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26.02.2019

12:04

Bain-Studie zu Google und Apple

Wie Banken die Vorstöße der Tech-Konzerne abwehren können

Von: Katharina Schneider

Das Ergebnis einer neuen Studie der Unternehmensberatung Bain ist ein Alarmsignal für die Banken: Die Kunden liebäugeln mit Finanzprodukten von Tech-Konzernen.

Wie Banken die Vorstöße der Tech-Konzerne abwehren können  dpa

Amazons Echo-Lautsprecher

Der Amazon-Lautsprecher mit dem Alexa Voice Service steht auf einem Tisch. Laut einer Studie ist eine Mehrheit bereit, Finanzprodukte von Technologiefirmen zu kaufen.

FrankfurtEines werden traditionelle Banken nie behaupten können: dass sie niemand vor den großen Technologiekonzernen wie Google, Amazon, Facebook und Apple gewarnt hat. An diesem Dienstag übernimmt die Unternehmensberatung Bain & Company diese Aufgabe.

Sie hat rund 152.000 Bankkunden in 29 Ländern, darunter 9600 in Deutschland, befragt. Das Ergebnis: Hierzulande würden 51 Prozent der Studienteilnehmer ein Finanzprodukt von einem etablierten Technologieunternehmen kaufen. Das ist viel, doch es gibt auch eine gute Nachricht: Im vergangenen Jahr hatten sich sogar 54 Prozent der Befragten offen für Finanzprodukte der Tech-Konzerne gezeigt.

Noch basieren diese Dienste auf den Systemen der Kreditkartenunternehmen, doch neue Regulierungen wie die zweite EU-Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2) ermöglichen auch Nicht-Banken den Zugriff auf die Konten der Kunden. Auch der Handelsriese Amazon hat längst ein eigenes Online-Bezahlsystem und ist in manchen Ländern bereits in die Kreditvergabe eingestiegen.

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In der Studie von Bain zeigt sich einmal mehr, dass Bankkunden ein großes Vertrauen in etablierte Technologiekonzerne haben – den Begriff „Technologiekonzern“ haben die Berater allerdings breit ausgelegt: Als besonders verlässlich wird der Bezahldienst Paypal eingestuft, es folgen Amazon, das Versandhandelsunternehmen Otto – kein typischer Technologiekonzern – sowie Google.

Nach Ansicht von Bain-Partner Dirk Vater, Leiter der Praxisgruppe Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sollte das die Kreditinstitute alarmieren: „Denn dadurch drohen sie mittelfristig nicht nur Erträge zu verlieren, sondern auch den regelmäßigen Kontakt zu ihren Kunden und damit wertvolle Informationen“, sagt er.

Locken könnten die Tech-Konzerne die Kunden insbesondere durch Verknüpfung mehrerer Geschäftsfelder: So gaben in der internationalen Befragung 65 Prozent der Kunden von Amazons Prime-Service an, dass sie offen für Banking mit Amazon wären, wenn ihnen bei dem Onlinehändler dafür ein Rabatt in Höhe von zwei Prozent gewährt würde.

Zuletzt hatte auch der Finanzstabilitätsrat (FSB), der bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angesiedelt ist, vor den GAFAs (Google, Amazon, Facebook, Apple) gewarnt. Wegen ihrer großen Kundenbasis, Kapitalstärke und IT-Kompetenz könnten sie Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität haben.

Noch allerdings vertrauen die Deutschen laut der Studie ihrer Hausbank mehr als jedem Technologieanbieter. In jüngster Zeit wachse die messbare Loyalität der Kunden gegenüber vielen Banken sogar. „Unverändert verfügen die beiden Direktbanken ING und DKB über die loyalsten Kunden“, so die Studienautoren.

Besonders hoch sei die Loyalität bei jenen Kunden, die über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets Kontakt zu ihrer Bank aufnehmen. Dirk Vater folgert daraus: „Wenn die Banken die Vorstöße der Tech-Konzerne abwehren wollen, müssen sie ihren Kunden einfache digitale Interaktionen bieten.“ Einfachheit und Zeitersparnis zählen neben der Qualität weltweit zu den wichtigsten Werttreibern für private Bankkunden.

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