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23.04.2019

21:34

DWS-Chef Asoka Wöhrmann. Bert Bostelmann für Handelsblatt

Asoka Wöhrmann

DWS-Chef Asoka Wöhrmann.

Codename „Pacific“

DWS und die Fondssparte der UBS sprechen über einen Zusammenschluss

Von: Michael Maisch

Die Fondstochter der Deutschen Bank würde bei einer Fusion zu einem großen Spieler im europäischen Markt. Die Chancen auf einen Deal stehen 50 zu 50.

Frankfurt Eine Fusion allein scheint dem Vorstandschef der Deutschen Bank nicht genug zu sein. Während Christian Sewing mit der Commerzbank über eine Fusion spricht, verhandelt der Chef der Fondstochter DWS, Asoka Wöhrmann, mit der Schweizer UBS über eine Fusion der beiden Asset-Management-Sparten.

Beide Parteien führten ernsthafte Verhandlungen, die Chancen, dass es dabei am Ende zu einem Abschluss komme, stünden aber nur 50 zu 50, erfuhr das Handelsblatt von zwei Insidern, die damit einen Bericht der „Financial Times“ bestätigten.

Den Informationen zufolge strebt die DWS bei dem Projekt, das unter dem Codenamen „Pacific“ läuft, einen Deal an, bei dem die UBS ihr verwaltetes Vermögen in die Fondstochter der Deutschen Bank einbringt und im Gegenzug Aktien erhält.

Durch so einen Deal würde das Frankfurter Geldhaus zwar die Mehrheit an der DWS verlieren, doch sein Anteil bliebe bei über 40 Prozent, heißt es in Finanzkreisen. Diese Marke ist kritisch.

Im vergangenen Jahr hat die Bank einen Minderheitsanteil von 21 Prozent ihrer Tochter an die Börse gebracht. Weil das Geldhaus dafür die Rechtsform der KgaA gewählt hat, könnte es die Tochter aber auch noch mit einer Beteiligung von nur noch 40 Prozent plus einer Aktie kontrollieren und die Gewinne der DWS konsolidieren. Die Asset-Management-Sparte der Schweizer verwaltete zur Jahreswende umgerechnet rund 693 Milliarden Euro, bei der DWS waren es 662 Milliarden Euro.

Durch den Deal entstünde ein großer Spieler auf dem europäischen Fondsmarkt, im Vergleich mit Konkurrenten wie Blackrock oder Vanguard wäre die deutsch-schweizerische Fondsfirma aber noch immer ein Leichtgewicht. Angesichts sinkender Margen steht die Asset-Management-Branche schon länger unter wachsendem Konsolidierungsdruck.

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In Frankfurter Finanzkreisen häuften sich zuletzt die Spekulationen, dass sich die Deutsche Bank von einem Teil der DWS trennen wolle, allerdings möchte Sewing nicht auf die stabilen Erträge und Gewinne verzichten, die die Tochter liefert. Im vergangenen Jahr erreichte die Fondstochter mit 6,7 Prozent die mit Abstand höchste Eigenkapitalrendite nach Steuern der drei großen Geschäftsbereiche.

Außerdem hat Sewing versprochen, dass zwei Drittel der Erträge künftig aus den „stabileren“ Sparten der Bank kommen sollen – und dazu zählt das Asset-Management. DWS-Chef Wöhrmann hat bereits klargemacht, dass er die Fondsgesellschaft nicht als Spielball der Konsolidierung sieht, sondern als aktiven Gestalter.

Ein vollständiger Verkauf der Fondssparte gilt deshalb als unwahrscheinlich. Als möglicher Kandidat für eine Übernahme der DWS wird seit einiger Zeit der französische Fondsriese Amundi gehandelt.

Beim potenziellen Fusionspartner UBS hieß es zuletzt, dass ein Verkauf der Fondssparte nicht unumstritten ist. Denn die Verbindungen zum wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft der Schweizer sind eng: Die Fonds aus dem eigenen Hause liegen im Portfolio vieler wohlhabender Kunden. Zudem ist das Fondsgeschäft für die Schweizer Bank eine zwar überschaubare, aber beständige Ertragsquelle.

Mehr: „Die Treppe wird von oben gefegt“ – DWS-Chef Asoka Wöhrmann spricht im Handelsblatt-Interview über ineffiziente Führungsstrukturen, harte Reformen und den Brexit als unterschätztes Risiko für die Finanzmärkte.

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