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24.02.2019

15:44

Ermittlungen

Neue Attacke gegen Wirecard geplant

Von: Daniel Schäfer, Andreas Kröner

Unbekannte haben dem Dax-Konzern damit gedroht, mit viel Geld negative Presseberichte zu kaufen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft München.

Zehn Milliarden Euro Börsenwert wurden durch die jüngsten Kurseinbrüche bei Wirecard zeitweise vernichtet. imago/Alexander Pohl

Wirecard

Zehn Milliarden Euro Börsenwert wurden durch die jüngsten Kurseinbrüche bei Wirecard zeitweise vernichtet.

Jetzt kommt allmählich Licht ins Dunkel: Nach Informationen des Handelsblatts hat die Bonner Behörde wenige Tage vor der Entscheidung brisante Informationen von den Ermittlungsbehörden erhalten. Demnach war eine neuerliche Attacke von Leerverkäufern gegen den in Aschheim sitzenden Zahlungsdienstleister geplant – und dazu sollte mit einem Millionenbetrag negative Presseberichterstattung gekauft werden.

„Wir haben am Freitag vor einer Woche um 7.30 Uhr ernstzunehmende Informationen von Wirecard erhalten, dass eine neue Shortattacke geplant ist und dass mit viel Geld versucht wird, Medienberichterstattung zu beeinflussen“, bestätigte die Münchener Staatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl dem Handelsblatt. Wirecard selbst wollte die Informationen nicht kommentieren.

Demnach habe ein Mittelsmann versucht, Journalisten in Großbritannien mit einer Millionensumme zu bestechen. Gleichzeitig hatte er Wirecard gegen Zahlung einer ähnlichen Summe angeboten, eine negative Berichterstattung zu verhindern.

Diese Erkenntnisse sind nun Teil der Ermittlungen wegen Markmanipulation, die die Staatsanwaltschaft München nach der ersten Shortattacke gegen Wirecard vor einigen Wochen gestartet hat. Damals hatte die britische „Financial Times“ über den Verdacht des Betrugs bei Wirecard in Singapur berichtet und damit den Aktienkurs des Dax-Neulings massiv ins Minus getrieben. In der Spitze stürzte der Kurs um bis zu 40 Prozent ab, rund zehn Milliarden Euro Börsenwert wurden vernichtet.

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Der Börsenaufsicht soll beim Leerverkaufsverbot zu Wirecard ein Fehler unterlaufen sein. Das Kölner Verwaltungsgericht will aber erst prüfen, ob es überhaupt zuständig ist.

Die geplante neue Attacke auf Wirecard und der Versuch, die Medienberichterstattung mit Geld zu beeinflussen, haben beim Leerverkaufsverbot der Bafin eine Rolle gespielt. „Wir hatten diese Informationen von der Staatsanwaltschaft“, sagte eine Bafin-Sprecherin. „Sie waren ein Baustein für das Verbot.“ Darüber hinaus habe es jedoch mehrere andere Gründe dafür gegeben, neue Wetten auf Kursverluste bei Wirecard bis zum 18. April zu verbieten.

Dazu zählen laut Allgemeinverfügung der Bafin die hohen Leerverkaufspositionen gegen Wirecard sowie die Bedrohung des Marktvertrauens in Deutschland. Dabei spielt auch eine Rolle, ob Investoren einschätzen können, welche Informationen über ein Unternehmen wahr oder falsch sind und auf welcher Basis sich somit Börsenpreise bilden.

Die Bafin hat die geplante neue Attacke und den Versuch der Bestechung von Journalisten in ihrer Allgemeinverfügung nicht explizit erwähnt, weil es sich dabei nicht um eigene Informationen handelte, sondern um vertrauliche Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.

Vertraulich ist diese Information nun nicht mehr. Aber viele Rätsel gibt es weiterhin – nicht zuletzt die Frage, was an dem Betrugsverdacht in Singapur dran ist, der auf einem vorläufigen Bericht einer Anwaltskanzlei beruht. Laut Wirecard ist bisher kein einziger Beweis für den Verdacht gefunden worden. Der endgültige Anwaltsbericht soll in Kürze vorliegen.

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Kommentare (1)

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Herr Matthias Moser

26.02.2019, 13:27 Uhr

Man fragt sich, wem die auf den Schlips getreten sind? Es kann nicht irgendjemand sein.

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