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03.06.2022

15:29

Versicherungskonzern

Allianz verkauft Mehrheit an Russland-Geschäft

Von: Susanne Schier

Käufer ist die Interholding, der Mutterkonzern des russischen Konkurrenten Zetta Insurance. Die Allianz muss durch den Deal rund 400 Millionen Euro an Verlusten realisieren.

Interholding übernimmt die Mehrheit am Russland-Geschäft. ullstein bild/Getty Images

Allianz

Interholding übernimmt die Mehrheit am Russland-Geschäft.

Frankfurt Die Allianz zieht sich nicht vollständig aus Russland zurück, reduziert ihr Engagement dort aber deutlich. Der Dax-Konzern verkauft eine Mehrheitsbeteiligung an seinem russischen Geschäft an Interholding, den Eigentümer des russischen Sachversicherers Zetta Insurance.

Einen Preis nannte der Versicherer nicht. Die Transaktion werde die Gewinn- und Verlustrechnung aber voraussichtlich mit 400 Millionen Euro belasten. Das teilte der Münchener Konzern am Freitag mit.

Die Allianz wird den Angaben zufolge nach Abschluss der Transaktion noch 49,9 Prozent an dem kombinierten Unternehmen besitzen. Sie stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Der Versicherer rechnet mit einem Abschluss im zweiten Halbjahr.

Bei der Präsentation der Quartalszahlen Mitte Mai hatte Allianz-Finanzvorstand Giulio Terzariol gesagt, dass ein Komplettabschied aus Russland sehr wahrscheinlich sei, nachdem die Truppen des Landes Ende Februar in die Ukraine einmarschiert waren. Im Jahr 2021 hatte das Russlandgeschäft einen Anteil von knapp 0,2 Prozent an den gebuchten Bruttoprämien des Allianz-Konzerns.

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    Ziel der nun angestrebten Lösung mit Minderheitsbeteiligung ist, Kontinuität für Kunden und Mitarbeiter zu gewährleisten, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Allianz will damit offenbar sicherstellen, dass das Geschäft von dem neuen Partner ordentlich weitergeführt wird. Ob der Dax-Konzern seinen Anteil an dem Unternehmen künftig reduzieren oder ganz verkaufen will, ließ er offen.

    Auch andere Versicherer ziehen sich aus Russland zurück

    Die negative Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung ergebe sich vor allem durch die Umgliederung bereits im Eigenkapital erfasster negativer Währungseffekte, hieß es weiter. Konkret bedeutet das: Bewertungsverluste, die bislang nur im Eigenkapital ausgewiesen wurden, müssen durch den Teilverkauf des Geschäfts realisiert und auch in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt werden.

    Dies hat laut Allianz aber keine Auswirkungen auf das Solvenzkapital und die Cash-Position. Eine künftige Dividendenzahlung an die Aktionäre dürfte dies also beispielsweise nicht beinträchtigen.

    Die Zetta Insurance hat der Allianz zufolge mehr als 120 Verkaufsstellen in Russland, mit mehr als 6500 Agenten in mehr als 150 russischen Städten. Der Versicherer betreut neben kleinen und mittleren Unternehmen mehr als eine Million Kunden.

    Zuletzt hatte sich eine Reihe von Versicherern aus Russland zurückgezogen. Der Schweizer Konzern Zurich teilte vor Kurzem mit, sein Russlandgeschäft an elf Mitarbeiter zu verkaufen. Der Schaden- und Unfallversicherer werde unter anderer Marke weitergeführt, der Zurich-Konzern habe dann kein Geschäft mehr in Russland.

    Die Talanx-Tochter HDI International hatte ihre russische Lebensversicherungseinheit noch vor Kriegsbeginn an die Sovcombank veräußert.

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