Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

25.08.2022

16:49

Zahlungsdienstleister

Unzer bekommt Ärger mit der Bafin

Von: Yasmin Osman

Dem Heidelberger Zahlungsdienstleister drohen Strafen der Finanzaufsicht. Vor allem Mängel in der Geldwäscheprävention sorgen für Unmut bei den Behörden.

Bei einer intensiven Sonderprüfung haben die Aufseher bei Unzer offenbar einige Mängel entdeckt. REUTERS

Logo der Finanzaufsicht Bafin

Bei einer intensiven Sonderprüfung haben die Aufseher bei Unzer offenbar einige Mängel entdeckt.

Frankfurt Eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin könnte für den Heidelberger Zahlungsdienstleister Unzer teuer werden. Denn die Aufsichtsbehörde wird gegen Unzer demnächst eine Geldbuße verhängen. Mehrere mit dem Sachverhalt vertraute Personen bestätigten gegenüber dem Handelsblatt einen entsprechenden Bericht des „Manager Magazin“. Dem Magazin zufolge könnte die Bafin sogar ein Neugeschäftsverbot verhängen, wie sie es bereits bei N26 getan hatte.

Hintergrund für den Ärger sind Insidern zufolge unter anderem Mängel bei der Geldwäscheprävention, die die Bafin festgestellt hat. Sie hatte vor einem Jahr eine Sonderprüfung bei Unzer und weiteren Zahlungsdienstleistern wie Payone und Concardis begonnen. Dabei geht es um die Frage, ob die Vorkehrungen gegen Geldwäsche und andere illegale Geschäfte ausreichend seien, wie mehrere mit dem Sachverhalt vertraute Personen im vergangenen Jahr dem Handelsblatt gesagt hatten.

Darüber hinaus nahm die Bafin auch die Margen unter die Lupe, die die Zahlungsdienstleister in manchen Geschäftsbereichen erzielen, die vom Üblichen abweichen. Das ist eine direkte Lehre aus dem Fall Wirecard, wo genau dies der Fall war, ohne dass es der Bafin aufgefallen wäre. Solche unüblichen Margen können ein Hinweis darauf sein, dass ein Unternehmen auch riskante Kunden akzeptiert.

Im Falle Unzer ging es neben Geldwäsche-Mängeln dabei von vorneherein auch um Geschäfte und Verbindungen zu dem deutschen Geschäftsmann Ruben Weigand, der im Sommer in den USA wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt wurde. Weigand und ein Komplize hatten aus Sicht der Justiz geholfen, Kartenzahlungen für Käufe von Marihuanaprodukten in den USA zu verschleiern. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Unzer-Gründer Mirko Hüllemann hatte sich amerikanischen Gerichtsunterlagen zufolge unter anderem bereit erklärt, für Weigand eine Kaution zu zahlen. Hüllemann zog sich im vergangenen Jahr aus der Geschäftsführung von Unzer zurück.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×