. Träger der Sparkassen und somit quasi Eigentümer sind die Kommunen.

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