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26.01.2023

22:36

Deutsche Bank

Großaktionär aus Katar legt aktuelle Beteiligungshöhe offen

Von: Yasmin Osman

Offiziell besaß die katarische Herrscherfamilie bislang sechs Prozent an der Deutschen Bank. Eine Stimmrechtsmitteilung zeigt nun, dass der Anteil wohl höher liegt.

Die katarische Herrscherfamilie ist seit langem bei der Deutschen Bank investiert, nur über die aktuelle Höhe der Beteiligung gibt es Spekulationen. imago images/Hannelore Förster

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Die katarische Herrscherfamilie ist seit langem bei der Deutschen Bank investiert, nur über die aktuelle Höhe der Beteiligung gibt es Spekulationen.

Frankfurt Über die wahre Höhe der Beteiligung der katarischen Herrscherfamilie Al Thani an der Deutschen Bank ist schon viel spekuliert worden. Offiziell hielten der frühere Emir Hamad bin Khalifa Al Thani und sein Cousin, der frühere Premierminister Hamad bin Dschassim bin Dschaber al Thani, über zwei Investmentvehikel seit Jahren zusammen 6,1 Prozent der Aktien. Doch schon immer gab es Gerüchte, dass die Al Thanis tatsächlich zusammen knapp zehn Prozent des Instituts kontrollieren, womöglich über Derivate-Konstruktionen.

Nun zeigt eine aktuelle Stimmrechtsmitteilung von Hamad bin Dschassim bin Dschaber al Thani, dass zumindest sein Einfluss größer ist als bislang bekannt. Demnach kontrolliert sein Fonds Paramount Services Holdings 4,54 Prozent der Deutsche-Bank-Aktien. Bislang wurden Paramount nur 3,05 Prozent der Anteile zugerechnet.

Normalerweise müssen Stimmrechtsanteile nur dann veröffentlicht werden, wenn bestimmte Schwellenwerte über- oder unterschritten werden, etwa drei Prozent oder fünf Prozent. Das ist bei Paramount nicht der Fall gewesen.

Hintergrund für die Veröffentlichung ist der Mitteilung zufolge eine „freiwillige Konzernmitteilung aufgrund Reorganisation auf der Ebene der Tochtergesellschaft“. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Hintergründen der Mitteilung nicht äußern.

Von Supreme Universal Holdings, der Investmentfirma von Hamad bin Khalifa Al Thani, wurde am Mittwoch keine solche Mitteilung bekannt. Das kann daran liegen, dass es dort keine Reorganisation gab, die dafür ein Anlass hätte sein können. Dass der Anteil von Supreme Universal ähnlich hoch ist wie der von Paramount Services, liegt allerdings nahe, da die Fonds in der Vergangenheit immer in gleicher Höhe bei der Deutschen Bank investiert waren.

Dass über die wahre Höhe der Katar-Beteiligung an der Deutschen Bank überhaupt so viel spekuliert wurde, lag an einer Mitteilung, die die Bank im Juli 2016 verschickt hatte. Damals ging es um die Berufung des heutigen Deutsche-Bank-Vorstands Stefan Simon in den Aufsichtsrat der Bank, da Simon mit Einverständnis der Katarer in das Gremium gewählt wurde.

In diesem Zusammenhang schrieb die Bank: „Die beiden Aktionäre hatten der Deutschen Bank mitgeteilt, dass sie ihre Anteile auf jeweils fast fünf Prozent aufgestockt haben.“ Aktenkundig wurde der Anteil, der über die offiziell jeweils 3,05 Prozent hinausging, bislang aber nicht.

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