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06.12.2022

09:32

Vermögensverwaltung

DWS will 20 Milliarden Euro für „europäische Transformation“ mobilisieren

Von: Yasmin Osman

Die Fondsgesellschaft baut ihr Angebot an Risikoinvestments aus. Dass sie vor allem Deutsche-Bank-Kunden ansprechen will, birgt allerdings Potenzial für Interessenkonflikte.

Fondsprodukte, die auf alternative Anlagen spezialisiert sind, bieten höhere Margen. REUTERS

Logo der Deutsche-Bank-Tochter DWS

Fondsprodukte, die auf alternative Anlagen spezialisiert sind, bieten höhere Margen.

Frankfurt Die Fondsgesellschaft DWS will Investoren mehr Möglichkeiten bieten, in Risikoanlagen zu investieren, die in unterschiedlicher Form Transformationsvorhaben in der Europäischen Union finanzieren. „Die DWS zielt darauf ab, bis zum Jahr 2027 bis zu 20 Milliarden Euro an Kapital über bestehende und neue Investment-Lösungen einzuwerben“, geht aus einer Mitteilung hervor, die dem Handelsblatt vorab vorlag.

Der Fondstochter der Deutschen Bank geht es vor allem darum, Investorengelder für Risikoinvestments zu mobilisieren, für die es von Banken in der Regel keine Finanzierung gibt. In der Mitteilung ist von einer „breiten Palette von Finanzierungsprodukten“ die Rede: „Diese werden von Eigenkapitalbeteiligungen über Mezzanine-Finanzierungen bis hin zu Risikokapital reichen“, heißt es darin.

Solche Finanzierungen fallen überwiegend in den Bereich der alternativen Anlageklassen. Diese Produkte sind für Fondsanbieter attraktiv, da sie höhere Margen erzielen als etwa Geldmarktfonds. Der auf diese Anlageklassen spezialisierte Datenanbieter Prequin prognostiziert für das Segment ein Wachstum von durchschnittlich 14,8 Prozent pro Jahr bis 2026.

Dass die DWS diesen Bereich stärken will, hatte sie vor Kurzem mit der Einstellung des Blackstone-Managers Paul M. Kelly signalisiert, der den Alternatives-Bereich global verantworten und an DWS-Chef Stefan Hoops berichten soll.

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    Das Spektrum möglicher Anlageziele, das die DWS unter dem Schlagwort „europäische Transformation“ zusammenfasst, ist breit. Es reicht von „strategischen Bereichen, Branchen und Firmen“, die am grünen Umbau der Wirtschaft mitwirken, über Infrastrukturinvestitionen bis hin zu Immobilieninvestments. Dem Vernehmen nach würden auch Investitionen in die Definition fallen, die die Abhängigkeit von bestimmten Lieferketten verringern. Erste Investment-Lösungen sind für das kommende Jahr geplant.

    Bei der Suche nach passenden Anlageobjekten will die DWS unter anderem eng mit ihrem Mutterkonzern Deutsche Bank zusammenarbeiten. Wie diese Zusammenarbeit aussehen kann, skizzierte DWS-Aufsichtsratschef Karl von Rohr, der auch Vize-Chef der Deutschen Bank ist: Die Transformation werde zu einem großen Teil von kleinen und mittleren Unternehmen vorangetrieben, die keinen direkten Zugang zu den Kapitalmärkten oder anderen Finanzierungsquellen hätten und auf Kredite angewiesen seien.

    Die Deutsche Bank könne diese Lücke schließen: „Wir können über unsere etablierten Kundenbeziehungen in der Unternehmensbank und der Investmentbank Projekte finanzieren, direkten Zugang zu den Kapitalmärkten bieten oder mit unserem Vermögensverwalter DWS zusammenarbeiten, um diese Finanzierungen für unsere privaten und institutionellen Kunden investierbar zu machen“, sagte von Rohr.

    Die Konstellation birgt allerdings auch Interessenkonflikte: Wenn die DWS einem Deutsche-Bank-Kunden Risikokapital zur Verfügung stellt, sichert das womöglich bestehende Kredite der Deutschen Bank an diesen Kunden ab. Die DWS muss als Treuhänder deshalb besonders darauf achten, dass die Deutsche Bank ihr nicht ihre Problemkunden andient.

    In der Mitteilung gehen Deutsche Bank und DWS nicht auf den Umgang mit solchen potenziellen Konflikten ein. In Kapitalmarktkreisen heißt es lediglich, die DWS sei sich ihrer treuhänderischen Verantwortung sehr bewusst, habe gegenüber der Deutschen Bank keine „Abnahmeverpflichtungen“ und werde nur Fonds lancieren, die über genügend qualifiziertes Personal verfügen, solche Investments zu beurteilen.

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