Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

28.09.2022

10:15

Zahlungsdienstleister

Wechsel an der Paydirekt-Spitze – Onlinebezahldienst bekommt neuen Chef

Von: Elisabeth Atzler

Nachfolger von Christian von Hammel-Bonten wird Henning vorm Walde. Der Sparkassen-Manager ist beim Giropay-Anbieter voll im Thema.

Der Onlinehandel geht weitgehend an dem Bezahldienst der deutschen Banken vorbei. dpa

Bezahldienst Paydirekt

Der Onlinehandel geht weitgehend an dem Bezahldienst der deutschen Banken vorbei.

Frankfurt Paydirekt bekommt einen neuen Chef. Nach fünf Jahren an der Spitze verlässt Christian von Hammel-Bonten den Onlinebezahldienst der deutschen Banken im Dezember. Auf ihn folgt der Sparkassen-Manager Henning vorm Walde, der den Posten schon zum 1. Oktober antritt, wie Paydirekt am Mittwochvormittag mitteilte.

Vorm Walde sei ein erfahrener Manager mit Schlüsselkompetenzen in Digitalisierungs- und Innovationsthemen, sagte Torsten Daenert, Vorsitzender des Paydirekt-Verwaltungsrats. Er werde „die eingeschlagene Transformation und das Wachstum substanziell vorantreiben“, so der Commerzbank-Manager.

Vorm Walde ist bereits bei den deutschen Sparkassen für Paydirekt zuständig. Der 43-Jährige ist seit gut vier Jahren Geschäftsführer der GIZS, die die Paydirekt-Beteiligung der Sparkassen-Finanzgruppe managt. Gesellschafter der GIZS sind die Landesbank Baden-Württemberg, die Landesbank Hessen-Thüringen und der Deutsche Sparkassenverlag. Vorm Walde war zuvor für den Sparkassenverband Rheinland-Pfalz tätig. Von Hammel-Bonten arbeitete vor seiner Paydirekt-Zeit unter anderem für den Zahlungsdienstleister Wirecard, der 2020 zusammenbrach.

Die deutschen Banken haben ihre großen Ambitionen mit Paydirekt, das 2015 gestartet ist, bei Weitem verfehlt. Paydirekt sollte dem US-Bezahldienst Paypal Paroli bieten, spielt aber nur eine Minirolle als Bezahlangebot im E-Commerce. Die Firma gehört den Sparkassen, den Genossenschaftsbanken sowie der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ende 2020 wurde Paydirekt mit dem Wettbewerber Giropay, der ebenfalls den deutschen Banken gehörte, verschmolzen. Das Bezahlverfahren nennt sich inzwischen nur noch Giropay, das Unternehmen dahinter nach wie vor Paydirekt. Giropay wurde bereits 2005 gegründet.

    Künftig soll auch das Bezahlen über die Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, bei Giropay möglich sein. Für vorm Walde wird entscheidend sein, ob das Paydirekt voranbringt oder ob der Bezahldienst weiter zurückfällt. Paypal hat auf dem deutschen Markt zuletzt noch an Bedeutung gewonnen.

    So niedrig ist das Transaktionsvolumen von Paydirekt

    Im Jahr 2021, also nach dem Zusammenschluss mit Giropay, wickelte Paydirekt nur 17,8 Millionen Transaktionen ab. Das Transaktionsvolumen betrug gut 1,5 Milliarden Euro. Der Großteil der Zahlungen dürfte über Giropay gelaufen sein. Giropay wickelte bereits vor zwei Jahren monatlich eine Million Transaktionen ab, wie es damals angab.

    Im Jahr 2020 kam Paydirekt, damals noch ohne die Giropay-Verstärkung, lediglich auf 3,3 Millionen Zahlungen. Das Transaktionsvolumen betrug knapp 290 Millionen Euro.

    Das ist minimal angesichts des Umsatzes im deutschen Onlinehandel. Laut Handelsverband HDE betrug er im Jahr 2020 netto knapp 73 Milliarden Euro, 2021 waren es fast 87 Milliarden Euro. Hinzu kommt, dass der Ticketverkauf beispielsweise der Deutschen Bahn, ein wichtiger Kunde von Paydirekt, nicht in den HDE-Zahlen enthalten ist.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×