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07.07.2019

14:49

Bank

Commerzbank sucht neuen Firmenkundenchef

Von: Andreas Kröner

Bereits am Donnerstag soll eine Entscheidung über den neuen Chef des Firmenkundengeschäfts fallen. Auch in den unteren Managementetagen gibt es Bewegung.

Die Bank sucht nach einem Nachfolger für Michael Reuther. Reuters

Personalveränderungen bei der Commerzbank

Die Bank sucht nach einem Nachfolger für Michael Reuther.

Frankfurt Seit gut sieben Monaten steht fest, dass Michael Reuther seinen Ende September auslaufenden Vertrag als Firmenkundenchef der Commerzbank nicht verlängern wird. Und seitdem wird innerhalb und außerhalb der Bank spekuliert, wer eine der beiden wichtigsten Sparten des Geldhauses künftig leiten wird. Doch bald dürft es mit dem Rätselraten vorbei sein.

Der Aufsichtsrat werde sich auf einer außerordentlichen Sitzung am Donnerstag mit der Nachfolge von Reuther befassen, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Noch sei nichts in trockenen Tüchern, aber eine Entscheidung sei wahrscheinlich.

Die Commerzbank hat bei der Suche nach einem Reuther-Nachfolger interne und externe Kandidaten unter die Lupe genommen. Zu den internen Anwärtern gehört Finanzkreisen zufolge Roland Böhm, der sich als Bereichsvorstand Corporates International aktuell um das Auslandsgeschäft der Firmenkundensparte kümmert. Innerhalb der Commerzbank gibt es jedoch auch viele, die sich eine externe Lösung wünschen. Die Bank äußerte sich dazu nicht.

Das Firmenkundengeschäft der Gelben hat sich in den vergangenen Jahren vom Ertragsbringer zum Sorgenkind des Geldhauses entwickelt. Im vergangenen Jahr fiel der Vorsteuergewinn um 23 Prozent auf 614 Millionen Euro.

Das Institut leidet wie viele andere Geldhäuser unter dem harten Wettbewerb um deutsche Unternehmen. Zudem hat die 2016 beschlossene Zusammenlegung von Mittelstandsbank und Investmentbank intern zu zahlreichen Reibereien geführt. Manche Mitarbeiter sehen den neuen Zuschnitt bis heute kritisch und fürchten, die Bank verliere die Bedürfnisse kleinerer Firmen aus den Augen. Denn der aktuelle Firmenkundenchef Reuther war zuvor für das Investmentbanking zuständig.

Innerhalb der Bank gibt es deshalb viele, die sich als Nachfolger einen Manager mit großer Erfahrung im Mittelstands- und Firmenkundengeschäft wünschen. Er sollte jedoch auch etwas vom Kapitalmarktgeschäft verstehen, da er für diesen geschrumpften Bereich ebenfalls zuständig sein wird.

Dominik Steinkühler verantwortet digitale Transformation

Unterhalb des Vorstands sind bereits zwei wichtige Personalentscheidungen gefallen. Jan-Philipp Gillmann, der als Bereichsvorstand für die Implementierung der Wachstumsstrategie und die digitale Transformation der Firmenkundensparte zuständig war, hat vergangenen Woche seinen Abschied verkündet. Er verlasse die Bank auf eigenen Wunsch, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen, heißt es in einer Mitteilung im Commerzbank-Intranet, die dem Handelsblatt vorliegt.

„Seine Aufgaben werden mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres von Dominik Steinkühler übernommen.“ Steinkühler arbeitete einst für die Unternehmensberatung Boston Consulting und kümmerte sich in dieser Zeit unter anderem um die Integration der Dresdner Bank in die Commerzbank. 2013 gehörte er dann zu den Mitgründern des Fintechs Lendico, das Unternehmens- und Verbraucherkredite vermittelt. 2017 wechselte er zur Commerzbank und ist dort seitdem für die digitale Transformation der Firmenkundensparte verantwortlich.

Einige Commerzbank-Mitarbeiter sehen Gillmanns Abschied positiv, weil sie ihn für den holprigen Umbau der Firmenkundensparte mitverantwortlich machen. Andere finden, er habe in schwierigen Zeiten viel Positives bewirkt. „Insbesondere für sein stets außerordentlich hohes Engagement und seine wertvollen Impulse bei der Einführung und Umsetzung unserer Wachstumsstrategie möchte ich mich herzlich bedanken“, erklärte Firmenkundenchef Reuther.

Nach über 20 Jahren hat darüber hinaus Roberto Vila die Commerzbank verlassen. Er war als Bereichsvorstand für die Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) zuständig. Diese wird an Société Générale verkauft und nun in mehreren Schritten an das französische Geldhaus übertragen. Vilas Aufgaben wird bis zum Abschluss des Verkaufs Michael Seifried übernehmen. Vila selbst heuert im September bei der spanischen Großbank BBVA an.

Mehr: Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für Bankangestellte geeinigt. Für die Tarifgemeinschaft liegt er „an der Belastungsgrenze“.

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