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03.10.2019

10:49

Deutsche Bank

Chef und hopp: Hochrangige Managerin der Deutschen Bank geht kurz nach der Beförderung

Von: Yasmin Osman

Erst vor Kurzem stieg Celeste Guth zur globalen Leiterin für Fusionen und Übernahmen auf. Nun geht sie – und ihr Posten fällt weg.

Deutsche Bank: Top-Managerin geht kurz nach der Beförderung dpa

Achtung Bauarbeiten

Nachdem sich die Deutsche Bank im Juli eine neue Struktur und eine neue Strategie verpasst hat, kommt es nun auch auf den Führungsposten zu vielen Veränderungen.

Frankfurt Die Deutsche Bank verliert die Chefin ihres Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A), Celeste Guth. Die Managerin wechselt zur Investmentbanking-Boutique PJT Partners, wie das Onlineportal eFinancialCareers zuerst berichtete. Dabei hatte die Deutsche Bank Guth Finanzkreisen zufolge erst vor weniger als drei Monaten auf ihren Posten befördert. Die Bank bestätigte Guths Abgang, wollte aber keine weiteren Details nennen.

Künftig verzichtet die Bank Finanzkreisen zufolge auf einen weltweiten M&A-Chef: Die drei Regionalchefs für das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen – Mayooran Elalingam (Asien), Bruce Evans (Amerika) und Robin Rousseau (Europa) – berichten künftig an Drew Goldman, der die Verantwortung für das Beratungsgeschäft zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben übernimmt. Goldman, kürzlich zum globalen Leiter „Investment Banking Coverage“ aufgestiegen, darf sich nun „Global Head of Investment Banking Coverage and Advisory“ nennen.

Die Deutsche Bank hatte Guth vor vier Jahren von der US-Investmentbank Goldman Sachs abgeworben. Vor ihrer jüngsten Beförderung war sie lange für das Geschäft der Bank mit Finanzinstituten zuständig. Gerade in den USA, wo auch Guth ihren Dienstsitz hatte, gab es zuletzt eine ganze Reihe hochrangiger Abgänge. So wechselten John Eydenberg und Mark Hantho, zwei hochrangige und langjährige Investmentbanker, im Sommer zur US-Bank Citi.

Guth ist auch nicht die erste M&A-Chefin, die die Deutsche Bank verlässt: Im Mai vergangenen Jahres wechselte ihr Vorgänger Thomas Piquemal zur französischen Holdinggesellschaft Fimalac. Auch damals hieß es, der Posten werde nicht neu besetzt und die drei Regionalleiter würden die Aufgaben übernehmen. Bis zu Guths Kurzzeitbeförderung blieb es dabei.

Wirtschaftlich spielt das Beratungsgeschäft in der Deutschen Bank nur eine untergeordnete Rolle. Einnahmen erzielt die Bank vor allem im Handel mit Anleihen und Devisen. Doch das Beratungsgeschäft gilt als besonders prestigeträchtiger Teil des Investmentbankings. Es ist Teil des Corporate-Finance-Geschäfts, zu dem neben der Fusions- und Übernahmeberatung auch die Platzierung von Aktien und Anleihen von Kunden zählt.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte auf der Hauptversammlung betont, dass das Corporate-Finance-Geschäft für die Bank strategisch wichtig ist, „denn damit knüpfen und pflegen wir die Kontakte in die Chefetagen unserer Unternehmenskunden“. Umso mehr dürfte ihn schmerzen, dass die Marktanteile der Bank im Teilsegment M&A auch in diesem Jahr weiter geschrumpft sind. Zahlen des Datenanbieters Dealogic zufolge ist das Institut in den ersten acht Monaten des Jahres bei den Gebühreneinnahmen von Rang 13 auf Rang 14 abgerutscht.

Neuer Handelschef für Deutschland

Guths Abgang ist nicht die einzige Veränderung in der Investmentbanking-Sparte des Instituts. Die Bank ernannte am Mittwoch auch einen neuen Handelschef für Deutschland. „David Feldmann wird künftig unser Markets-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiten“, heißt es in einer Mitarbeiterinformation, die dem Handelsblatt vorliegt. Damit ist er 36-jährige Feldmann im deutschsprachigen Raum für das Anleihe- und Währungsgeschäft sowie für die Abwicklungseinheit, die Capital Release Unit, in der Region verantwortlich.

Feldmann, Deutschbanker seit mehr als zwölf Jahren, beerbt als deutscher Handelschef Stefan Hoops, der vor Kurzem die Leitung der Unternehmensbank übernommen hat. Die Unternehmensbank wurde im Juli neu geschaffen und ist eine von vier Ertragssäulen der Bank neben dem Privatkundengeschäft, dem Investmentbanking und der Vermögensverwaltung.

Wie in der Matrixorganisation der Deutschen Bank üblich, hat Feldmann eine Reihe von Vorgesetzten: Er berichtet als deutscher Handelschef an Patrick Frowein, der die Investmentbank im deutschsprachigen Raum leitet. Er berichtet außerdem an Ram Nayak, den weltweiten Chef des Anleihe- und Währungsgeschäfts. Und weil Feldmann auch Vertriebschef für institutionelle Kunden in der deutschsprachigen Region bleibt, berichtet er in dieser Funktion auch weiterhin an Panos Stergiou.

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