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13.09.2017

06:00 Uhr

Alexa im UBS Wealth Innovation Lab

„Wir bringen die Bank näher zum Kunden“

VonKatharina Schneider

Die Schweizer Großbank UBS entwickelt einen Skill für Amazons Sprachassistentin Alexa. Teilnehmer eines Pilotprojekts haben die erste Version von „Ask UBS“ getestet und teils überraschende Rückmeldungen gegeben.

Bei den Testnutzern der UBS kam Amazons Sprachassistent gut an. dpa

Amazon Echo

Bei den Testnutzern der UBS kam Amazons Sprachassistent gut an.

In ihrem Wealth Management Innovation Lab in Zürich testet die UBS einen Skill für Amazons Sprachassistentin Alexa. Insgesamt drei Monate lang haben Teilnehmer eines Pilotprojekts die erste Version des „Ask UBS“-Skills zu Hause genutzt. Matthias Koller leitet das Projekt und berichtet von teils überraschende Rückmeldungen – die Berater soll die Sprachassistentin aber nicht ersetzen.

Herr Koller, die erste Testphase von „Ask UBS“ ist abgeschlossen. Haben sich Alexa und Ihre Testnutzer gut verstanden?
Wir haben drei Gruppen von Kunden identifiziert: Die Early-Adopter waren sofort begeistert. Die Pragmatiker stehen Alexa grundsätzlich offen gegenüber, bemängeln aber, dass man sie noch zu spezifisch, nach einem bestimmten Muster, ansprechen muss. Die Konservativen haben häufig Sicherheitsbedenken geäußert und fürchten sich davor belauscht zu werden. Einige dieser Teilnehmer haben den Echo immer aus der Steckdose ausgestöpselt, wenn sie ihn nicht benutzen wollten. Wir fokussieren uns nun auf die Gruppe der Early Adopters. Die anderen können wir erst erreichen, wenn die Technologie weiterentwickelt wurde.

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Sicherheitsbedenken sind berechtigt, wie gehen Sie damit um?
In puncto Sicherheit arbeiten wir zusammen mit Amazon an Lösungen. Schließlich haben wir ein gemeinsames Interesse, die persönlichen Daten unserer Kunden und Nutzer zu schützen. Auch für Amazon wäre es problematisch, wenn der Dienst von Unberechtigten kompromittiert würde.

Warum ist die Integration eines Sprachassistenten überhaupt wichtig für die UBS?
Wir möchten Kunden überall einen unkomplizierten, direkten und zeitgemäßen Zugang zu unseren Dienstleistungen anbieten. Wir glauben, dass Sprachassistenten hier in Zukunft eine bedeutsame Rolle spielen könnten. Letztendlich möchten wir nicht den Kunden näher zur Bank bringen, sondern die Bank näher zum Kunden.

Überall? Das spräche doch eher für eine App auf dem Smartphone.
Für Smartphones haben wir bereits diverse Dienste lanciert. Allerdings ist Vermögensverwaltung doch eher ein Thema, dem man sich in Ruhe zu Hause widmet und nicht in der Eile unterwegs. Deshalb ist der Assistent im Wohnzimmer unserer Meinung nach sehr gut für Ask UBS geeignet.

Was genau soll Ask UBS bieten?
Kunden wünschen sich ein tägliches Markt-Update, über das sie erfahren, ob sie mit ihren Zielen „on track“ sind oder es Handlungsbedarf gibt. Daneben beantwortet Alexa viele Fragen rund um die UBS und erklärt die Bedeutung von Fachbegriffen aus der Banking- und Finanzwelt. Sie soll allerdings nicht bloß vorlesen, was auf unserer Website geschrieben steht. Es muss immer auch einen Mehrwert geben.

Im UBS Wealth Management Innovation Lab leitet Koller das Projekt „Ask UBS“. UBS Wealth Management

Matthias Koller

Im UBS Wealth Management Innovation Lab leitet Koller das Projekt „Ask UBS“.

Wie könnte ein solcher Mehrwert aussehen?
Die Antworten sollten maßgeschneidert und persönlich sein. Die sehr natürliche Interaktion mittels Stimme macht die Maschine beinahe unsichtbar, und so steigt die Erwartungshaltung an das „Gespräch“.

Wird Alexa den Kundenberater ersetzen?
Der Pilot zeigte sehr deutlich, dass es als Ergänzung gesehen und geschätzt wird. Bisher laufen Termine in der Vermögensverwaltung meist so ab, dass der Berater zunächst referiert, was sich in den vergangenen Wochen oder seit dem letzten Treffen an den Finanzmärkten getan hat und wie sich das Vermögen entwickelt. Dank Ask UBS können unsere Kunden diese Informationen jederzeit zu Hause bekommen. Auf diese Weise bleibt im Beratungstermin viel mehr Zeit für die individuelle Analysen und Entscheidungen.

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