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24.09.2018

02:53 Uhr

Dänisches Geldhaus

Europäische Bankenaufsicht Eba ermittelt im Geldwäscheskandal der Danske Bank

VonHelmut Steuer, Manuela Imre

Brüssel fordert eine EU-Untersuchung zu Aufsichtsfehlern, die zum 200 Milliarden Euro schweren Geldwäscheskandal der Danske Bank geführt haben.

Der Geldwäscheskandal bei Danske Bank wird zum Fall für die Bankenaufsicht EBA. AFP

Kopenhagen

Der Geldwäscheskandal bei Danske Bank wird zum Fall für die Bankenaufsicht EBA.

Kopenhagen, TorontoDer Skandal um die dänischen Danske Bank spitzt sich weiter zu. Die EU-Kommission hat nun die europäische Bankenbehörde EBA darum gebeten, die Kontrollmechanismen bei der in einen Geldwäscheskandal verwickelten estländischen Niederlassung der Bank zu überprüfen.

Damit bestätigte die Brüsseler Behörde am Sonntagabend einen Bericht der „Financial Times“. Die EBA solle herausfinden, was bei dem Geldhaus schiefgelaufen sei, hieß es in dem Bericht. Die Kommission habe zudem Briefe an die Regierungen in Dänemark und Estland mit der Bitte um Informationen geschrieben.

In einem von der „Financial Times“ veröffentlichten Schreiben der Kommission an die EBA wird die Agentur aufgefordert, „diese mögliche Verletzung des Unionsrechts sowohl seitens der estnischen als auch der dänischen Aufsichtsbehörde zu untersuchen“.

Brüssel unterstrich in dem Schreiben, dass die Verantwortung für die Überwachung der Anti-Geldwäsche-Vorschriften bei den dänischen Behörden liege, während Estland für die Einhaltung der lokalen Vorschriften verantwortlich sei.

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Die Affäre beim dänischen Finanzinstitut ist schon jetzt einer der größten Geldwäsche-Fälle überhaupt. Auch britische Firmen könnten verwickelt sein.

Die EU-Justizkommissarin Vera Jourova hat letzte Woche die Tragweite des Danske-Skandals als „schockierend“ bezeichnet und sagte, dies sei eine „sehr, sehr unangenehme Lektion“ für die EU. Sie wird am 2. Oktober Gespräche mit estnischen und dänischen Ministern führen.

Die größte dänische Bank hatte am Mittwoch einen internen Untersuchungsbericht zu einem der größten Geldwäsche-Skandale in Europa veröffentlicht. Demnach sind zwischen 2007 und 2015 über die estnische Tochtergesellschaft der Danske Bank insgesamt 234 Milliarden Dollar (200 Milliarden Euro) geflossen.

In dem Bericht, den die Kopenhagener Kanzlei Bruun & Hjejle im Auftrag der Bank erstellt hat, werden die Kontrollsysteme von Danske Bank als „unzureichend“ bezeichnet. Man habe jetzt 15.000 nicht in Estland lebende Kunden genauer untersucht und festgestellt, dass diese zwischen 2007 und 2015 finanzielle Transaktionen mit einem Volumen von rund 200 Milliarden Euro durchgeführt haben, heißt es in dem Bericht.

Bei 6200 Kunden besteht demnach der Verdacht, dass sie Geldwäsche betrieben haben. Rechtsanwalt Ole Spiermann, der die interne Untersuchung geleitet hat, sprach von „verdächtigen Transaktionen“. Die betroffenen Personen sollen vorwiegend aus Russland, Aserbaidschan, und Moldawien stammen.

Der Chef der Danske Bank, Thomas Borgen, hatte am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt und sich für die mangelnden Kontrollen seiner Bank entschuldigt. Der Fall beschäftigt seit Monaten die dänische Öffentlichkeit, die Finanzaufsicht und Gerichte. Sowohl in Dänemark als auch in Estland ermitteln bereits Staatsanwälte gegen die Danske Bank.

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