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11.01.2019

20:08

Bankenfusion

Bundesregierung ist offen für Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank

Bundesfinanzminister Scholz hat sich laut einem Bericht ganze 23 Mal mit Vertretern der beiden Geldhäuser getroffen. Dabei soll es um „strategische Optionen“ gegangen sein.

Der Bundesfinanzminister hat sich in letzter Zeit wohl öfter mit Vertretern der Deutschen Bank getroffen. dpa

Olaf Scholz

Der Bundesfinanzminister hat sich in letzter Zeit wohl öfter mit Vertretern der Deutschen Bank getroffen.

Frankfurt/BerlinDas Bundesfinanzministerium heizt die Spekulationen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank an. 2018 habe es 23 Treffen des Ministeriums mit hochrangigen Vertretern der Deutschen Bank wie Konzernchef Christian Sewing gegeben, schrieb die Parlamentarische Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf eine Anfrage des „Grünen"-Abgeordneten Danyal Bayaz.

Gegenstand der Gespräche von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und seines Staatssekretärs Jörg Kukies waren demnach „regelmäßig auch strategische Optionen der jeweiligen Institute und Bewertungen durch die Leitung des Bundesministeriums der Finanzen“. Dem Bericht zufolge steht „die Bundesregierung wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber“. Mögliche Hindernisse bei Fusionen müssten von den Marktteilnehmern analysiert werden, heißt es weiter.

Zudem bekräftigte Hagedorn die Position, „dass ein starker und solider Bankensektor die nationale wie internationale Entwicklung der deutschen Realwirtschaft unterstützt“.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Finanzminister Scholz in diesem Zusammenhang im Mai mit Vorstandschef Christian Sewing gesprochen und im Oktober mit Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Der Hauptkontakt verlief jedoch über Staatssekretär Jörg Kukies. Er hatte sich zwischen Mai und Dezember vergangenen Jahres sechs Mal mit Sewing getroffen oder mit ihm gesprochen und auch fünf mal mit Aufsichtsratschef Achleitner.

Die Berichte gaben den Aktien der beiden Geldhäuser Auftrieb. Die Commerzbank-Papiere drehten ins Plus und schlossen 1,1 Prozent höher bei 6,35 Euro. Die Titel der Deutschen Bank grenzten ihre Verluste ein gingen mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 7,46 Euro ins Wochenende.

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Sollten die Deutsche Bank und die Commerzbank tatsächlich am Ende zusammengehen, entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus. Es hätte eine Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro, 38 Millionen Privat- und mehrere Zehntausend Firmenkunden sowie anfangs über 120.000 Mitarbeiter.

Bei einem Zusammenschluss dürfte allerdings ein erheblicher Teil dieser Stellen wegfallen. Spekulationen über einen Zusammenschluss der beiden Großbanken machen seit längerem die Runde. Neben dem Wunsch der Bundesregierung nach wettbewerbsfähigen Geldhäusern spielen auch Zweifel der Investoren an den Geschäftsmodellen von Deutscher Bank und Commerzbank eine Rolle.

An der Börse verloren beide Institute in den vergangenen zwölf Monaten über die Hälfte Ihres Werts. Bei einer Fusion hätte der Bund ein gewichtiges Wort mitzureden - nicht zuletzt weil er 15 Prozent an der Commerzbank hält. Finanzministerium, Deutsche Bank und Commerzbank lehnten eine Stellungnahme ab. Deutsche-Bank-Chef Sewing hatte eine Fusion in den nächsten zwölf bis 18 Monaten ausgeschlossen und betont, erst einmal müsse die Bank ihre Hausaufgaben erledigen.

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