Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

09.10.2019

14:20

Blockchain

Schweizer Notenbank will digitales Zentralbankgeld ausprobieren

Von: Michael Brächer

In einem Pilotversuch mit der Schweizer Börse testen die Notenbanker die Blockchain-Technik. Einen virtuellen Franken für Verbraucher soll es nicht geben.

Die Schweizer Notenbank will gemeinsam mit der Schweizer Börse Six herausfinden, ob und in welchem Umfang digitales Zentralbankgeld in neue dezentrale Systeme integriert werden könnte. dpa

Schweizer Börse

Die Schweizer Notenbank will gemeinsam mit der Schweizer Börse Six herausfinden, ob und in welchem Umfang digitales Zentralbankgeld in neue dezentrale Systeme integriert werden könnte.

Zürich Wenn Banken untereinander Geschäfte machen, könnten sie dabei in Zukunft die Blockchain benutzen – das glaubt zumindest die Schweizer Nationalbank (SNB). Sie will die sogenannte „Distributed Ledger“-Technik in einem Pilotversuch testen. Einen virtuellen „E-Franken“ für Verbraucher soll es in der Schweiz aber nicht geben.

Gemeinsam mit der Schweizer Börse Six will die Notenbank herausfinden, ob und in welchem Umfang digitales Zentralbankgeld in neue dezentrale Systeme integriert werden könnte. Das sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Dienstagabend bei der Eröffnung eines gemeinsamen Innovationszentrums mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Zürich.

Die Hoffnung: Durch die neue Technik könnte der Transfer von Vermögenswerten leichter werden. Bei der Distributed-Ledger-Technik werden Transaktionen nicht in einem zentralen Register gespeichert. Stattdessen protokollieren die Mitglieder eines Netzwerks die Transaktionen gemeinsam in einer Art „verteiltem Kassenbuch“. 

Als prominentes Beispiel für ein solchen Distributed Ledger gilt die Blockchain, die der Digitalwährung Bitcoin zugrunde liegt. Die Möglichkeiten der neuen Technik will die Notenbank nun in einem Pilotversuch testen. Die Six steuert dazu die Technikplattform für das Projekt bei. Sie erhofft sich von der Technik „signifikante wirtschaftliche Chancen“. So könnten Gegenparteirisiken reduziert und neue Formen der Wertschöpfung ermöglicht werden. 

Zentralbank und Börse loten in dem Pilotversuch zwei Szenarien aus: Einerseits könne das bestehende Clearingsystem, über das Banken ihre Geschäfte untereinander abwickeln, an eine neue Blockchain-Plattform angebunden werden. Denkbar sei aber auch die Herausgabe von digitalen Schweizer Franken durch die Notenbank.

Diese sollen aber nur von Banken untereinander verwendet werden. Einem digitalen „E-Franken“ für Konsumenten erteilte Notenbankchef Jordan dagegen erneut eine Absage. „Es geht uns nicht um eine digitale Zentralbankwährung für die breite Öffentlichkeit“, sagte er.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×