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05.09.2019

12:20

+++ Newsblog Banken-Gipfel +++

ING-Chef Hamers erwartet vorerst keine Fusionen unter Europas Großbanken

Das Handelsblatt bringt die führenden Köpfe aus Politik und Finanzwelt gemeinsam auf die Bühne. Verfolgen Sie alle Ereignisse des Banken-Gipfels im Newsblog.


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Felix Holtermann
„Die Digitalisierung ist nicht nur ein Kostenfaktor, den Banken schultern müssen. Stattdessen kann sie Banken dazu bringen, neue Ertragsquellen zu heben“, glaubt Hamers. Mithilfe neuer Technologien könnten Europas Banken auch aus ihrer Ertragsschwäche herauskommen. „Wir haben innerhalb von zehn Monaten eine digitale Bank auf den Philippinen aufgebaut“, erzählt Hamers. Das Besondere: Neu programmiert werden musste hier nur wenig. „Wir haben vor allem bestehende Codes verwendet.“ 
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Felix Holtermann
Grenzüberschreitende Konsolidierungen in Europa, also die Fusion von Großbanken, erwartet Hamers derzeit nicht. Dafür sei die europäische Bankenunion noch nicht ausgestaltet genug. Die ING-Strategie basiere auf organischem Wachstum, nicht auf dem Zukauf anderer Banken. „M&A ist für uns kein wichtiges Thema, um uns zu vergrößern“, sagt Hamers. Zukaufen könnte die ING bei spezifischen Technologie-Teams oder -Unternehmen.
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Felix Holtermann
Thema Zukunft der Banken: Hamers glaubt, Banken wirtschafteten künftig „purpose driven“. Heißt: Banken müssten sich klarmachen, dass sie nie primäre Bedürfnisse erfüllten, sondern nur sekundäre. „Kein Mensch wacht morgens auf und sagt, ich brauche einen Kredit“, sagt Hamers. Vielmehr bräuchten Kunden ein neues Auto, wollten sich etwas leisten – und die Bankdienstleistung, die das ermögliche, sei nur ein abgeleitetes Bedürfnis. „Banken müssen also bescheidener werden“, fasst Moderatorin Rexer zusammen.
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Felix Holtermann
Natürlich könnte die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter angesichts des Umbaus der ING und des Aufbaus der „Tribe“-Struktur zunächst sinken. Doch langfristig werde sich das Engagement wieder erhöhen, gibt sich Hamers überzeugt. Banken müssten Mitarbeiter auf dem Weg der Transformation mitnehmen, etwa durch den Einsatz externer Coaches. Diese würden bei der ING regelmäßig eingesetzt. Wie hält er es selbst damit, will Moderatorin Andrea Rexer wissen. „Ich selbst habe keinen Coach“, gibt Hamers zu. Warum? „Das ist eine gute Frage.“

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Felix Holtermann
ING steckt mitten im Strukturwandel. Beispielsweise hat die deutsche ING die Vorstandsbüros abgeschafft. Auf Nachfrage erklärt Hamers, dass er selbst nach dem Umzug in eine neue Zentrale kein eigenes Büro mehr haben werde. Allerdings: Die Abschaffung von Einzelbüros sei nicht gleichbedeutend mit dem Aufbau einer agilen Arbeitswelt, betont der ING-Chef. Das erfordere mehr – etwa den Einsatz agiler Teams, die die ING „Tribes“ nennt, „Stämme“.
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Felix Holtermann
Banken können ziemlich schnell grün werden“, sagt Hamers. Schließlich sei ihr direkter Klima-Fußabdruck relativ klein. Problematischer sei der indirekte Fußabdruck, den Banken durch die von ihnen angebotenen Anlagen aufwiesen. Hier sei noch viel zu tun.
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Michael Maisch

Auf die Frage, was die größere Herausforderung sei: digitaler zu werden oder grüner, antwortet Hamers: Die Digitalisierung sei zumindest kurzfristig die größere Herausforderung.
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Felix Holtermann
ING habe sich dazu verpflichtet, ihren Kunden nachhaltige Produkte anzubieten. Das Problem sei nur, dass manche Kunden dann abwandern könnten, sagte Hamers. Er wolle daher andere CEOs vom Ziel des nachhaltigen Investierens überzeugen, um die Verabredungen der Klimagipfel in Paris und Kattowitz einzuhalten.
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Felix Holtermann
Andrea Rexer startet mit einer Frage nach der persönlichen Nachhaltigkeit des Chefs der größten niederländischen Bank: "Wie sind Sie von Amsterdam nach Frankfurt gekommen?" Hamers antwortet schmunzelnd: „Ich bin mit einem Hybridauto hergekommen. Also zumindest etwas nachhaltig.“ Die ING wirtschafte als Konzern schon seit  2007 klimaneutral. Ab 2020 wolle die Bank für alle Standorte rund um den Globus erneuerbare Energien nutzen.
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Anne Wiktorin
Ralph Hamers, Vorstandschef der niederländischen ING Gruppe, stellt sich den Fragen von Andrea Rexer, Ressortleiterin Unternehmen & Märkte beim Handelsblatt.
Bild: Foto: Marc-Steffen Unger
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Elisabeth Atzler

N26-Manager Georg Hauer schließt Strafzinsen für Kunden aus: Bei N26 werde „es sicherlich niemals einen Minuszins für Kunden geben“.

