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20.06.2022

15:42

Verifone-Ausfall

Störung bei Kartenzahlungen nach vier Wochen weitgehend behoben

Von: Elisabeth Atzler

Am Großteil der betroffenen Ladenkassen laufen die Kartenterminals wieder wie üblich. Viele Geräte wurden trotzdem lieber ausgetauscht – auch wenn sie nicht betroffen waren.

Das Kartenlesegerät H5000 war bisher in Deutschland weit verbreitet. Im Zuge der wochenlangen Störung haben viele Händler es ausgewechselt – auch Aldi Nord hat es gegen ein neues Modell getauscht. dpa

Das H5000-Kartenterminal

Das Kartenlesegerät H5000 war bisher in Deutschland weit verbreitet. Im Zuge der wochenlangen Störung haben viele Händler es ausgewechselt – auch Aldi Nord hat es gegen ein neues Modell getauscht.

Frankfurt Rund vier Wochen nach Beginn der bundesweiten Störung Tausender Kartenterminals ist das bargeldlose Zahlen weitgehend wieder wie üblich möglich. „Payone konnte bislang rund 90 Prozent der betroffenen Terminals entstören beziehungsweise austauschen“, erklärte der Netzbetreiber auf Anfrage. Um wie viele Geräte es dabei geht, teilte Payone nicht mit.

Auch beim Wettbewerber Telecash können nach eigenen Angaben mehr als 85 Prozent der H5000-Terminals von Verifone wieder bargeldlose Zahlungen annehmen. Eine konkrete Anzahl nannte Telecash/First Data, das zum US-Unternehmen Fiserv gehört, ebenfalls nicht. Concardis wiederum teilte mit, dass fast alle der 4000 beeinträchtigten H5000-Geräte gegen andere Terminals ausgetauscht worden sei.

Seit dem 24. Mai waren Tausende Geräte des US-Unternehmens Verifone ausgefallen. Die Probleme hielten bei etlichen großen Einzelhändlern und Tankstellen tage- oder sogar wochenlang an. Betroffen waren unter anderem Aldi Nord, dm und Rossmann. Häufig waren zunächst nur Kartenzahlungen über das elektronische Lastschriftverfahren möglich.

  • Netzbetreiber wie Payone, Telecash und Concardis sorgen für die Abwicklung von Kartenzahlungen.
  • Verifone, der Marktführer in Deutschland, bietet Terminals samt nötiger Software dafür.
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    Das H5000 gilt als ein besonders verbreitetes Kartenlesegerät. Branchenkenner schätzen die Zahl auf 100.000 – das wäre etwa jedes zehnte Gerät in Deutschland. Allerdings waren nicht alle H5000-Terminals von der Störung betroffen.

    Laut Verifone hatte eine abgelaufene Zeitstempel-Signatur in der H5000-Software das Problem verursacht. Die betroffenen Kartenterminals konnten nun durch ein Softwareupdate wieder zum Laufen gebracht werden. Netzbetreibern zufolge hatten die ersten von Verifone angeboten Softwareupdates die Geräte nicht wieder funktionsfähig gemacht.

    Zweifel an Zuverlässigkeit des Softwareupdates

    Allerdings haben sich viele Händler dazu entschieden, ihre H5000-Terminals auszuwechseln – teils sogar dann, wenn das Kartenlesegerät gar nicht gestört war. So hat Concardis insgesamt nahezu 8300 solcher Terminals gegen andere Geräte ausgetauscht. „Unsere Analyse des vom Hersteller Verifone zur Verfügung gestellten Softwareupdates hatte gezeigt, dass damit eine Problemlösung nicht ohne verbleibendes Fehlerrisiko möglich ist“, erklärte Concardis.

    Daher habe man den eigenen Händlerkunden dringend zum Gerätetausch geraten. Auch Telecash stellt fest, dass viele Kunden den aktuellen Ausfall zum Anlass nähmen, „ihre Bezahllösungen grundlegend zu modernisieren“.

    Unklar ist, wer letztlich für die Kosten der Störung aufkommt. „Unser Fokus liegt aktuell auf der Behebung der Störung. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Aussagen zu etwaigen rechtlichen Belangen treffen können“, erklärte beispielsweise Payone. Telescash teilte mit, dass das Unternehmen die Aufwände, die im Rahmen der Widerherstellung der Zahlungsakzeptanz von Kunden mit Verifone-H5000-Terminals anfielen, sammele und konsolidiere.

    Der Handelsverband HDE plädiert für Notfalllösungen, um künftig bei einem Ausfall schneller zu reagieren. „Aus Sicht des Handels ist es sinnvoll, wenn Kartenterminals, vorausgesetzt, dass es technisch möglich ist, standardmäßig mit einem Notfallsystem ausgestattet sind“, sagte HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel. „Das sollte dafür sorgen, dass zum Beispiel zumindest noch Zahlungen per elektronischer Lastschrift angenommen werden können.“

    Binnebößel kann sich zudem vorstellen, „dass der Ausfall der H5000-Terminals neueren Gerätetypen wie SmartPOS einen Schub verschafft. Sie können oft über die Cloud gewartet werden.“ Bei SmartPOS übernehmen teils Tablets oder Smartphones die Funktion eines Kartenlesegeräts. Beim H5000 konnten Techniker die Probleme mitunter nur vor Ort beheben.

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