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07.02.2019

17:03

Für die Bank fiel wegen des Konzernumbaus ein Verlust von 101 Millionen Euro an. Reuters

Monte dei Paschi

Für die Bank fiel wegen des Konzernumbaus ein Verlust von 101 Millionen Euro an.

RomDie Erleichterung in Siena war zu spüren. Marco Morelli, seit September 2016 CEO der ältesten Bank der Welt, konnte am Donnerstag für 2018 einen Nettogewinn von 279 Millionen Euro melden. Das steht zwar in keinem Verhältnis zu Ergebnissen der beiden italienischen Großbanken Unicredit und Intesa Sanpaolo, die diese Woche Nettogewinne von 3,8 bzw. vier Milliarden Euro bekanntgaben.

Aber für die Krisenbank ist es eine positive Nachricht, denn es geht um den ersten Überschuss überhaupt seit 2015. Im vierten Quartal 2018 allerdings gab es wegen der Restrukturierungskosten einen Verlust von 101 Millionen Euro. Im Jahr 2017 hatte Monte dei Paschi noch einen Rekordverlust von 3,5 Milliarden Euro verzeichnet.

Die Bank aus Siena war 2016 vom Staat gerettet worden, seitdem hält das römische Wirtschafts- und Finanzministerium den Mehrheitsanteil mit 68,5 Prozent. Nach dem Abkommen mit der EU-Kommission muss sie bis 2021 zurück auf den Markt und soll in diesem Sommer einen Plan dafür vorlegen.

Morelli sagte für 2019 weiteres Wachstum und einen weiteren Abbau der faulen Kredite zu. 2018 wurden diese durch Verkauf und Reduzierung möglicher Verstöße um rund 29 Milliarden Euro verringert, doch noch immer liegt der Anteil der notleidenden Darlehen bei 16,4 Prozent.

Anfang des Jahres hatte die Europäische Zentralbank in einem Schreiben angemahnt, die Bank stehe vor „beträchtlichen Herausforderungen“ bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt.   

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Die Bankenaufseher der europäischen Notenbank sehen Schwächen bei der Kapitalausstattung und Profitabilität der Bank aus Siena. Die Aktie stürzt an der Mailänder Börse ab.

Im März werde das Marketing für den Verkauf von Immobilien der Bank starten, ergänzte er. Laut Strategieplan sollen damit bis 2020 insgesamt 500 Millionen Euro eingenommen werden. 80 Millionen seien bereits eingegangen. Es geht um Immobilien in Mailand und Rom, nicht aber um den historischen Sitz der Bank im Herzen von Siena. Morelli erklärte weiter, dass im Zuge der Kostenreduzierung 2018 bereits 650 Mitarbeiter in die Frühverrentung gegangen seien.

Die Geldausstattung der Bank sei stark, so der Bankchef. Die Kernkapitalquote lag im Dezember bei 13,7 Prozent, niedriger als 2017, als sie 14,8 Prozent betragen hatte, wegen des schlechten vierten Quartals. Doch wegen des angespannten wirtschaftspolitischen Umfelds in Italien, des sinkenden Wachstums und der erneut gestiegenen Risikoaufschläge für italienische Bonds im Vergleich zu Bundesanleihen fährt die Bank einen Gang zurück.

„Wir haben die internen Schätzungen für die nächsten Jahre angepasst“, teilt die Bank mit. Jetzt lägen sie unter dem, was der Strategieplan 2017-2021 vorsehe, aber immer noch über den Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden.

An der Mailänder Börse legte die Aktie von Monte dei Paschi nach Bekanntgabe der Jahreszahlen zu.

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