Bild: Foto: Marc-Steffen Unger
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Elisabeth Atzler

Kritik an etablierten Banken: „Gerade die Kundenzufriedenheit wurde lange vernachlässigt“, meint Georg Hauer, Deutschlandchef der Smartphone-Bank N26.

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Tom Körkemeier
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Anne Wiktorin
Nach einer kurzen Pause geht es in Frankfurt gegen 11.30 Uhr weiter. Gesprächspartner auf der Bühne wird Georg Hauer sein. Er ist bei der Onlinebank N26 zuständig für die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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Michael Maisch
Hufeld hat eine klare Meinung zum von einigen Politikern geforderten Verbot von Negativzinsen für Privatkunden: „Ich würde der Politik nicht raten, dieses Instrument in Erwägung zu ziehen.“
Bild: Marc-Steffen Unger
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Michael Maisch
Dorothee Blessing, Chefin von JP Morgan Germany, sieht den harten Wettbewerb durch die hohe Bankendichte in Deutschland als einen wichtigen Grund für die Profitabilitätsprobleme der deutschen Banken.
Bild: Marc-Steffen Unger
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Michael Maisch
Banken müssten ihr Portfolio radikaler überprüfen, fordert Hufeld. Es gebe nicht viele Banken, die viele Geschäftsfelder parallel betreiben könnten.
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Michael Maisch
Bafin-Chef Hufeld warnt, dass sich die Banken in einem schwierigen Umbruch befinden, der noch zehn Jahre anhalten wird. Herausforderer seien nicht nur die jungen, unter dem Stichwort Fintechs bekannten Unternehmen, sondern auch die Technologieriesen aus den USA und Asien.
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Michael Maisch
Am Ende werde die Niedrigzinsdiskussion nicht nur die Bankkunden erreichen, sondern auch die Mitarbeiter der Banken betreffen, warnt Fröhlich. Damit deutet der DZ-Banker an, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind.
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Handelsblatt Premium

Kommentare (3)

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Herr Josef Berchtold

05.09.2019, 09:52 Uhr

Negativ-Zinsen generell abschaffen. Null-Zinsen, ja. Neue Instrumente starten. Beispiel: In einer Rezession würde vermutlich auch die Baubranche im Wohnungsbau große Probleme bekomme, trotzdem viele bezahlbare Wohnungen fehlen. Deshalb Staatsbank-Geld schöpfen und Grundstücke kaufen. Darauf Genossenschaftswohnungen bauen. Rückzahlung ohne Zinsen in ca. 50 Jahren. Neues wagen, denn ohne Investitionen kollabiert das gegenwärtige System. Infolge eines Zusammenbruchs würde sich ohnehin sehr viel drastisch ändern. Das wollen nur Extrem-Linke. Deshalb jetzt handeln und klug investieren. Dieses System lebt nur von Dauer-Investition und bringt so Wohlstand hervor.

Herr Hans Schönenberg

05.09.2019, 10:19 Uhr

Interessanter Ansatz, der vielleicht funktionieren kann.

Herr Hatto Graf

05.09.2019, 12:41 Uhr

Bevor man darüber nachdenkt, ob man den Negativzins, der ja bei Banken etwas bewirken soll, an den Bürger weitergeben soll oder nicht, sollte man zuerst über die Sinnhaftigkeit des Negativzinses nachdenken. Das Argument von Herrn Draghi, dass damit die Inflation angeregt würde klappt ja so nicht recht. Wer braucht eigentlich Inflation? Geldwertstabilität wäre doch wünschenswert. Sind die Damen und Herren des Bankengipfels in ihrer Diskussion nicht etwas hinterher. Über die Ursachen nicht nach zu denken sondern als gegeben hin zu nehmen und dann darüber zu philosphieren, das kennt man ja von der Politik zur Genüge.
Die EZB handle nicht verantwortungsvoll. Geht es nicht noch allgemeiner und Frau Blessing meint es gäbe zu viel Banken, tolle Bemerkung. Die Frage wäre doch eher, für was brauchen wir noch Banken. Fiktiv, wie die Währung wäre ausreichend, aber doch nicht ein Palast in jeder Stadt. EU mit Vision, ein guter Witz. Die letzte Vision war Herr Draghi mit der Abschaffung des Zinses. Das haben die Bänker bis heute nicht kapiert. ''Vorübergehende Störung''. Diese auf Sand gebaute Arroganz ist beispiellos.
Na dann noch einen schönen Tag......

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