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28.05.2018

17:33

BOX und Overstock

US-Börsenbetreiber wollen Handelsplattform für Krypto-Anleger gründen

Von: Astrid Dörner

Bei virtuellen Börsengängen verteilen Firmen Token statt Aktien. Zwei kleine US-Börsen arbeiten an einer neuen Handelsplattform dafür.

Bitcoin: Start-up will die Kryptowährung an die Börse bringen picture alliance / abaca

Bitcoin-Münze

Der Höhenflug der digitalen Währung zieht immer neue Investoren an.

Die Optionsbörse BOX aus Chicago und die zum Online-Händler Overstock gehörende Krypto-Börse tZero wollen eine Plattform aufbauen, auf der Token gehandelt werden können. Dabei soll es jedoch strikt um solche Projekte gehen, die die US-Börsenaufsicht SEC genehmigt hat.

Bei einem virtuellen Börsengang, auch Initial Coin Offering oder kurz ICO genannt, geben Unternehmen keine Aktien oder Geschäftsanteile aus, um Kapital bei Investoren einzusammeln.

Stattdessen erhalten Investoren virtuelle Gutscheine — Coins oder Token. Mit einem ICO können die Gründer Geld einnehmen, ohne die Kontrolle über ihre Firma teilen zu müssen, wie es bei klassischen Finanzierungsrunden der Fall ist. Da selbst Unternehmen mit zweifelhaften Geschäftskonzepten Millionensummen einfahren, steht der Markt in der Kritik. Aufsichtsbehörden in den USA und Europa haben einzelne ICOs gestoppt, China hat sie ganz verboten.

Die SEC greift seit Monaten hart durch. Die junge Branche war lange Zeit unreguliert, immer noch versuchen Betrüger leichtgläubige Investoren mit dem Versprechen auf dreistellige Renditen abzuzocken.

Doch die SEC hat klar gemacht, dass sie strenge Maßstäbe anlegt. So sind in ihren Augen alle Token zunächst einmal Wertpapiere, die unter die entsprechenden Gesetze fallen. Nur, wer einen bestimmten Test besteht, darf seine Token als sogenannte Nutzwert-Token einstufen lassen, die weniger streng reguliert werden.

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BOX und tZero wollen auf ihrer Plattform nur den Handel mit Wertpapier-Token ermöglichen, die das ausdrückliche Okay der SEC bekommen haben. Davon gibt es derzeit allerdings nur sehr wenige.

Derzeit arbeiten zum Beispiel die Start-ups Harbor und Meridio an Token, die den Ansprüchen der SEC gerecht werden sollen. Die virtuellen Wertpapiere der beiden Firmen sollen Immobilien und andere Vermögenswerte wie Kunst leichter handelbar machen. Wertpapier-Token können nur von sogenannten akkreditierten Investoren gehandelt werden. Das sind Finanzinstitute, Hedgefonds oder vermögende Einzelpersonen, die die Risiken verstehen und abfedern können.

Ob die SEC grünes Licht für das Projekt von Overstock und BOX gibt, ist noch unklar. Doch es wäre eine Gelegenheit, um zumindest das Image eines Teils der ICO-Branche zu verbessern. Start-ups schätzen die virtuellen Börsengänge weil sie eine Alternative zu Risikokapitalgebern bieten, die Anteile und Mitspracherechte für ihre Investments verlangen.

Studien zeigen, dass die im Silicon Valley etablierten Geldgeber vor allem weiß und männlich sind und daher Start-ups bevorzugen, die ebenfalls von weißen und männlichen Gründern geführt werden. ICOs könnten helfen diese Vorurteile auszuhebeln.

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