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10.11.2022

14:59

Versicherung

Allianz mit starkem Quartal – Analysten loben vor allem die geplanten Aktienrückkäufe

Von: Susanne Schier, Christian Schnell

Für die Allianz war das operative Ergebnis im dritten Quartal höher als erwartet. Im Gesamtjahr peilt der Münchener Versicherer nun das obere Ende der prognostizierten Gewinnspanne an.

Der Versicherer startet nach einem starken dritten Quartal ein Aktienrückkaufprogramm. dpa

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Der Versicherer startet nach einem starken dritten Quartal ein Aktienrückkaufprogramm.

Frankfurt, München Nach einem starken dritten Quartal hat der Münchener Dax-Konzern Allianz ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Ab Mitte November bis spätestens Ende 2023 will der Versicherer Aktien im Wert von einer Milliarde Euro zurückkaufen, wie das Unternehmen am späten Mittwochabend bekannt gab. An der Börse kam das gut an: Die Allianz-Aktie gehörte am Donnerstag zu den Gewinnern im deutschen Leitindex.

Operativ verdiente Europas größter Versicherer von Juli bis September 3,5 Milliarden Euro, etwas mehr als von Analysten erwartet. „Das ist unser höchster operativer Gewinn in einem dritten Quartal“, sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol in einer Telefonkonferenz.

Für die ersten neun Monate des Jahres ergibt sich damit ein operatives Ergebnis von 10,2 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr geht der Konzern nun von einem Gewinn in der oberen Hälfte der Zielspanne von 12,4 bis 14,4 Milliarden Euro aus.

Analysten hoben vor allem die geplanten Aktienrückkäufe positiv hervor. Auch wenn das Programm erwartet worden sei, sei es eine positive Nachricht, schrieb Kamran Hossain von JP Morgan. Denn es zeige, dass sich die Allianz mit Rückzahlungen an Aktionäre nicht aufhalten lasse. Will Hardcastle von der UBS lobte, dass das Volumen der Rückkäufe am oberen Ende der Erwartungen liege.

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    Dies könnte der Allianz-Aktie, die im Jahresverlauf im Minus liegt, Rückenwind geben. Denn durch eine geringere Aktienanzahl steigt der Gewinn je Aktie, was tendenziell zu höheren Kursen führt.

    Im Sommer hatten bereits die großen Allianz-Wettbewerber angekündigt, ebenfalls in eigene Aktien investieren zu wollen. Axa verkündete ein Rückkaufprogramm von über einer Milliarde Euro, Generali über 500 Millionen Euro und die Zurich sogar über 1,8 Milliarden Schweizer Franken.

    Schaden-Unfall-Versicherung treibt den Gewinn

    Bei der Allianz stieg der Konzernumsatz nach neun Monaten um 5,3 Prozent auf 116 Milliarden Euro. Vor allem das Geschäft mit Schaden- und Unfallversicherungen lief gut. In der gewöhnlich ertragreichsten der drei Konzernsparten stieg der Umsatz nach neun Monaten überdurchschnittlich um 12,7 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro. Ein deutliches Plus gab es beim operativen Gewinn, der um über 13,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro anstieg.

    Allerdings kam die Schaden-Kosten-Quote der Sparte von 94 Prozent bei UBS-Analyst Hardcastle nicht gut an. Die Kennzahl sei höher als erwartet ausgefallen, was wohl aus den gestiegenen Schadenkosten insbesondere in der Kfz-Versicherung resultiere.

    Bei Lebens- und Krankenversicherungen, der zweitwichtigsten Sparte, bekam der Konzern die Auswirkungen geringerer Einmalbeiträge in Deutschland zu spüren. Der operative Gewinn sank im dritten Quartal auf eine Milliarde Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

    Anleger ziehen Vermögen ab

    Die Vermögensverwaltung als kleinste der drei Konzernsparten litt zuletzt unter den Auswirkungen geringerer Erträge aus verwaltetem Vermögen und geringeren Provisionen. Der Bereich, in dem die beiden Vermögensverwalter Pimco und AGI zusammengefasst sind, verdiente nach neun Monaten 2,4 Milliarden Euro und damit 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

    Das für Dritte verwaltete Vermögen ging um 43 Milliarden Euro auf 1,726 Billionen Euro zurück. Finanzvorstand Terzariol bezeichnete es aber als nicht unüblich, dass Investoren in einem Umfeld steigender Zinsen zunächst „an der Seitenlinie warten“, bis sie wieder investieren. Zusammen mit eigenen Anlagen verwaltete der Konzern nun 2,245 Billionen Euro.

    Wegen der fehlgeschlagenen Hedgefonds-Strategien in den USA, die für die Allianz in diesem Jahr milliardenschwere Straf- und Entschädigungszahlungen zur Folge hatten, lag die Eigenkapitalrendite (Return on Equity, ROE) im dritten Quartal nur bei 9,4 Prozent. Auch der Gewinn je Aktie leidet weiter. Er betrug nur noch 11,37 Euro nach 16,64 Euro im Vorjahreszeitraum.

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