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30.06.2022

12:31

Zentralbank

EZB-Aufseher Enria: Banken sollen gestiegene Rezessionsgefahr stärker berücksichtigen

Ein mögliches Gasembargo oder ein Rezessionsszenario könnten die Geldhäuser der Euro-Zone bedeutend schwächen. Chefaufseher Enria warnt vor den Folgen.

Chefbankenaufseher Andrea Enria spricht von einer positiven Auswirkungen der geplanten Zinserhöhungen auf die Großbanken im Euro-Raum. dpa

Die EZB am Morgen

Chefbankenaufseher Andrea Enria spricht von einer positiven Auswirkungen der geplanten Zinserhöhungen auf die Großbanken im Euro-Raum.

Frankfurt Institute im Euro-Raum sollen laut EZB-Bankenaufsicht dazu aufgefordert werden, in ihren Geschäftsplänen auch die Gefahr einer Rezession zu berücksichtigen. Dieses Vorhaben werde im Aufsichtsgremium nächste Woche besprochen, sagte der Chef-Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria, am Donnerstag in einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments.

Die Kontrolleure schlügen vor, dass Banken ihre Kapital-Entwicklungen unter einem stärker negativen Konjunkturszenario neu berechnen sollen. „Das schließt auch ein potenzielles Gasembargo oder ein Rezessionsszenario ein“, sagte Enria. Die Aufsicht werde diese Informationen bei der Überprüfung der Ausschüttungspläne der Banken nutzen.

„Die anhaltende Erholung von der Covid-19-Pandemie und Störungen, die die russische Invasion der Ukraine verursacht hat, sorgen für einen unsicheren Konjunkturausblick“, sagte Enria. Das aktuelle Umfeld sei durch erhöhte Schwankungsanfälligkeit und niedrige Börsenbewertungen geprägt. Märkte gingen davon aus, dass die Profitabilität und die Qualität der Vermögenswerte von Banken durch negative Konjunkturentwicklungen beeinträchtigt werden könnten.

Die Möglichkeit noch schlechterer Wachstums- und Inflationsszenarien könne daher nicht ausgeschlossen werden. Dazu gehörten dann womöglich auch neue oder strengerer Sanktionen im Energie- und Rohstoffsektor und Vergeltungsmaßnahmen Russlands. Der allmähliche Zinsanstieg sei dagegen generell positiv für die Branche.

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    „Die graduelle Erhöhung der Zinsen kommt insgesamt den Banken zugute“, sagte Enria. Die günstigen Auswirkungen auf die Zinsmargen der Institute würden wohl höher sein als die negativen Folgen. Im ersten Quartal hätten steigende Anleiherenditen zusammen mit einem anhaltenden Kreditwachstum für Unterstützung bei den Nettozinserträgen der Institute gesorgt.

    Die EZB hat in Aussicht gestellt, angesichts des massiven Inflationsschubs im Euro-Raum die Zinsen im Juli erstmals seit 2011 anzuheben. Im September soll ein zweiter Zinsschritt folgen. Andere großen Notenbanken, etwa die Bank of England oder die Fed in den USA haben die Zinswende längst vollzogen.

    Die EZB ist für die Aufsicht über die Großbanken im Euro-Raum zuständig. Aktuell überwacht sie 111 Institute, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank.
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    Von

    rtr

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