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28.09.2022

15:56

Zahlungsverkehr

Trotz Problemen vieler Fintechs: Satispay sammelt 320 Millionen Euro ein und wird zum Einhorn

Die Finanzierungsrunde kommt zu einer Zeit, in der viele Paymentfirmen einen deutlichen Wertverlust hinnehmen mussten. Die Italiener wollen das nächste führende Zahlungsnetzwerk in Europa schaffen.

Das italienische Fintech will das nächste führende Zahlungsnetzwerk in Europa werden. Satispay

Satispay-App

Das italienische Fintech will das nächste führende Zahlungsnetzwerk in Europa werden.

Frankfurt Das italienische Finanz-Start-up (Fintech) Satispay hat 320 Millionen Euro frischer Mittel eingesammelt. Damit steigt seine Bewertung nach eigenen Angaben auf mehr als eine Milliarde Euro.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom US-Investor Addition. Mit Greyhound, Coatue und Tencent gibt es weitere bekannte Geldgeber. Seit der Firmengründung im Jahr 2013 hat Satispay insgesamt 450 Millionen Euro an Kapital erhalten.

Alberto Dalmasso, Mitgründer und Chef von Satispay, erklärte, die Firma wolle „das nächste führende Zahlungsnetzwerk in Europa“ schaffen. Satispay bietet eine Bezahl-App an, mit der Verbraucher sich untereinander Geld schicken und an der Ladenkasse bezahlen können – vorausgesetzt, der Händler hat Satispay in sein Kassensystem integriert.

Die Finanzierungsrunde kommt zu einer Zeit, in der viele Paymentfirmen einen deutlichen Wertverlust hinnehmen mussten. Die Aktien der US-Zahlungsfirmen Affirm und Paypal haben binnen Jahresfrist stark verloren, dasselbe gilt für Adyen in Europa.

Das schwedische Start-up Klarna musste mit der jüngsten Finanzierungsrunde im Juli sogar einen heftigen Abschlag hinnehmen. Klarna, bekannt für seine Bezahlmethode „Buy now, pay later“, erhielt zwar 800 Millionen Dollar. Allerdings sank die Bewertung um 85 Prozent auf nun 6,7 Milliarden Dollar (zum aktuellen Kurs etwa sieben Milliarden Euro). Als Klarna im Juni 2021 frische Mittel eingesammelt hatte, war die Bewertung noch auf 45,6 Milliarden Dollar taxiert worden.

In Deutschland ist Satispay nur minimal präsent

Satispay zählt drei Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie 200.000 Händler als Kunden – vor allem in Italien. Darunter seien viele kleine Geschäfte, aber auch große Händler und Restaurants wie Carrefour, Benetton, Decathlon, McDonald’s und die italienische Eisenbahngesellschaft Trenitalia.

In Deutschland ist Satispay bisher nur minimal präsent. Im Raum Berlin habe Satispay rund 1000 Shops als Kunden gewonnen. Die Zahl der Nutzer betrage etwa 20.000.

Beim Bezahlen an der Ladenkasse setzt Satispay nicht auf die verbreitete NFC-Technik, auf der das kontaktlose Bezahlen mit Bankkarte, aber auch Apple Pay und Google Pay basieren. Stattdessen laufen die Zahlungen beispielsweise über einen QR-Code, der am Kartenlesegerät erscheint.

Dafür müssen Händler wie private Nutzer ihre Bankdaten in der Satispay-App hinterlegen. Neben dem Scannen des QR-Codes gibt es die Option, dass dem Verbraucher eine Zahlungsaufforderung des Händlers in der Bezahl-App angezeigt wird. Oder sie müssen den Betrag selbst eingeben.

Größter externer Anteilseigner ist nach der aktuellen Finanzierungsrunde Addition mit 17 Prozent. Der Anteil der Satispay-Gründer – neben Dalmasso sind das Dario Brignone und Samuele Pinta – ist laut Firmenangaben aber noch höher.

Von

ea

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